Rundtour von Elm nach Elm: über Segnespass und Panixerpass in einem Tag


Publiziert von denali2002 , 11. Juni 2009 um 08:45.

Region: Welt » Schweiz » Glarus
Tour Datum:24 Juli 2008
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GL   CH-GR   Segnas-Vorabgruppe 
Zeitbedarf: 13:45
Aufstieg: 2717 m
Abstieg: 3196 m
Strecke:Nideren - Segnespass - Plaun Segnas Sut - Grauberg - Camona da Nagens - Camona Vorab - Fourcla da Sagogn - Fourcla da Ranasca - Alp Ranasca - Panixerpass - Häxenseeli - Wichlen - Elm - Talstation Tschinglenbahn --> 41km
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Mit Auto bis Elm/Talstation Tschingelbahn.

Wisi hat in seinem Bericht http://www.hikr.org/tour/post7136.html darüber spekuliert, welches der schönere Übergang von Elm ins Bündnerland sei. Der Segnespass oder der Panixerpass.
Diese Frage hat mich dazu animiert, beide Pässe doch einmal am Stück zu absolvieren. Von Elm nach Elm.

Bei der Planung der Route war es mir wichtig dass ich einerseits eine möglichst kurze Strecke finde und andererseits die Wanderautobahnen auf der Flimserseite möglichst umgehe.

Das Resultat führte dann zwischen Segnes und Panixer über zwei auf hikr.org noch nicht beschriebene Übergänge, die Fourcla da Sagogn und die Fourcla da Ranasca. Mit der Wanderweg-Funktion auf Swiss Map lassen sich ja die wildesten Routen zusammenstellen und erst noch unter Berücksichtigung von markierten Wanderwegen. Kombinationen die wohl nicht wirklich häufig gewählt werden. Wie sich noch zeigen sollte....

Gestartet bin ich am 24. Juli 2008 um 0700 bei der Talstation der Tschingelbahn oberhalb von Elm. Geplant hätte ich eigentlich dass ich die Bahn nicht benutze und wirklich jeden Meter zu Fuss absolviere. Zufälligerweise ist aber gerade eine Bahn mit zwei Forstarbeitern abfahrbereit. Und die Betreiberin hat mich so lieb gefragt ob ich auch mitfahren wolle, da kann ich natürlich nicht nein sagen ;-)

Abenteurliche Fahrt in der offenen Tschingelbahn bis Nideren und von dort rassig rauf zum Segnespass. Meine Ausrüstung war aufs Wesentliche reduziert. Genügend Getränke (das meinte ich jedenfalls), einen kleinen Lunch, Regenjacke, Stöcke und selbstverständlich Fotoaparat, GPS und Kartenmaterial. Und wiedermal, wie immer wenn es etwas aufs Tempo geht, mit meinen Trailschuhen.
Von Nideren auf den Segnespass in einem recht hohen Tempo. Die letzten Meter auf der noch schattigen Glarnerseite waren pickelhart vereist. Mit den Trailschuhen kein wirkliches Vergnügen.

Nach kurzer Rast gleich auf der Bündner Seite runter. Doch.... ojehhh. Es liegt noch sehr viel Schnee. Der mittels Leitern und Stahlseilen gesicherte Abstieg ist recht mühsam und anstrengend.

Das Wetter ist genial, immer wieder bieten sich sehr schöne Fotosujets. Martinsloch, Tschingelhörner usw.
Insbesondere die Hochebene Plaun Segnas Sut ist wunderschön. Man wähnt sich in Island. Mäandrierende Bachläufe und Wasserfälle sowie schöne Pflanzen säumen den Weg.

Was nun folgt ist der eher öde Teil. Vorbei an der Station Grauberg, der Camona Nagens und der Camona Vorab gehts halt doch auf der Wanderautobahn in Richtung Fourcla da Sagogn. Das Gelände wird aber zusehends wilder und wohl auch seltener begangen. Ich muss mich echt konzentrieren und oft auch auf die Wegpunkte im GPS verlassen um die geplante Route zu finden. Vor allem zwischen Fourcla da Sagogn und Fourcla da Ranasca ist auf dem geplanten Weg die letzten 100 Jahre wohl niemand mehr gewandert. Und trotzdem wir die Routeauf Swiss Map als Wanderweg angegeben. Jä nu. Keinerlei Wegmarkierungen, verkarstetes Gelände. Doch das macht den Reiz doch erst recht aus.

Von der Fourcla da Ranasca geht es nun ziemlich direkt runter zur Alp Ranasca. Oh Schreck. Praktisch nichts mehr zu trinken. Nun noch durchhalten bis zum Panixerpass. Dort oben kann ich die Flasche dann bestimmt auffüllen. Was folgt ist ein schöner Aufstieg zur Panixerpasshütte, die ich gegen 1800 Uhr erreiche. Sofort gehe ich ins Innere der Schutzhütte. Wow! Da sitzen 6 Leute am Tisch und geniessen ein Fondue mit Weisswein. Soso! Leider kann ich mich nicht dazusetzen, bin einfach zu knapp dran und eine Stirnlampe für den allenfalls nächtlichen Abstieg habe ich auch nicht dabei.
Jedenfalls kann ich hier meine Trinkflaschen wieder mit Wasser auffüllen und mache mich sofort auf den Abstieg Richtung Wichlen.

Beim Chalchberg begegne ich noch einer grossen Gruppe Steinböcken. Einfach wunderbar!!

So gegen 1930 bin ich unten im Talgrund bei Wichlen. Was nun folgt gehört halt auch zu einer Rundtour, ist aber schon verdammt mühsam. Alles der Strasse entlang und via Elm wieder zur Talstation der Tschingelbahn. Das Auto bei der Talstation erreiche ich nach 2100 Uhr.

Eine tolle, abenteuerliche und auch sehr einsame und anstrengende Tour ist vollbracht.

Fazit:
Wunderschöne Landschaft. Unbedingt genügend Getränke mitnehmen. Die Abkürzung mit der Tschingelbahn hat sich bewährt. Mit Trailschuhen machbar, aber vorsicht beim Abstieg vom Segnespass auf die Bündnerseite.

Bewertung: Meist T2, Aufstieg Segnespass sowie zwischen Fourcla da Sagogn und Fourcla da Ranasca T3, Abstieg Segnespass T4.

Welches ist denn nun der schönere Übergang?
Für mich haben beide Pässe ihren Reiz. Segnes ist alpiner und wilder, Panixer irgendwie lieblicher und sanfter. Dies ist jedenfalls mein Eindruck.
Eigenlich lohnt es sich für jeden der an dieser Frage interessiert ist, diese Tour zu wiederholen.

Tourengänger: denali2002

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Kommentare (16)


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nadirazur hat gesagt: Genial!
Gesendet am 11. Juni 2009 um 10:13
Wow - gratuliere zu dieser genialen Tour! Puuh ... was heisst wohl in Deinem Fall "in einem recht hohen Tempo"??? Praktisch 14h unterwegs ... und wunderschöne Fotos die Du uns da schenkst! Danke viel mals!

Liebs Grüessli us em fryburgische,
Noemi

denali2002 hat gesagt: RE:Genial!
Gesendet am 11. Juni 2009 um 10:19
Na danke für die Blumen ;-)
Die Tour bietet auch wirklich wunderbare Fotosujets. Während der Wegsuche zwischen Fourcla da Sagogn und Fourcla da Ranasca war dann das Tempo nicht mehr wirklich hoch....
Die praktisch 14 Stunden sind natürlich inklusive der vielen Fotostops.

Liebe Grüsse vom Zürichsee
Roli

ossi hat gesagt: RE:Genial!
Gesendet am 11. Juni 2009 um 10:31
toll, wirklich.

kopfsalat Pro hat gesagt: super tour!
Gesendet am 11. Juni 2009 um 10:51
wenn ich mich nicht irre, wird im SAC-Führer "Alpinwandern Zentralschweiz" eine Verbindungsroute vom Panixer zum Segnes beschrieben.

was den auf- und abstieg in trail-runners betrifft, hier die lösung: www.kahtoola.com, siehe auch mein benutzer-bild ;-), nb: die steel KTS sowie die micro-spikes eignen sich nicht nur für schnee und eis sondern auch für gras, matsch, geröll
in europa bestellbar bei: www.racelite.de

denali2002 hat gesagt: RE:super tour!
Gesendet am 11. Juni 2009 um 14:40
M.E. wird keine Verbindungsroute beschrieben. Es gibt eine Route von der Muttseehütte zum Panixer und eine Route vom Panixer zur Martinsmadhütte. Beides bringt in Sachen Abkürzung nicht wirklich viel. Eine mögliche Abkürzung wäre von der Fourcla da Ranasca direkt über den Rotstock / Crap Tgietschen zum Panixer zu gelangen anstelle zur Alp Ranasca abzusteigen. Doch ob dies einen zeitlichen Gewinn bringt weiss ich nicht.
Bzgl. Trailschuhen gibt es noch die Icebugs als valable Alternative.

Gruess
Roli

kopfsalat Pro hat gesagt: RE:super tour!
Gesendet am 11. Juni 2009 um 16:30
icebugs haben den nachteil, dass man die spikes auf nicht abnehmen kann, was auf forstwegen und asphaltstrecken eher unangenehm und vorallem laut ist ;-)

gruss

dani

ps: was für trail-runners hast du?

denali2002 hat gesagt: RE:super tour!
Gesendet am 11. Juni 2009 um 16:45
Ich bin, was Laufschuhe anbelangt, ein absoluter Saucony-Freak. Deshalb nutze ich auch den Saucony ProGrid Guide TR. Aber auch mit dem Mizuno Wave Ascent 4 bin ich ab und zu unterwegs.

kopfsalat Pro hat gesagt: RE:super tour!
Gesendet am 11. Juni 2009 um 18:35
ich "stehe" ausschliesslich auf inov-8, die haben das wohl beste profil der welt ... ;-)

was die etappe panixer - segnes betrifft, so gibts im erwähnten büchlein tatsächlich eine variante. die wird aber mit BG- qualifiziert, ist meist weglos und führt zum schluss auch noch über den vorab-firn. also wohl nicht ganz ideal für leichte ausrüstung.

danueggel hat gesagt: Ojeoje...
Gesendet am 11. Juni 2009 um 18:39
Wenn du weiter so ein mörderisches Trainingsprogramm vorlegst, werde ich bei der 66 du Doubs garantiert Letzter ;)

Gratuliere, für dich wahrscheinlich ein kleiner Regenerationsmarsch...

denali2002 hat gesagt: RE:Ojeoje...
Gesendet am 12. Juni 2009 um 08:33
Naja, Regenerationsmarsch...
War doch ziemlich am Anschlag. Vor allem Beim Aufstieg von der Alp Ranasca zum Panixer ohne Getränke. Gehetzt wurde ich von der Tatsache dass ich die (Sicherheits-)Stirnlampe zu Hause gelassen habe.
Jedenfalls ist die nächste Tour dieser Kategorie schon in Planung ;-)

beatfox hat gesagt: gute schreibe ...
Gesendet am 13. Juni 2009 um 17:13
... lieber roli! das macht appetit! wieviel fotoequipment hast du dabei? da musst du dann klar beim wasser sparen. hab den 66dd schon mal rot markiert im 2010. aber natürlich nur wenn mein einstieg in chur am 27. juni einigermassen klappt!
so long
beat

denali2002 hat gesagt: Graubünden Marathon...phuuhh!
Gesendet am 13. Juni 2009 um 20:35
Hey Beat.
Na das ist aber auch eine tolle Herausforderung. Der Graubündenmarathon. Wünsche Dir viel Erfolg. Ich habe ihn bisher zweimal absolviert, ging jeweils ab Lenzerheide ein wie ein Blüemli ohne Wasser ;-).
Bei dieser Tour hatte ich neben der grossen Kamera (Nikon D300) ein 17-55mm Objektiv sowie ein 105mm Makro. Du hast Recht, alleine das Equipment wog hier gut und gerne 2kg. Aber für sein Hobby schleppt man ja gerne.
Freue mich auf ein Wiedersehen und spätestens beim 66dd 2010!
Liebe Grüsse
Roli

beatfox hat gesagt: RE:Graubünden Marathon...phuuhh!
Gesendet am 13. Juni 2009 um 22:05
danke. würdest du für chur einen rucksack empfehlen - respektive das camel am rücken? oder warst du der einzige mit zusatzlast ...?
sehr gute fotos - profi halt! da hab ich ja hemmungen mit meinen handybildchen. scheint mir dann eben doch eher facebook niveau zu sein;-).
nimmst du deine nikon auch mit zum 66dd? ich würd' mich dann als träger das tele tragen (oder das stativ?)
guets training für die iron 226!!
beat

denali2002 hat gesagt: RE:Graubünden Marathon...phuuhh!
Gesendet am 14. Juni 2009 um 12:12
...ich würde für Chur den Camelback empfehlen. Spätestens ab Lenzerheide, wo es dann definitiv bergauf geht ;-). Bei meiner ersten Teilnahme hat mir meine Frau den Camelback auf der Lenzerheide gegeben. Bei der zweiten Teilnahme trug ich ihn bereits am Start in Chur.
Beim 66dd nehme ich dann wohl eher eine kleine kompakte mit oder auch ein Fotohandy (wie letztes Jahr).
Alles gute!
Roli

barosarot hat gesagt:
Gesendet am 28. Juli 2011 um 13:09
Hallo
ein toller Bericht und traumhafte Fotos :)
Danke

denali2002 hat gesagt: RE:
Gesendet am 4. August 2011 um 16:05
Vielen Dank!
War auch eine geniale Tour. Einsam, lang und einfach schöööön!


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