Piz Beverin & Tuf vom Glaspass, Abbruch Bruschghorn Diretissima


Publiziert von MatthiasG , 1. September 2017 um 15:23.

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Domleschg
Tour Datum:27 August 2017
Wandern Schwierigkeit: T5+ - anspruchsvolles Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: I (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR 
Zeitbedarf: 11:00
Aufstieg: 2000 m
Abstieg: 2000 m
Strecke:gesamt 22km
Zufahrt zum Ausgangspunkt:mit dem Auto zum Glaspass

Vom Glaspass auf deutlich gekennzeichnetem Weg (T4+) zum Piz Beverin. Gleich zu Beginn mal kurz steil und ein wenig ausgesetzt, dann oft auf Grashängen und guten Wegen querend, vereinzelt hervorragend verankerte Stahlketten. Im oberen Teil dann durch brüchige Felsen, ebenfalls gut versichert, teils schuttig - ich empfehle hier einen Helm zu tragen. Ganz oben, nach der Lücke bei 2826m braucht man noch ein zwei mal die Hände (Seile vorhanden), dann wird es immer sanfter. (ein paar weitere Details zur Route bei den Bildern).

Auf dem Piz Beverin kommt mit mir eine nette Geburtstagsgesellschaft an. Es wird mit Blueberry Muffins und sogar mit einer Kerze gefeiert und gesungen. Danke für das hervorragende Muffin!!! Und nachträglich auch nochmal alles Gute!

Aus reiner Neugier steige ich noch zum Nebengipfel (deutlich mit Steinmännern gekennzeichnet, 46°39′13.018″N 9°21′28.790″E, leider nicht auf hikr eingetragen und ich wage es auch nicht, weil ich nicht weiß ob das Ding einen Namen hat). Ungefähr T5+, brüchig, eine Stelle I, dort aber recht stabiler Fels (siehe Bilder). Der Rucksack bleibt wie schon vorher ein paar mal liegen, daher nicht komplett auf dem GPS Track. Dort gibt es tolle Tiefblicke, auch auf die Aufstiegsroute.

Im Anschluss folge ich der mündlichen Beschreibung eines Einheimischen (vielen Dank!!!) über eine mit Steinmann gekennzeichnete Erhebung (46°38′56.180″N 9°21′09.333″E, 2866m, Aufstieg T5, I) auf dem erweiterten Südgrat des Piz Beverin, um mir einen Abstieg zur Alp Nursin oder gar noch weiter hinab zu ersparen. Etwas nervös, weil ich die andere Seite nicht einsehen kann, und der Bergkamerad gemeint hat, man müsse ein wenig klettern, folge ich dem Grat nach Süden, bis kurz vor P.2790.

Östlich führen abwechselnd Runsen und Steilgras nach unten. Ich erkunde aus Neugier eine einladend wirkende Rinne, aber sie führt zu einem steilen Abbruch, und es sieht nicht so aus, als ob es auf dieser Seite ohne Seil hinunter geht. Also wieder hinauf zum Grat, und in das Geröll auf der Westseite, wie es mir beschrieben wurde.

Da ich nicht weiß, wo es genau runter geht, und ob ich vielleicht wieder umkehren muss, versuche ich so wenig wie möglich an Höhe zu verlieren, bis ich in eine brüchige Rinne (T6-, stellenweise bis II, siehe Fotos) gelange. Die Rinne ist recht heikel, da hier auch größere Brocken bei Berührung wegrutschen. Ich will keine Gerölllawine auslösen, also halte ich mich meistens am Rand der Rinne, und folge dieser bis ans Ende. Dann kann ich den Übergang in flaches Gelände knapp hundert Meter nördlich von mir erkennen. Der Zacken in meiner Route ist gut zu erkennen. Wahrscheinlich könnte man sich die brüchige Rinne komplett sparen, und direkt durch das Geröll absteigen, was vermutlich T5 wäre.

Dann weiter in Richtung P.2607 zuerst über etwas Schutt, später ein sanftes Grasband, bis man auf den Weg stößt (angenehmes Gehgelände). Nach ca. 50hm auf dem Weg über Wegspuren zur Lai La Scotga (Schottensee), und dann dem Grat entlang unschwierig bis zum Piz Tuf. E
inzelne Stellen T5-, I, aber meistens Gehgelände, und man könnte eigentlich fast immer ins Gehgelände ausweichen. Ein leichterer Weg auf den Piz Tuf ist hier beschrieben.

Leider geht es vom Piz Tuf ohne Seil nicht mehr auf den Bruschghorngrat hinab, wie ich schon nach kurzer Suche feststelle. Der Fels fällt senkrecht ab, und ist extrem brüchig. Auch Richtung Süden kommt für längere Zeit kein brauchbarer Übergang. Vielleicht könnte man ein Stück weit nach Norden ausweichen, aber da sehe ich nicht weit genug hinüber. Also beschließe ich, mir das Bruschghorn für später aufzusparen, da es auch wegen der vielen Fotopausen schon langsam spät wird. Über dem Ringelspitz regnet es schon.

Auf dem Rückweg quere ich etwas tiefer. Es ist etwas einfacher (max. T4+) und geht daher schneller. Der Abstieg ist lang und weit, aber auf durchgehend gutem Weg (T2, nur etwas matschig manchmal).

Insgesamt eine der schönsten Wanderungen seit langem, mit haufenweise Edelweiß, Steinwild, Murmeltieren und Bergkristall - ich sag nicht wo, weil es sollen andere auch noch entdecken dürfen. Das einsammeln von Kristallen ("Strahlen") ohne Patent ist hier übrigens verboten, wie fast überall in der Schweiz.


Tourengänger: MatthiasG


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