Schnippenkopf (1833 m) via Grat vom Sonnenkopf per Schneeschuh


Publiziert von ju_wi , 7. Februar 2009 um 13:18.

Region: Welt » Deutschland » Alpen » Allgäuer Alpen
Tour Datum: 1 Februar 2009
Schneeshuhtouren Schwierigkeit: WT3 - Anspruchsvolle Schneeschuhwanderung
Wegpunkte:
Geo-Tags: D 
Zeitbedarf: 5:00
Aufstieg: 900 m
Abstieg: 900 m
Strecke:8,7 km
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Auto von Hinterstein über Hinang zur Sonenklause - dort Parkmöglichkeit
Kartennummer:BayLV Allgäuer Alpen

"Sonnenköpfe" nennt man den gesamten Kamm zwischen Illertal und Retterschwang - nördlich vom Entschenkopf, der im Imberger Horn zum Ostrachtal nach Hindelang abfällt. Der Schnippenkopf (1833 m ) ist der Hauptgipfel der Gruppe, den man in einer schönen 3-gipfeligen Sonnenköpfe-Schneeschuhtour von N überschreiten kann. Neben dem Schnippenkopf überschreitet man dabei den Sonnenkopf (1712 m) und den schmalen Heidelbeerkopf (1767 m).

Die Tour ist als Schneeschuh- und Skitour recht beliebt, da von W vom Illertal angegangen recht lawinensicher. Dennoch ist das Stück am Grat zwischen Sonnenkopf und Schnippenkopf aufgrund der steilen Hänge - gerade für Schneeschuhe - nicht ganz einfach.

Es ist der Sonntag unseres Hinterstein-Wochenendes. Wir haben am Vortag eine herrliche Schneeschuhtour zum Brentenjoch absolviert (die erste Tour mit den neuen MSR Lightning Ascent, die wir uns gegönnt haben). Heute soll es wegen der Rückfahrt nicht ganz so hoch hinaus - und auch der Himmel ist nicht so stahlblau wie am Vortag. Aber bei deutlichen Minustemperaturen und LLB Stufe 1 bestens geeignet für eine weitere lawinensichere Tour.

Wir starten an der Sonnenklause auf 1040 m. Von dort folgen wir zunächst noch ein paar Meter dem verschneiten Fahrweg, biegen aber bald rechts ab in einen Fußweg. In der Folge müssen wir ein wenig auf die Wegführung achten. In einer Kurve geht es erneut links ab und im Bogen zu einem Querweg. Hier ist an der Kreuzung kein Wegweiser. Wir bleiben daher rechts auf dem breiteren Weg, der uns im Bogen über einen gespurten Hang zum Waldrand bringt. Geradeaus hinauf weist uns ein Wegweiser den Weg. Ein paar Schritte später jedoch rätseln wir schon wieder - im Sommer ist das sicher einfacher zu finden...

Nach Blick auf die Karte wenden wir uns etwas recht - d.h. folgen nicht dem Bachtal geradeaus - und gelangen an einen stark befahrenen steilen Hang. Offenbar ist dies auch ein stillgelegter Skihang, den wir nun sicher 300 Hm sehr steil und mühsam mit den Schneeschuhen hinaufkraxeln. Dies ist kein sehr angenehmes Stück - nicht technisch schwierig - aber sehr schweißtreibend und langweilig.

Am Ende der offenen Hangfläche verjüngt diese sich in der rechten hinteren Ecke und wir queren links in eine breite Waldschneise. Von hier ab wird die Tour nun sehr schön. Wir genießen auf ca. 1500 m schon den Talblick und steigen die hier angenehm steile Schneise hinauf. Vorbei an einer kleinen Hütte erreichen wir bald den Grat. Wir bleiben - mit den Spuren - etwas unterhalb des Grates und biegen rechts ab auf den Sonnenkopf zu. Nach einem kurzen Querstück gelangen wir auf den Grat und haben den ersten wunderschönen Blick in das tief verschneite Retterschwang und die dahinterliegende Daumengruppe. Eine letzte harmlose Steilstufe und wir stehen am Gipfelkreuz des Sonnenkopf (1712 m).

Neben den Panoramablicken erschliesst sich von hier auch der Weiterweg über Heidelbeerkopf zum Schnippenkopf. Es folgt nun das anspruchsvollste Stück (WT3) dieser Tour. Zunächst geht es einfach hinab in den ersten Sattel und dann wieder knapp 100 Hm zuletzt sehr steil durch etwas Buschwerk hinauf auf den Heidelbeerkopf (1767 m). Kein Kreuz schmückt den schmalen - lt Literatur im Sommer dicht Heidelbeer-bestandenen Gipfel. Spektakulär öffnet sich der Blick zum Schnippenkopf von hier. Der N-Grat hinauf sieht sehr steil und scharf aus.

Wieder geht es zunächst ein gutes Stück recht steil hinab in den 2. Sattel. Nun folgt - mangels guter Spur - ein sehr anstrengendes Stück im weichen, pulvrigen Waldhang, auf dem wir trotz der Schneeschuhe ständig einbrechen und wegrutschen. Wo die Bäume aufhören stehen wir vor dem steilen N-Hang des Schnippenkopfs. Es ist nun nicht mehr weit, aber wieder etwas härter und eben sehr, sehr steil. Wahrscheinlich hätten wir besser die Schneeschuhe abgeschnallt für dieses Stück. Aber wir schaffen es auch so, das kurze Stück vorsichtig hinaufzukraxeln. Man muss ja auch Erfahrungen sammeln mit dem neuen Gerät - und bedrohlich war es dann auch nicht.

Vom Gipfel des Schnippenkopf (1833 m) genießen wir den Talblick auf Oberstdorf, Rubihorn und Entschenkopf. Inzwischen ist vom Bregenzer Wald eine Wolkenfront aufgezogen und es schneit sogar ein paar Flöckchen.

Zum Abstieg überschreiten wir den Schnippenkopf nach S und steigen mäßig steil bis zur Falken-Alpe ab. Obwohl die meisten Spuren weiter hinab führen, wenden wir uns hier direkt nach rechts und folgen der Führung des Sommerwegs Richtung Entschenalp. Wieder ist die Orientierung hier etwas schwierig. Zunächst bleiben wir auf der Höhe und queren in einem Bogen nach N zurück. Durch einen Wladhang gelangen wir in eine Lücke im Seitengrat, von dem es nun im Steilhang in Serpentinen tief hinabgeht. Durch tiefen Schnee kommen wir zu einer breiten Almstufe und in ihr zur Entschenalpe (1380 m). Rechts haltend - vorbei am Abzweig zum Eybachtobel - geht es von hier nun recht flach hinab durch Wald und Wiesen zurück zur Sonnenklause, in der wir einen Abschiedstrunk nehmen.

Leider müssen wir schon wieder heimfahren.

Tourengänger: ju_wi

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Geodaten
 378.gpx Sonnenköpfe - Schnippenkopf

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