Schneeschuhtour auf das Brentenjoch (2000 m)


Publiziert von ju_wi , 6. Februar 2009 um 22:14.

Region: Welt » Österreich » Nördliche Ostalpen » Allgäuer Alpen
Tour Datum:31 Januar 2009
Schneeshuhtouren Schwierigkeit: WT3 - Anspruchsvolle Schneeschuhwanderung
Wegpunkte:
Geo-Tags: A 
Zeitbedarf: 6:00
Aufstieg: 900 m
Abstieg: 900 m
Strecke:10,3 km
Kartennummer:BayLV Allgäuer Alpen

An einem Traumtag sind wir das erste Mal alleine mit Schneeschuhen unterwegs zum Brentenjoch (2000 m), einem Nachbarberg des Aggenstein. Schon im Sommer ist die Tour auf das breite Brentenjoch, das nach N in steilen Felswänden und nach S in Grashängen abfällt, eher still. Mit Schneeschuhen waren wir an diesem Tag - bzw. was die Spur angeht - auf jeden Fall die ersten Begeher.

Als Samstagstour eines 2-tägigen Wochenend-Besuches in Hinterstein besteigen wir heute bei bestem Wetter das Brentenjoch. Morgens ist es mit -8°C recht kalt und daher - bei Sonne oberhalb 1500 m und darunter Nebelmeer - fast optimal auch hinsichtlich Lawinensituation.

Vom Parkplatz mit Münzeinwurf  am Ortsausgang von Grän  (1140 m) steigen wir den Fahrweg zu den Häusern der Lumbergsiedlung an und biegen, wo dieser eine Kurve macht, links ab auf einen Feldweg. Wir haben die Schneeschuhe noch am Rucksack, der Schnee ist hart, und so steigen wir bald rechts am ersten Wegweiser in den Weg Richtung Aggenstein ein, der ebenfalls mit Trittspuren in dem harten Schnee sich gut mit Bergschuhen gehen lässt.

Nach steiniger Passage biegen wir beim Kreuzen eines breiteren Fahrweges mit Wegweiser rechts ab Richtung Vilser Jöchl. Nun folgt - noch im Nebel - ein recht steiler Anstieg durch Wald im Hang oberhalb eines Bachtales mit vielen Hügeln. Nach einer halben Stunde queren wir den Bach und steigen danach einen verschneiten Grashang hinauf und queren in eine Hochalm mit den Hüttchen der Seebenalp (ca. 1600 m).

Hier kommen wir nun endgültig aus dem Nebel ins Sonnenlicht. Wir befinden uns unterhalb der steilen N-Felsschulter des Seichenkopfs. Längst haben wir die Schneeschuhe angezogen und stapfen zu den Hütten. Während eine breite Spur nach S Richtung Füssener Jöchl führt, ist der steile Anstieg zum Vilser Jöchl tatsächlich nur durch eine einsame Skispur zu erkennen. Entsprechend mühsam steigen wir mit den Schneeschuhen - immer wieder einbrechend oder hinunterrutschend - den steilen Hang durch Latschen in Serpentinen zum Vilser Jöchl (1718 m) hinauf.

Am Vilser Jöchl öffnet sich ein traumhafter Bilck über das Nebelmeer zu den Ammergauern und dem Alpenvorland. Nun queren wir etwas heikel - zumindest für uns als Schneeschuanfänger - einen sehr steilen Hang und stapfen danach einfach auf einer Schulter zu dem steilen Gipfelaufbau des Brentenjochs zu. Wir befinden uns auf ca. 1750 Hm. Nun folgen noch 250 Hm in der Steilflanke hinauf zum Gipfel.

Immer die wenigen Skispuren nutzend, die vom Brentenjoch hinabziehen, steigen wir in vielen Serpentinen steil und mühsam eine steile Schulter hinauf und erreichen nach 100 Hm einen abgeblasenen S-Grat, der sich zum Kreuz hinaufzieht. Da hier die Schrofen aus dem Schnee kommen, ziehen wir die Schneeschuhe aus und steigen mit den Bergschuhen über Gras, Schrofen und Eis sehr steil zum Gipfelkreuz des Brentenjoch (2000 m) hinauf. Der Gipfelblick entschädigt an diesem Tag für alle Mühen.

Nach einer Rast beschließen wir den W-Grat zu versuchen und als Rundtour in den Aggenstein-Sattel abzusteigen. Da am Grat alles hart überfroren ist, legen wir die Steigeisen an und steigen über Grat und eine Steilstufe ein gutes Stück hinab. Bei Erreichen des Latschenhanges brechen wir jedoch zunehmend ein und wechseln daher wieder auf die Schneeschuhe. Im folgenden Stück sind wir in absolut einsamen, unberührten Gefilden. Wir halten uns zur Orientierung zunächst sehr nah am Grat - wie wohl auch die Gemsen, was man an den Spuren sieht, An einem Grateinschnitt können wir auch eine große Gemse direkt vor uns beobachten. Weiter unten wird es am Grat jedoch zunehmend steil und abschüssig, so dass wir in mühsamem Abstieg die Gratnähe etwas verlassen und durch sehr steile Laschenhänge seitlich absteigen. Da das Gelände zunehmend steiler wird, machen wir uns schon etwas Sorgen um die Orientierung. Bald sehen wir aber zum Glück unter uns eine Skispur am Tannheimer Höhenweg. Wir steigen dorthin ab und wenden uns nach rechts Richtung Aggenstein.

Am Sattel des Aggenstein - vorher geht es wieder etwas bergan - machen wir noch eine Rast und steigen dann zunächst mit - später ohne - Schneesschuhe den viel begangenen Aggenstein-Weg nach Grän hinab.

Was für ein herrlicher Tag - und für unsere erste Schneeschuhtour, die wir alleine unternommen haben, durchaus anspruchsvoll.

Tourengänger: ju_wi

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Geodaten
 377.gpx Brentenjoch über Vilser Jöchl

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