Tannhorn: via NE- und SE-Grat; nun alle vier beschritten ...


Publiziert von Felix Pro , 25. Juli 2016 um 21:48. Text und Fotos von den Tourengängern

Region: Welt » Schweiz » Bern » Oberhasli
Tour Datum:19 Juli 2016
Wandern Schwierigkeit: T5 - anspruchsvolles Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: Brienzergrat   CH-BE   CH-LU 
Aufstieg: 950 m
Abstieg: 950 m
Strecke:Planalp - Einewang - P. 1573 - Rotschalp Läger - P. 1800 - Wannepass - Balmi - P. 2094 - Tannhorn - SE-Grat - Alpenrosenhubel - Rotschalp Läger - P. 1573 - Einewang - Planalp
Zufahrt zum Ausgangspunkt:PW via Konolfingen, Autobahn Kiesen - Faulensee, Autostrasse Leissigen West - Brienz, BRB bis Plananlp
Kartennummer:1209

Endlich - kann ich den Gang über den „berüchtigten“ NE-Grat zum Tannhorn bewältigen, habe ich vor gut zwei Jahren doch bereits den Anstieg über den NW-Grat und Abstieg zur Ällgäuwlicka erleben dürfen …

 

Schönstes Sommerwetter herrscht, wie wir mit der ersten Bahn (sonntags bei gutem Wetter im Sommer eine Stunde früher möglich) hochfahren nach Planalp; und hier starten auf die längere „Aufwärmrunde“ nach Einewäng.

 

Während wir bis zu P. 1573 doch einige Schatten spendende Abschnitte begehen können, werden wir uns nun während des Grossteils unserer Route unter wolkenlosem Himmel bewegen … Auf ~ 1614 m wenden wir uns vom Fahrsträsschen ab und folgen dem, auf der LK eingezeichneten wrw Weg - welcher erst kaum ersichtlich (und auch nicht ausgeschildert) ist; steiler erreichen wir so Rotschalp Läger;

 

wbw ist nun die Fortsetzung unseres Aufstieges ausgeschildert - wenig davon ist auszumachen: wenn auch die Schwierigkeiten gering sind, ist jedoch die Wegfindung nach dem Anstieg zu P.1800 eine etwas mühsame. Noch einfach gestaltet sich der Weg, zuletzt über eine betonierte „Kuhtreppe“, zu unserem Rastplatz mit bereits sehr gefälliger Aussicht auf ~ 1836 m. Danach jedoch muss im meist kniehohen Kraut die Route meist selbst gewählt werden - nur seltene Markierungen und Wegspuren leiten uns stets steiler, gelegentlich ausgetrockneten Bachrunsen entlang, höher. Unser Zwischenziel, der Wannepass, ist jedoch richtungweisend - und der Wegweiser dort oben bereits von Weitem sichtbar.

 

Oben angelangt, ergibt sich ein herrlicher Blick - einerseits hinunter zum Brienzersee und zu EMJ und grossen weiteren BO-Gipfeln, anderseits hinüber zu Hohgant und Schratteflue. Doch wir verweilen nicht sehr lange - haben wir beide Aussichten nun doch länger vor Augen, und verlangt bald auch der Grataufstieg zum Balmi erhöhte Konzentration …

Denn: der auf der Nordseite verlaufende Anstieg ist einmal sehr feucht, und zudem von bereits hier teilweise beträchtlich steilen Flanken geprägt, in welchem ein Ausrutscher tragische Folgen hätte. Immerhin ist das Gelände, sobald wir wechseln auf die sonnenbeschienen Südseite, recht abgetrocknet - und der Gratrücken deutlich flacher. Über Blumenwiesen steigen wir so unproblematisch hoch zum höchsten Punkt - wo wir einen guten Einblick in die nachfolgende Grattraverse und zum langen, sehr schmalen und exponierten Grataufschwung zum heutigen Ziel gewinnen.

 

Der nachfolgende, erst nur sanft abwärts führende, Gratweg zu P. 2094 ist soweit unschwierig; hingegen ist die Schlüsselstelle (von einer Gratüberschreitung sehe ich sofort ab …) wenig später doch von anderem Charakter: zwar relativ guttrittig, doch sehr abschüssig - und mit einem leichten Seil ausgestattet, sind die „unheimlich“ schmalen und steilen Gratzacken auf der Südseite, von luftigem Charakter - und ebenso geht’s auch anschliessend, ohne Felskontakt, weiter. Sehr schmal ist stellenweise das Gratspürchen - mal zu beiden Seiten ausgesetzt, dann, glücklicherweise zur einen oder anderen Seite wieder mit „mehr Gelände“ darunter. Ich bin auf jeden Fall dankbar, wie ich endlich die Gipfelkuppe des Tannhorns betreten kann - einfach fantastisch ist hier oben die Sicht (bei diesen Wetterverhältnissen) zum Brienzersee hinunter, zu Hohgant und Schratteflue, und ganz besonders zu EMJ und Nachbarn!

 

Nach langem Schauen und Bewundern - und der Mittagsrast - steigen wir über den vergleichsweise harmlosen SE-Grat über oft gut gestuftes Grasgelände ab; erst direkt dem Gratrücken entlang, später leicht gegen Osten haltend. Wie das Gelände abflacht, streben wir unproblematisch (weglos) über eine Alpweidensenke der unscheinbaren Erhebung des Alpenrosenhubels zu.

Noch einmal geniessen wir von dieser niedrigeren Warte aus den Blick über den zu unseren Füssen liegenden, herrlich blau schimmernden, Brienzersee, bevor wir am obersten Einschnitt des in den Ofenbielengraben hinunter fliessenden Baches weiter, etwas steiler und ruppiger, absteigen.

 

Bald gewinnen wir den BWW, welcher uns rasch einmal nach Rotschalp Läger zurückleitet; ab dieser Alp folgen wir - bei nach wie vor hervorragenden Wetterverhältnissen - unserem Aufstiegsweg: via Einewäng streben wir wieder Planalp zu, wo wir gerade noch die (wiederum) sehr gut besetzte Zugskomposition besteigen können, welche uns (nun mit deutlichem Dieselgeschmack) hinunterfährt nach Brienz - am Seeufer lassen wir den Bergtag bei kühlen Getränken ausklingen.

 

ñ 1h 5 min bis „Kuhtreppe“ ~1836 m

 

ñ 5/8 h bis Balmi

 

òñ ¾ h bis Tannhorn

 

ò 1 1/5 h bis Planalp 


Tourengänger: Ursula, Felix


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