Kamor - trotz Sturmböen und wenig Schnee?


Publiziert von CampoTencia Pro , 23. Februar 2016 um 21:17. Text und Fotos von den Tourengängern

Region: Welt » Schweiz » Appenzell
Tour Datum:22 Februar 2016
Schneeshuhtouren Schwierigkeit: WT2 - Schneeschuhwanderung
Wegpunkte:
Geo-Tags: Alpstein   CH-AI   CH-SG 
Zeitbedarf: 5:15
Aufstieg: 960 m
Abstieg: 960 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:cff logo Brülisau, Kastenbahn
Kartennummer:1115 Säntis

Für die Tour spricht die gute Wetterprognose und unser Drang in die Höhe, dagegen die geringe Schneemenge und die Warnung vor kräftigen Sturmböen. Wir entscheiden uns, es zu wagen und zu den wenigen Touren in dieser Wintersaison hoffentlich eine weitere hinzufügen zu können.
 
Starker Westwind empfängt uns, als wir in Brülisau bei der Kastenbahn aus dem Postauto steigen. Und Schnee ist erst in grosser Höhe noch vorhanden. Die Schneeschuhe bleiben notgedrungen aufgeschnallt. Auf dem ausgeschilderten Schneeschuhtrail steigen wir über Bernbrugg quer über die Wiesen hoch. Bei Bachers müssen wir auf die Strasse einbiegen, die uns zum Resspass hochbringt. Dort rechts in die Büsche, steil auf Schneeresten hoch auf eine Anhöhe, P.1356. Zwei Bänke würden zu einer Pause einladen. Die Aussicht zu den Alpsteingrössen würden wir gerne länger geniessen. Dazu ist es aber viel zu unangenehm, die Böen treiben uns gleich weiter. Leicht absteigend geht es durch einen Wald und über eine zur Zeit sehr nasse Wiese zum Zapfen hinunter.
 
Der starke Wind bläst uns nun voll von vorne ins Gesicht, als wir gegen Unter Kamor aufsteigen. Der Westwind wird offenbar am Hang abgelenkt und freut sich sicher, uns noch weiter abzubremsen. Schneeresten und aufgeweichte Erde machen das Gehen mühsam, sodass wir froh sind, auf etwa 1380m die Schneeschuhe anzuziehen. Bald stehen wir auf der Strasse, die zum Stofel und zur Militärstation hochführt. Von oben kommt uns nach einiger Zeit ein Pistenbully entgegen, der den Zugang zu den Militärbauten frei hält. Dem Fahrer gefällt seine Arbeit offenbar, sehr freundlich winkt er uns vorbei.
 
Bei Stofel verlassen wir die Strasse und queren in strahlendem Sonnenschein über den Hang zum Grat, der sich zum Gipfel hochzieht. Das Ziel kommt immer näher und wir freuen uns darauf, die Aussicht zu geniessen. Die letzten Meter stellen immer eine Herausforderung dar: mit Schneeschuhen oder diese vorher abschnallen? Zwei mit, eine ohne. Ohne wäre die bessere Wahl gewesen.
 
Erstaunlicherweise ist es auf dem Grat und hier auf dem Gipfel fast windstill. Die Sturmböen scheinen Höhenangst zu haben. Nicht so die Dohlen, die sich in Scharen einfinden und sich unsere Brotkrümel und Energiestengel streitig machen. Der Blick in die Runde ist einfach einmalig, alle sind sie aufgereiht: Hoher Kasten, Stauberen, Mutschen, Roslenfirst, Altmann, Marwees, Alp Sigel, Säntis, Öhrli, Altenalp Türm. Der rote Pistenbully von vorhin ist bei der Militärstation unter dem Kamor-Gipfel abgestellt, eine Schneefräse schleudert Schnee in die Luft. Sonst stille Einsamkeit hier oben.
 
Der Schnee ist unter der Sonneneinstrahlung schwer und nass geworden, der Abstieg ist fast mühsamer als der Aufstieg. In Unter Kamor bei P.1378 schwenken wir nach Westen ab, queren den Hang und gelangen in ein Waldstück. Dort hat es auf der Route keinen Schnee mehr, wir ziehen die Schneeschuhe ab und schnallen sie auf. Gemütlich geht es sanft hinunter, durch einzelne Schneeflächen oder auf aufgeweichten Wegen. Bei einem Hof in Rossberg sprudelt Wasser in einen Brunnen. Wie herrlich mundet es! Unter dem wuchtigen Kamor vorbei wandern wir auf dem markierten Weg talwärts und erreichen bald unseren Ausgangsort. Wie schön, dass die Krone offen hat und wir uns bei einem herrlichen Bier über die schöne Tour auslassen können. Der Entscheid war einfach richtig!

Tourengänger: CampoTencia, Krokus


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