Magerrain, Spitzmeilen und einige mehr


Publiziert von Skog , 1. November 2015 um 19:31.

Region: Welt » Schweiz » St.Gallen
Tour Datum:10 August 2015
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: I (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-SG   Spitzmeilengruppe   CH-GL 
Zeitbedarf: 8:30
Aufstieg: 3250 m
Abstieg: 1650 m
Strecke:34 km
Zufahrt zum Ausgangspunkt:cff logo Mols
Zufahrt zum Ankunftspunkt:cff logo Maschgenkamm

Heute will ich mal wieder in die herrlich farbige und tektonisch spannende Flumsi. Das letztes Mal wählte ich den Kuhweid-lastigen (und damals sehr schlammigen) Weg ab Weisstannen, heute starte ich in Mols am Walensee. In Mols folge ich nach der Strassenunterführung dem Wegweiser Richtung Tannenbodenalp. Der Weg folgt anfangs auf der Teer-, später meist auf der Waldstrasse  und schlängelt sich stetig angenehm steigend durch den Wald. Ab der Tannenbodenalp führt der Weg über eine eindrückliche Hochmoorebene, die durch einen kurzen steilen Anstieg bei Madils unterbrochen wird. Bei der Seilbahnstation Prodalp verpasse ich den direkten Weg zum Prodkamm (dieser verläuft direkt unter der Bahn) und mache einen Abstecher über die Prodalp. Von dort kehre ich querfeldein auf den breiten, steinigen Wanderweg zurück und erreiche so die Bergstation Prodkamm. Von dort führen deutliche Wegspuren auf den nahen Gipfel. Über die Wiese hinunter gehe ich zurück zum Wanderweg und folge diesem zum Maschgenkamm. (Hier führen vom Wanderweg aus links wieder Wegspuren auf den Gipfel). Bis zur Bergstation Maschgenkamm kann ich schon erste tektonische Besonderheiten der Region bestaunen - Infotafeln am Weg (die ich heute nicht weiter beachte) geben zudem Auskünfte über die Tektonik Area Sardona (UNESCO Welterbe).

Nach der Bergstation halte ich mich an den markierten Gratweg, welcher auf den Wegweisern als "7,14" oder eben "7-Gipfel- und 14 Seeblick-Tour" bezeichnet ist. Der Weg über Ziger, Leist, Rainissalts, Gulmen und Erdisgulmen ist schön und bietet eine schöne Aussicht (sofern sie nicht wie heute durch den Nebel verhindert wird).
Ab Erdisgulmen verlässt man den Wanderweg südlich auf deutlich erkennbare Spuren und erreicht so das Türli - bei diesem gelangt man durch eine schmale Felslücke auf die westliche Seite des Grates. Dort weisen mir Wegspuren und vereinzelte Steinmännlein den weiteren Weg. Dieser führt etwas unterhalb des Grates durch Geröll und geht dann über die Grasflanke auf den Gipfel des Magerrains.
Abwärts halte ich mich mehr oder weniger an das südliche Felsband welches bis P. 2235 in einen Grashang übergeht. Diesen Grashang gehe ich südlich hinunter und verfehle den "idealen Weg" - den Wanderweg vor Mülibach Oberstafel erreiche ich aber auch so. Über Tänzer gehe ich weiter auf den Wissmilenpass, wo ich rechts abbiegend über den Wissmilen den Einstieg zum Spitzmeilen erreiche.
Das Farbenspiel hier oben ist grossartig - weisses, schwarzes, violettes, grünes und oranges Gestein, teilweise klar abgetrennt, teilweise ineinander verlaufend, machen diese Gegend zu einer wunderbaren Farbpalette.
Der Einstieg zum Gipfel des Spitzmeilen ist gut sichtbar: man folgt einfach dem Wanderweg und sieht  ca. in der Mitte  der Südwestflanke ein mit Ketten versehenes Couloir. Durch dieses gelangt man mit etwas Armeinsatz und geschickter Fussplatzierung bald auf den engen Gipfel des Spitzmeilen und zu dessen speziellem Gipfelkreuz. Für heute ist das mein letzter Gipfel. Ich "angle" mich wieder zum Wanderweg hinunter und folge diesem zur Spitzmeilenhütte. Jetzt ist Lauftempo angesagt: Einerseits freue ich mich auf  ein feines Stück Kuchen mit Kaffee, andererseits befürchte ich, dass die Zeit knapp werden könnte - eigentlich will ich mir mit der Maschgenkammbahn den Abstieg ersparen.
Um 16 Uhr stehe ich also in der Hütte und fühle mich 5 Sekunden nach der Ankunft schon wie zu Hause - was für ein Empfang! (und nein: ich bin dort alles andere als ein Stammgast). Nach kurzem Berichten mit der Hüttenwartin stelle ich die Kuchen-Frage: "Wie lange brauche ich bis zur Maschgenkammbahn?" - Die zuerst angegeben 2 Stunden lassen mich den Plan mit der letzten Bahn (um 5 Uhr) gleich vergessen und ich will's mir schon bequem machen, als der Nachtrag kommt, dass ich es evt. trotzdem schaffen könnte. Die Hüttenwartin erklärt mir den schnellsten Weg und ich mache mich mit einer Apfelschorle und einem Stück eingepackten Kuchen im Rucksack (so viel Zeit musste dann doch sein) auf den Weg. Meine Aufmerksamkeitsspanne war leider nicht mehr so das wahre ... bereits bei der zweiten Weggabelung habe ich ein Durcheinander und nehme natürlich den falschen Weg (ein wohl angeborenes Talent), ich renne hinunter nach Fursch und von dort über Panüol wieder hinauf zur Bergstation, die ich 10 Minuten "zu früh" erreiche. Froh, dass es geklappt hat, geniesse ich im Gondeli das feine Stück Kuchen - beim nächsten Mal will ich definitiv etwas mehr Zeit mitbringen.  (Nebenbei: den direktesten Weg zu finden ist keine Zauberei - man folgt einfach dem Wanderweg über Calans).

Fazit: Lange Tour mit vielen Höhenmetern -  ganz nach meinem Geschmack!
Die Tour liesse sich auch gut variieren und abändern. (z.B. Auslassung von Magerrain und/oder Spitzmeilen). So oder so: ein Besuch in diesem spannenden Gebiet (und in der Spitzmeilenhütte) lohnt sich allemal.

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Zeitangaben der Wanderwegweiser (sofern vorhanden):
Mols - Tannenbodenalp: 2h45
Tannebodenalp - Prodkamm: 2h
Prodkamm - Maschgenkamm: 0h40
Maschgenkamm - Leist: 1h10
Leist - Hoch Camatsch: 1h15

Wissmienpass - Spitzmeilen (ohne Gipfel): 0h25
Spitzmeilen - Spitzmeilenhütte: 0h50
Spitzmeilenhütte - Maschgenkamm (direkt): 2h10
Spitzmeilenhütte - Fursch: 0h50
Fursch - Maschgenkamm: 1h15

Tourengänger: Skog


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