Plattigspitzen-Kogelseespitze Überschreitung


Publiziert von kneewoman , 15. Oktober 2015 um 00:07.

Region: Welt » Österreich » Nördliche Ostalpen » Lechtaler Alpen
Tour Datum:12 Oktober 2015
Wandern Schwierigkeit: T5+ - anspruchsvolles Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: III (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: A   Parzinn 
Zeitbedarf: 9:00
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Nach Reutte (Tirol) und von dort weiter ins Lechtal. Bei Elmen Richtung Hahntennjoch abbiegen, bei Pfafflar jedoch rechts haltend nach Boden. Im Ort nach links zum Parkplatz der Hanauer Hütte.
Unterkunftmöglichkeiten:Hanauer Hütte

Jahresabschlusstour im Parzinn
 
Nun sieht es wohl leider so aus, als wäre die Supersommersaison 2015 schließlich doch zu Ende. Umso schöner, dass ich es noch für eine ausgiebige Abschiedstour gereicht hat. Diesmal sogar mit einer Tourenpartnerin – also durfte es auch ein bisschen mehr sein J
 
Geplant war zunächst ein Treffen im Winterraum der Hanauer Hütte. Mit Fahrradunterstützung habe ich vom Parkplatz in Boden dorthin 1:15h gebraucht, aber – man! – ich bin der schlechteste Fahrradfahrer, der je am Berg gesehen wurde. Laufen kann ich ja halbwegs, aber das Rad habe ich mehr geschoben, als befahren und war trotzdem innerhalb von 5 Minuten klitschnass. So, Geständnis abgelegt.
 
Der Winterraum der Hanauer Hütte wird seinem Namen übrigens nicht wirklich gerecht. Komforthotel würde besser passen, es gibt sogar Strom. Dementsprechend gut besucht ist er…
 
Am nächsten Morgen sind wir dann kurz nach Beginn der Dämmerung aufgebrochen. Mit den Hinweisen der zwei Jungs aus Tübingen (Danke euch!), haben wir den Einstieg zum Ostgrat der Plattigspitzen schnell gefunden. Zunächst also bis zur Parzinn-Alm, dort rechts, weglos hinüber zum Einstieg in den Ostgrat (1h).
 
Der Ostgrat ist wundervoll zu klettern, toller Fels, das Topo von bergsteigen.com stimmt perfekt und die Orientierung ist unschwierig. Zum Seileinsatz: wir hatten ein 40m Einfachseil mit, das wir aber nur für die eine IIIer Stelle zu Beginn der 4. SL ausgepackt haben. Wir haben dann einfach bis zum Zwischenhaken gesichert. Wenn man nicht alles sichert spart man sich gegenüber den Angaben vom Topo etwa eine Stunde Zeit, was aber eher bedauerlich, denn erfreulich ist. (1:30h zum Ostgipfel)
 
Angesichts der frühen Stunde beschlossen wir nach der Gipfelrast die Überschreitung der Plattigspitzen anzugehen. Dafür zunächst zum Westgipfel, wobei wir wohl etwas zu weit nach Süden abgestiegen sind. Auf jeden Fall fand ich den Übergang nicht so genüsslich, wie sonst beschrieben. Aber vielleicht war ich auch nur von der Felsqualität des Ostgrats noch so verwöhnt. Beim Weiterweg vom Westgipfel Richtung Kogelseescharte hatte ich mich dann aber wieder eingegroovt in das weglose, teils abschüssig-schuttige IIer Gelände. Anfangs noch direkt auf dem Grat wird man im Verlauf immer wieder zumindest zum Ausweichen genötigt. Wahrscheinlich Geschmackssache, aber wir haben den Turm südseitig und den letzen Aufschwung wieder nordseitig umgangen, wobei man auf den Normalweg von Norden zur Kogelseescharte trifft. (3h, mit einigem Suchen)
 
Weil an der Kogelseescharte dann aber immer noch ein wenig Saft übrig war, gings noch über den Nordgrat auf die Kogelseespitze. Hier ist wieder alles ausgezeichnet markiert und im Vergleich zum Westgrat der Plattigspitzen fand ich es angenehm fest und griffig. (45min) Der Abstieg zur Hanauer Hütte erfolgte dann in Richtung Süden am Gufelsee vorbei und über die Parzinnseen zur Parzinn-Alm, wo  wir wieder auf den morgendlichen Anstiegsweg trafen (1h zur Hanauer Hütte). Das letzte Wegstück nach Boden ging dann ebenfalls recht zügig. Ich bin zwar auch kein guter Rad-Abfahrer, aber hier hat es doch gute Dienste geleistet.
 
Fazit: Schöne Tour für den Spätherbst – wir hatten vom Einstieg in den Ostgrat an Sonne. Der Westgrat kann tatsächlich recht spannend werden, man sollte sich auch im Abschüssigen Geröll halbwegs sicher fühlen und auch die echt fetten Felsköpfe prüfen, bevor man sich ihnen anvertraut. Allerdings erschienen uns einige Rinnen im Verlauf des Westgrats geeignet, um – eventuell mit Seilunterstützung – die Tour vorzeitig zu beenden, wenn man nicht mehr weiterkommt.
 
Achtung: Der GPS-Track geht von der Parzinn-Alm, wo wir den Weg verlassen haben bis zur Kogelseescharte, ab der alle möglichen Weiterwege wieder markiert sind. Er ist nicht bereinigt und beinhaltet all meine Verhauer. Gerade im bewegten Steilgelände ist aber sowieso eigenständige Orientierung gefordert.

Tourengänger: kneewoman


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