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Chamonix - Mont Blanc - Chamonix


Published by Merida , 18 April 2014, 18h05.

Region: World » France » Massif du Mont Blanc
Date of the hike:17 April 2014
Ski grading: AD
Waypoints:
Geo-Tags: F   I 
Time: 10:45
Height gain: 4000 m 13120 ft.
Height loss: 4000 m 13120 ft.

Vor ziemlich genau 3 Jahren, meiner ersten Skitourensaison, haben wir am Mont Blanc du Tacul unsere Besteigung des Mont Blanc abgebrochen. Seither hat sich dieser Berg in meinem Kopf festgesetzt. Besonders fasziniert hat mich der Bericht des Dynafitteams, die den Mont Blanc vom Tunnelportal in Chamonix (~1300m), bestiegen haben. War das zu schaffen? Wenn, dann nur mit einem erfahrenen, topfiten Partner. Und wer konnte das anderes sein, als mein Bergführer Rolf Zurbrügg, mit dem ich letztes Jahr bereits zwei unglaubliche Touren (Monte Rosa, Mischabel) machen dürfte. So hatten wir mal grob für April oder Mai abgemacht. Rolf setzte mir dann noch einen weiteren Floh ins Ohr, sprach er doch auf einmal von einem Start in Chamonix selber. Anfangs war ich etwas skeptisch, den Aufstieg nochmals um 300hm zu erhöhen. Andererseits wäre es so schon noch etwas vollkommener, den Mont Blanc direkt von Chamonix aus zu besteigen. Den ersten Termin hatten wir auf Mitte April gelegt und es schien eigentlich alles zu passen. Meine Form passte, an der Höhenakklimatisation hatte ich auch erst vor kurzem gearbeitet und das Wetter schien auch mitzuspielen. Einzig die vorausgesagten Temperaturen machten mir etwas sorgen. Ein besserer Zeitpunkt als jetzt, würde aber wohl so schnell nicht mehr kommen und so beschlossen wir zu attackieren.    

Di, 15.4.2014 - Die Anreise
Vom Treffpunkt in Sion, fuhren wir direkt nach Chamonix, von wo man auch gleich schon den begehrten Mont Blanc sieht. Schon bei der ersten Begutachtung, fielen die Windfahnen auf. Bei der weiteren Besichtigung -Rolf überliess nichts dem Zufall und wollte sich schon mal den Einstieg anschauen- trafen wir beim Tunnelportal Tourengänger, die von ihrem erfolglosen Gipfelversuch berichteten, wegen Böen um die 100km/h im Gipfelbereich. Nach diversen Abklärungen, auf den verschiedensten Kanälen, entschieden wir uns dann gegen Abend den Gipfelsturm um einen Tag zu verschieben. Wir würden wohl bis zum Cole du Dome, auf 4236m gelangen, aber ab da ist man dem Wind voll ausgesetzt. Und genau den hatte er für Morgen angesagt. Am Donnerstag hatte er dann wieder nachlassenden Wind, bei immer noch perfektem Wetter. Den freien Tag wollten wir zudem in eine optimiertere Vorbereitung stecken.

Mi, 16.4.2014 - Vorbereitungstag
So konnten wir nochmals reichlich schlafen und gemütlich frühstücken. Anschliessend wollten wir mit der Bahn hoch zur Plan de l'Aguille. Dort erfuhren wir, dass ein Grossteil der Bergbahnen wegen Sturmwinden geschlossen hatten. Bis zur Mittelsatation fuhr die Bahn aber noch. Hier ging es jetzt darum, einen möglichst direkten Weg anzuschauen, der uns nicht zum Umweg über Mittelstation führte. Mit Ski und Steigeisen, rekognoszierten wir das teilweise extrem steile Tobel. Auf einer Höhe von etwa 2500m errichteten wir zudem ein Materialdepot und fuhren anschliessend soweit wie möglich Richtung Tal. Dazwischen mussten wir die Ski aber nochmals aufschnallen, um eine - mit Skischuhen heikle - Traverse zu machen. Morgen früh werden wir diesen Abschnitt aber eh komplett mit Steigeisen machen. In der Folge konnten wir dann nochmals bis auf etwa 1700m abfahren, wo wir unser zweites Materialdepot errichteten. Bis hierher werden wir Morgen mit den Turnschuhen aufsteigen und jetzt den Wanderweg bis ins Tal begutachten, damit wir morgen keine Überraschungen erleben. Nun galt es noch, anhand dem Wetter und den anderen Tourengängern - die von Grands Mulets aus starteten - die optimale Startzeit zu bestimmen. Wollten wir doch etwa Zeitgleich auf dem Gipfel ankommen, um nicht zuviel Gegenverkehr zu haben.
Dann galt es ernst, Essen, Startkleider richten, Rucksack packen, Wecker auf 02:15 gestellt und ab in die Federn.

Do, 17.4.2014 - Gipfelsturm
Church of Chamonix (1037m) - Tunnelportal (1300m) - Depot 1 (1700m) - Depot 2 (2500m)

Um 02:15 schrillte der Wecker und wir waren beide sofort hellwach. Schnell noch ein paar Kalorien zugeführt gings zügig zum Startpunkt bei der Church of Chamonix, wo wir nach dem obligaten Startfoto um 02:50 bei knappen Minusgraden starten. Im Laufschritt ging's durch die Strassen von Chamonix und bald schon hatten wir genug warm;-). Beim Tunnelportal schwenkten wir dann in den immer steiler werdenden Wanderweg ein, auf dem wir zügig Richtung Depot 1 eilten. Die ersten 700Hm waren vollbracht. Hier wechselten wir zu den Steigeisen und schulterten unsere Skier. Auf der pickelharten und steilen Unterlage, war dies das eindeutig schnellste Fortbewegungsmittel. Zudem wartete auch noch die abschüssige Traverse im kombinierten Gelände, wo die Steigeisen ein psychischer Vorteil waren. Danach wieder in schön griffigem, trittfesten und steilen Schnee weiter bis zum Depot 2. Nach diesen 800Hm in den Steigeisen, wechselten wir bei 2500Hm auf die Skier. Harscheisen hatten wir zwar dabei, liessen wir aber im Rucksack. Was sich später auch als genau die richtige Entscheidung erwies.

Depot 2 (2500m) - La Jonction (2700m) - Petit Plateau (3460m) - Col du Dome (4236m) 
Ab dem Depot 2 gingen wir dann auch angeseilt weiter. Folgte doch gleich zu Beginn die Querung des Bossons-Gletschers, der in diesem Bereich sehr unruhig ist und einem immer wieder schöne Einblicke gewährt;-) Trotzdem schafften wir diese Passage komplett mit den Skiern. Im steilen Aufstieg zum Refuge Grands Mulets, ging dann die Sonne auf und zum ersten Mal hatte ich das Gefühl, es könnte aufgehen. Was mir noch nicht so klar war, ob Rolf über den Nordgrat, oder durch das Petit Plateau wollte. Dies wollte er vor Ort entscheiden und er entschied sich für das Petit Plateau. Die anderen Tourengänger, auf die wir bereits hier stiessen, stiegen über beide Varianten auf. Es lagen dann auch kaum Eisbrocken in dieser Passage herum und die einzige Stelle, wo anscheinend öfter was runterkommt, konnten wir gut umgehen. Die Normalspur ging allerdings genau da durch. Im sich wieder aufsteilenden Hang zum Col du Dome, erreichten uns dann endlich die ersten Sonnenstrahlen und wir waren inzwischen schon auf über 4000m. Am Col du Dome würde sich dann aber zeigen, was uns jetzt wirklich da oben erwartet. Ab diesem ist man nämlich für die gut 600 letzten Höhenmeter, praktisch permanent dem Wind ausgesetzt.

Col Du Dome (4236m) - Bivouac Vallot (4362m) - Les Bosses (4760m) - Mont Blanc (4810m)
Und so war es dann auch, der Col du Dome erwartete uns mit unangenehmen Böen so um die 60km/h. Ab hier querten wir bis unterhalb des Bivouac Vallot, in dessen windgeschützter Flanke wir unser Skidepot errichteten und uns mit Steigeisen und Pickel für den Schlussaufstieg über den Bossesgrat bereit machten. Jetzt musste es einfach klappen. Der Wind war zwar unangenehm, liess aber die Gipfelbesteigung zu. Ich fühlte mich immer noch gut und auch die Höhe machte mir keine Probleme. Trotzdem sind es ab hier immer noch 500Hm die fehlen. Weiterhin zügig steigen wir dem Gipfel entgegen. Mal in der Flanke und mal direkt auf dem Grat und immer wieder peitscht und der eisige Wind ins Gesicht. Trotzdem überholen wir in diesem Schlussaufstieg Seilschaft um Seilschaft und erreichen so schliesslich nach 7h 20min, als zweite Seilschaft, den Gipfel des 4810m hohen Mont Blanc, den höchsten Berg der Alpen. Der Traum ist wahr geworden und ausser einer etwas gar kalten Nase fühle ich mich immer noch gut. Dies ist auch von Nöten, den immerhin geht's jetzt wieder 4000Hm 'downstairs'.

Mont Blanc (4810m) - Church of Chamonix (1037m)
Ab dem Skidepot fahren wir auf dem Aufstiegsweg, über meistens harten und teilweise auch windgepressten Schnee, zurück zum Col Du Dome und weiter durchs Petit Plateau bis zum Beginn der Querung des Bossons-Gletscher bei La Jonction. Hier habe ich eigentlich mit einer weiteren Fusspassage gerechnet. Doch mit der Routine von Rolf und etwas Akrobatik schafften wir auch diese Passage (angeseilt) komplett per Ski. Wieder beim Depot 2, luden wir das deponierte Material auf und fuhren das steile immer noch harte Tobel bis zur Traverse hinunter. Ich habe hier nochmals die Steigeisen montiert, während Rolf keine Lust hatte diese nochmals hervorzukramen;-) Die letzte harte Steilabfahrt brachte uns schliesslich zurück zum Depot 1, wo unsere Turnschuhe auf uns warteten. Ab da gings mit Sack und Pack, vorbei am Tunnelportal, zurück zur Church of Chamonix wo wir vor 10h 50min gestartet waren. Unbeschreiblich dieser Moment...

Fazit:
Faszination Bergsport!

Tourengänger:
Rolf (Bergführer und Ex-Skitourenrennläufer) und Ich

Herzlichen Dank Rolf für dieses Abenteuer und deine Bilder.

Hike partners: Merida


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Comments (12)


Post a comment

marmotta says:
Sent 18 April 2014, 18h15
Gratulation!! DAS ist Ski-Alpinismus par excellence!

Hitsch says:
Sent 18 April 2014, 20h34
chapeau.....

Dolmar says:
Sent 19 April 2014, 07h51
Hoi Stephan,
da hast du aber einen rausgehauen.
Wahnsinn, schließe mich marmotta an.
par exellence.

Merida says: RE:
Sent 20 April 2014, 00h28
Danke Markus, Marmotta und Hitsch!
Grüsse, Stephan

Sent 19 April 2014, 11h33
Danke für den tollen Bericht. Das Projekt kommt gleich auf meine langfristige "To Do"-Liste.

Merida says: RE:
Sent 20 April 2014, 00h29
Na dann schon mal viel Spass bei der Umsetzung :-)

Sent 19 April 2014, 19h03
Auch ich schliesse mich da gerne den Gratulationen an!
Grosses habt ihr vollbracht!
Nicht um eure Leistung zu schmälern, sondern weil es einfach unglaublich ist: der Rekord mit Ski bis auf den Gipfel beträgt 4h07!

Merida says: RE:
Sent 20 April 2014, 00h33
Hey Adrian. Danke dir!
Ja diese 4h07 sind schon der Wahnsinn.
Das sind nahezu 1000 Hm pro Stunde...
Grüsse, Stephan

adrian Pro says: GRATULATION!
Sent 20 April 2014, 01h10
zu dieser Hammertour! Ganz grosses Kino und ausführlicher Bericht dazu.

Merida says: RE:GRATULATION!
Sent 20 April 2014, 11h37
Hallo Adrian
Danke und Congrats zum höchsten Schweizer!
Dä April isch än geilä Monat gsi....

Grüäss, Stephan

Bombo says:
Sent 21 April 2014, 12h40
Salü Stephan

Au vo mir, ganz grosses Chapeau vo Üchere Leischtig! Würkli weltklass und denn das ganze na untermalt mit super Bilder und emene spannende Bricht!

Wiiterhin so tolli und erfolgrichi Toure - macht grossi Freud, Dini Abentüür da mitzverfolge!

Grüess
Bombo

Merida says: RE:
Sent 21 April 2014, 21h46
Hoi Bombo
Ganz herzlichen Dank für deine Zeilen. :-)
Es freut mich sehr zu hören, wenn meine Berichte Freude bereiten.

Freuen wir uns auf die kommende Hochtouren-Sommer-Saison...
Wobei der Mai hoffentlich auch für die Ski's noch etwas zu bieten hat ;-)

Grüess, Stephan



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