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Everest Trek Teil 3 – Cho La und Kala Pattar


Published by schimi , 28 August 2012, 13h34.

Region: World » Nepal » Khumbu
Date of the hike:18 October 2011
Hiking grading: T3+ - Difficult Mountain hike
Waypoints:
Geo-Tags: NEP 
Time: 5 days

18. Oktober 2011
Überquerung des Ngozumpa-Gletscher
Gestern haben wir vom Gokyo Ri den mächtigen Ngozumpa-Gletscher, der sich vom Cho Oyu herunterzieht, gesehen. Heute haben wir eine scheinbar lächerlich kurze Strecke zu bewältigen, wir müssen nur den Gletscher überqueren. Auf der anderen Seite des Gletschers liegt kurz unterhalb von Gokyo unsere nächste Lodge. Vom Gokyo Ri haben wir schon die Dächer in der Sonne glänzen sehen. Luftlinie geschätzt, drei oder vier Kilometer. Zwei Stunden erscheinen uns auf den ersten Blick eine reichlich bemessene Zeitspanne für diese Strecke.


Am Morgen ist es wieder kalt – aber die Sonne wärmt uns schnell


Am Morgen steigen wir wieder die 50 Höhenmeter auf die riesige Seitenmoräne hinauf, und sehen von oben nochmals das sagenhafte Ausmaß des Gletschers. Ein Abstieg hinab zum Gletscher ist nur an einer einzigen Stelle in dieser Gegend gefahrlos möglich. Überall warten drohend riesige Steine auf eine kleine Erschütterung, um aus der aufgerissenen Seitenmoräne herauszubrechen und auf den Gletscher herabzustürzen. Das Gesteinsgemenge der Moräne ist überwiegend sandig und kleinsteinig, es hat aber auch viele Einschlüsse von runden Steinen mit einem Durchmesser von gut einem Meter und mehr.  


Der Abstieg über die Seitenmoräne ist nur an einer Stelle möglich. Die Breite des Gletschers ist gigantisch


Wir kommen gut auf die Gletscheroberfläche hinunter. Das Überbrücken des Gletschers ist jedoch mühselig und langwierig. Hoch und runter; links- und rechtsrum. Der Weg ist lang und er ist nicht geeignet zügig zu gehen. Man muss aufpassen wo man hintritt. Wir gehen über "Sandstrand" und wir haben einfache Blockkletterei zu bewältigen. Je weiter wir hinüberkommen auf die andere Seite, desto deutlicher sehen wir, dass die andere Moräne weitaus kritischer zu begehen sein wird.


Nein – es ist wirklich ein Gletscher



Drüben angekommen, werden wir angewiesen mit Abständen von ca. 15 Metern zu gehen. Dies ist hier sicher auch die beste Wahl um das Risiko klein zu halten. Die Moräne sieht vollkommen haltlos aus. Bei Regen ist das hier sicher lebensgefährlich. Jederzeit kann hier das Gelände nachgeben. Wir freuen uns, als wir alle wohlbehalten oben angekommen sind und machen dort eine kurze Pause.


Wir sind froh wieder oben auf festem Gelände zu sein!


Dann sind es nur noch 20 Minuten und wir checken in unserer Lodge ein. Wir haben für die kurze Strecke heute fast drei Stunden gebraucht. Wir wissen jetzt warum das so war. Aber jeder Augenblick war heute spannend und auch schön.

Die Lodge Thangnak, (4700 m) ist erste Wahl. Wer hier nächtigt hat das Beste weit und breit erwischt. Am Nachmittag machen wir noch einen Akklimatisierungsspaziergang und schauen uns das Gelände an, das wir morgen bei Dunkelheit und im Morgengrauen begehen werden.


Unsere Lodge, sehr einladend und eine der Besten weit und breit!



19. Oktober 2011
Über den Cho La-Pass (5360 m)

Heute haben wir einen unserer längsten Wandertage vor uns. Um vier Uhr kräht der Hahn (nein; es war unser Sherpa-Guide, aber es sagte immer "4 Uhr Kickeriki"). Um fünf geht es heute los. Wir müssen wieder eine dreiviertel Stunde mit den Stirnlampen durch die Eiseskälte wandern. Leider kann man sich in dieser Höhe nur ganz schlecht warmlaufen, weil man sonst sofort wieder am Hecheln und Japsen ist, und Gefahr läuft mit Kopfschmerzen bestraft zu werden. Also tun wir langsam und ignorieren die kalten Füße und Hände.

Nach etwa einer Stunde machen die letzten ihre Stirnlampen aus, und so können wir die herrliche Morgenstimmung sehr gut genießen. Leider werden wir den Aufstieg weitestgehend im Schatten bewältigen müssen, da wir genau von West nach Ost laufen und den Berg vor unserer Nase und zwischen uns und der Sonne haben. Möglicherweise werden wir die wärmenden Sonnenstrahlen erst auf der Passhöhe auf unserem Körper zu spüren bekommen.

Wenn ich mich recht entsinne, war der Aufstieg auf die Passhöhe mit etwa fünf Stunden veranschlagt. Nach etwa zweieinhalb Stunden erreichen wir eine erste Stelle an der die Sonne auf den Boden trifft. Allen geht das Herz auf, denn es ist sehr kalt hier oben auf etwa 5100 Meter. Die Stelle erweist sich, als eine kleine Passhöhe, auf deren Rückseite leider wieder ein Abstieg in schattige Gefilde steht. Von hier können wir hinter einer weit ausladenden tiefgekühlten Senke den Cho La ausmachen. Es ist noch sehr weit dorthin und es sieht von hier ganz und gar nicht aus, als könnte man dort "hinaufwandern". Der Pass präsentiert sich von hier aus gesehen sehr steil und weglos.


Gut, dass wir unseren Tageshöhepunkt nicht gleich gesehen haben. Sicher hätten wir alle mal schlucken müssen! (Die Passhöhe befindet sich im linken Bilddrittel zwischen den beiden Schneebedeckten Spitzen)


Wir können gerade einmal für zwei Minuten die Sonne auf diesem (Vor)-Pass genießen und den weiteren Weg inspizieren, dann geht es wieder hinab in den Eiskeller. Hinüber zum Cho-La ist der Weg zunächst nicht schwer. Je näher wir dem Anstieg zum eigentlichen Pass aber kommen, desto anspruchsvoller wird das Gelände. Was von weitem noch wie ein Weg schien, wird mehr und mehr zur Pfadspur. Bisweilen kann man den Weg auch gar nicht mehr erkennen. Ein unwegsames Geröllfeld und eine Moräne in leichter Blockkletterei überwinden wir schnaufend.

Wir kommen an den eigentlichen Passaufstieg und es wird steiler und damit auch noch deutlich anstrengender. Seit wir dem Pass nahe sind, können wir auch die Aufstiegsroute ausmachen, denn wir sehen nun die vielen Wanderer in ihren bunten Outdoorklamotten, die noch vor uns aus den warmen Schlafsäcken gekrochen sind. Es ist immer noch sehr kalt und schattig, aber schneefrei. Offensichtlich hat es hier schon seit längerer Zeit keinen Niederschlag mehr gegeben.


Kurz vor der Passhöhe; Es ist sehr anstrengend!


Als wir uns der Passhöhe nähren, sehen wir die ersten Schneefelder. Das Gelände wird flacher, aber durch den Schnee auch etwas glatter. Insgesamt bleibt der Aufstieg aber so harmlos, dass sich unsere Guides nur an wenigen Stellen platzieren, um eventuell etwas unsicheren Teilnehmern die Hand zu reichen. Alle kommen wir gut oben an, obwohl uns die Anstrengung anzusehen ist. Nun stehen wir aber im gleißendem, warmen Sonnenlicht und sind allesamt glücklich – und endlich wir es auch warm!

Hier oben kann man Stunden verbringen. Die Aussicht ist einzigartig und wenn man nicht in die Runde schauen will, kann man einfach die Wärme der Sonne genießen (sofern man so schönes Wetter hat wie wir). Wir verweilen über eine halbe Stunde hier, und ohne den Ruf unseres "Hirten" wären wir noch lange geblieben.


Pause auf der Passhöhe des Cho La. Das Wetter war so klar und warm, man kann es sich kaum vorstellen



Gleich hinter der Passhöhe geht es ordentlich steil hinab bis zu einem kleinen Gletschersee ca. 30 Höhenmeter tiefer. Dies ist wahrscheinlich auch schon die "steile Rampe" von der in der Reiseausschreibung die Rede war. Etwa 15 Meter im ersten Grad geht es hinab, trotz Sonne sind die Tritte aber teilweise vereist. Es gibt ordentlich Staus, denn auf der Passhöhe sind mit uns bestimmt 50 weitere Personen. Die Sherpas helfen ihren Gästen rührend, damit auch ja keines der Schäfchen in den Gletschersee fällt.


Die einzige Kletterstelle (I) Aber die Sherpas wachen penibel über ihre Herde



Direkt hinter der steilen Passage geht es am Gletschersee vorbei auf den flachen Gletscher, der eine tiefe breite Spur von den vielen Wanderern aufweist. Ein ganzes Stück geht es fast eben, bevor sich das Gefälle langsam etwas mehr nach unten neigt. Wir halten uns dann am rechten Rand des Gletschers; es geht zwischen Gletscher und dem daneben steil aufragenden Gelände über Eis und Felsblöcke in guter Spur weiter hinab.

Wir verlassen den Gletscher nach rechts und gelangen auf ein kleines Plateau, das vom früher vorhandenen Gletscher vollkommen glatt geschliffen ist. Dieses fällt talwärts in einem Steilabbruch ab. Wir steigen durch eine Rinne in leichtem Blockgelände anregend aber noch einfach hinab. Unten betreten wir eine Moräne, über die der Weg in engen Serpentinen in ein fast ebenes Hochtal führt.

Wir gehen nun in ebenem Gelände und der Blick Tal auswärts ist traumhaft. Links und rechts wird das Tal von steilen und vergletscherten Riesen gesäumt. Vor uns zeigt sich die Ama Dablam von ihrer ungewohnten nicht minder beeindruckenden Westseite. Es ist nun schon früher Nachmittag und wir beginnen müde zu werden. Höchste Zeit für eine Pause und ein Mittagessen. Jedoch sind es bis nach Zongla noch mehr als ein paar Schritte. Nicht nur die Berge, auch die Täler des Himalayas sind von beeindruckender Größe. Selbst wenn man seine Mittagseinkehr schon sieht, kann man bis zum Erreichen derselben noch lange leiden wenn man müde und hungrig ist.


Beim Abstieg vom Cho La rückt die Ama Dablam beeindruckend ins Bild (linke Bildhälfte)

Als wir endlich dort sind, sind alle reif für eine Übernachtung. Aber leider nehmen wir hier nur unser Mittagessen ein. Die Lodge ist einfach und das Essen ist gut. Noch bevor die Leute ihre "stabile Seitenlage" einnehmen können, gehen wir weiter. Wir haben noch etwa zwei Stunden vor uns. Das Wetter hat sich während unserer Pause, wie so oft hier oben komplett geändert. Fast immer am frühen Nachmittag ziehen Nebel aus dem Tal nach hier oben, hüllen die Landschaft in dunkles Grau und lassen die Temperatur schlagartig an den Rand des Unangenehmen oder noch darunter fallen.

Die Stimmung ist trüb wie das Wetter, denn alle sind jetzt müde. Nach wenigen Minuten schon kommen wir an einen reißenden Bach mit einer Behelfsbrücke. Auf zwei betonierten Quadern diesseits und jenseits des Wassers liegen zwei kleine oben etwas abgeflachte Baumstämmchen. Unsere Sherpas bauen uns zusätzlich ein provisorisches Seilgeländer, welches für die meisten eine willkommene psychische Querungshilfe darstellt.


Unsere Sherpas spannen mit dem Seil für uns ein Behelfsgeländer


Der Wind ist lebhaft geworden und sorgt für zusätzliche Kühlung, die keiner braucht. Obwohl unser Nachtquartier im Tal liegt, steigt unser Weg abermals an. Wir gehen am linken Talrand entlang und der Weg hält sich einige hundert Meter über der Talsohle. Der Nebel wird immer dichter und weil wir in der Nähe der Vegetationsgrenze gehen, ist fast nichts mehr zu sehen. Die konturenarme Landschaft versinkt im Nichts obwohl die Nebelsuppe nicht ausgesprochen dicht ist.



Nur kurz hat der Nebel aufgerissen und uns einen Blick ins Tal erlaubt, in das wir am frühen Abend absteigen werden

Sicher geht es so eine Stunde immer geradeaus, bis wir an eine Weggabelung kommen, an der sich die Wege in "sehr leicht bergauf" und "sehr leicht bergab" teilen. Wir hoffen auf "bergab" und so kommt es dann auch. Später wird dann der Weg noch einmal steiler und so kommen wir der Talsohle schnell näher. Auf direkten Weg und in sehr steilen Serpentinen geht es die letzten zehn Minuten hinunter, und wir freuen uns auf eine warme Unterkunft und ein Essen in Dougla.


Unser Lieblingssherpa Som vor der Ama Dablam. Steht er nicht da wie ein Schäfer?






Was wir hier noch nicht wussten, ist am nächsten Morgen Gewissheit.

20. Oktober 2011
Nach Lobuche
Unsere Lodge in Dougla ist eine Katastrophe! Es gibt zwei Gebäudetrakte und ich hoffe für alle anderen Gäste, dass wir im "ALTBAU" waren und der "Neubau" besser ist. Die ganze Bude stinkt nach Fäkalien, weil die Toilettentüren nicht schließen. Der Rest war auch nicht sehr viel besser; und so freuen wir uns, nach dem Frühstück nach draußen und in die Sonne zu kommen. Aus heutiger Sicht wäre mir jeder Umweg recht gewesen.

Heute Morgen beobachten wir eine eindeutige Wetterumstellung. Es hat heute Morgen kräftigen Wind und wir sehen deutlich die Föhnwolken im glasklaren dunkelblauen Himmel. Der Wind hat von Süd auf Nordwest gedreht und ist ungewöhnlich warm für diese Höhe. Alles in allem ein sicheres Zeichen, dass es nicht so bleiben wird, wie die letzten beiden Wochen.

Bei unserem Aufstieg zur Lobuche-Alm kommen wir an der Gedenkstätte für die vielen im Everestgebiet verstorbenen Bergsteiger vorbei. Die Stimmung wird gleich nachdenklicher und man merkt deutlich, wie sich jeder auf seine Art mit dieser Konfrontation gedanklich auseinandersetzt.


An der Gedenkstätte für die toten Bergsteiger wird die Stimmung nachdenklich





Schönes klares Wetter war gestern. Schnell hat die Wolkendecke den ganzen Himmel bezogen. Wir erwarten Niederschlag, der wohl weiß sein wird.



Nach einem etwas steileren Aufstieg, wird die Route später dann fast eben. Wir erreichen unsere nächste Lodge heute deshalb sehr entspannt, obwohl wir alle mit der wiedererlangten Höhe von 4900 Meter kämpfen. Wir beziehen heute einen echten Neubau. Möglicherweise ist es sogar ein "Erstbezug" denn die Bauarbeiten sind längst nicht abgeschlossen. Die Elektrik ist noch am entstehen. Auch die Schreinerarbeiten sind nicht abgeschlossen. Wir freuen uns auf unser Zimmer – zusätzliches Glück, wir haben auch noch ein "Südzimmer" erwischt. Die Temperatur im Zimmer ist deutlich über Null und wir versuchen so viel von den letzten Sonnenstrahlen wie möglich in unser Quartier zu lassen.

Gutes (sauberes) Zimmer = gutes Essen.
Hier stimmt die Vermutung! Soll das eine Entschädigung für den Dreckstall von gestern sein? Auf jeden Fall genießen wir diese Lodge alle sehr. Die Wetterumstellung ist in vollem Gange. Wir bekommen heute keinen Nebel aus dem Tal geschickt sondern Wolken in Kumulusform und in deutlich höheren Luftschichten. Da wird es wohl bald Niederschlag geben.



21. Oktober 2011
Gorak Shep (5140 m)
In der Nacht hat es einige Zentimeter Neuschnee gegeben. Als es hell wird, sehen wir die Landschaft vollkommen verändert zum Vortag. Die Sicht ist schlecht und es schneit ein wenig. Wir haben heute nur etwa zwei Stunden bis zu unserer Lodge. Der Weg ist am heutigen Tag nur mittelschwer; jedoch macht der Neuschnee die Route zu einer unserer anspruchsvollsten Tagesetappen. Um zehn Uhr erreichen wir schon die Lodge und beziehen unsere Zimmer, nachdem wir die dringend nötige Suppe und heißen Tee zu uns genommen haben.




Der Morgen begrüßt uns im weißen Kleid.





Die Jaks sind zwar nicht besonders schnell, aber ertragen das Wetter mit stoischer Gelassenheit.


Unser Zimmer gehört heute wieder zur spartanischen Kategorie. Dies ist nicht weiter verwunderlich, liegt es doch 5140 Meter hoch und ist zugleich die letzte feste Behausung zwischen uns und dem Mount Everest. Als wir das Zimmer betreten sehen wir zuerst eine kleine "Schneeverwehung" auf dem Fenstersims. Ich denke noch, was für ein Schlaumeier lässt das Fenster offen stehen in über 5000 Meter Höhe. Wir erkennen aber sogleich, dass hier niemand zu lange gelüftet hat sondern dass es durch eine winzige Ritze herein bläst und der feine Schnee sich hier sammelt. Da sich das Fenster nicht weiter abdichten lässt, nehmen wir den Vorhang, ziehen diesen möglichst breit auseinander und dichten die Enden zum Fensterrahmen mit Waschzeug, Wasserflaschen und weiteren Utensilien notdürftig ab. So halten wir den Neuschnee auf dem Fenstersims zumindest zwischen Fenster und Vorhang.



Unsere Suite heute Nacht. Die Fensterrahmen sind so gebaut, dass man nie lüften muss.



Am Nachmittag machen wir uns bei Schneetreiben und heftigem Wind auf zum Everest Basecamp. Die Sicht ist etwa 30 Meter und die Motivation ist nur bei denen ausgeprägt, die sich vom Basecamp einiges versprechen. Für mich war es immer nur ein "hochgelegenes Zeltlager" von dem Bergsteiger die Tour ihres Lebens starten. Nach einer knappen Stunde entschließe ich mich mit einigen anderen einen "strategischen Rückzug" anzutreten. Zumindest ich erhoffe mir keinen außergewöhnlichen Nachmittag am Everest-Zeltlager. Nach einer weiteren dreiviertel Stunde sind wir zurück in der Lodge und haben wie man so schön sagt – einen Nachmittag zur freien Verfügung.


Am frühen Abend lichten sich die Wolken. Die Lichtstimmung ist einzigartig



Kurz vor dem Abendessen kommen unsere Basecamper von ihrem Ausflug zurück und scheinen mit der Tour im Großen und Ganzen zufrieden zu sein; viel zu berichten hatten sie jedoch nicht. Wir waren mit unserem Nachmittag auch zufrieden und so war es für alle recht. Am frühen Abend wird es plötzlich sehr unruhig in der Hütte. In Sekunden hat sich herumgesprochen, dass der Himmel aufreißt und in wenigen Augenblicken sind alle Fotografen draußen und schauen um sich.


Der Everest im allerletzten Abendlicht



Es ist schon relativ dunkel, aber durch die Wolkenlöcher sehen wir auf einmal die weißen Riesen in ihren leuchtend orangefarbenen Abendkleidern erstrahlen. Wir sind alle begeistert und merken erst nach einigen Augenblicken, dass wir alle die Jacken drinnen gelassen haben. Dementsprechend schnell räumt sich das Feld auch wieder. Nach wenigen Minuten ist das Schauspiel vorbei, und wir glücklich und frohen Mutes für morgen.


22. Oktober 2011
Kala Pattar (5545 m)


Am Morgen hatte keiner so warme Finger, dass er auf die Idee kam zu fotografieren. Auf dem Rückweg war es dann herrlich warm.


Als wir im Morgengrauen vor die Tür treten ist es saukalt; aber auch wolkenlos. Die Schätzungen unserer Mitreisenden zur Temperatur pendeln um -15 °C. Offensichtlich hat sich der Trend vom Vorabend mit den ersten Wolkenlöchern in der Nacht fortgesetzt, und so hatte es Zeit bei klarem Himmel richtig schön auszukühlen. Wir müssen noch eine ganze Zeit im Schatten aufsteigen; zu weit liegen die Bergriesen Everest und Nuptse über uns und beschatten die Szenerie. Wir haben ca. 15 cm Neuschnee, der durch die starken Verblasungen jedoch teilweise doppelt so hoch liegt, wo hingegen an anderer Stelle auch noch kurze Gräser herausschauen. Zum Glück ist es fast windstill; die Kälte ist auch so schon schlimm genug!

Wider Erwarten ist es kaum glatt bei Aufstieg und so erklimmen wir den ersten etwas steileren Teil des Kala Pattar problemlos, wenn man von den kalten Fingern und Zehen absieht. Nach etwa einer Stunde sind wir und die Sonne so weit nach oben gekommen, dass wir in den Bereich derselben kommen. Recht schnell werden wir von ihr erwärmt und so wird der weitere Aufstieg zu einer echten Freude. Zumindest für diejenigen, die mit ihrem Gehrythmus soweit heruntergefahren sind, wie es die Höhenlage erfordert.


Blick vom Kala Pattar auf Pumo Ri (7165m) im Bild links und Everest, rechts



Die letzte halbe Stunde wird dann aber doch noch sehr anstrengend; schlussendlich erreichen wir aber alle den bunt geschmückten Gipfel dieses grandiosen Aussichtsberges. Wir haben wieder Glück und genießen den windstillen Gipfel mit seinem einzigartigen Panorama. Zuletzt treffen wir noch eine Kamerafrau vom französischen Fernsehen, die eine Reportage über dass Trekking im Himalaya produziert. Wir sind gespannt, ob wir den Beitrag auch mal sehen können.


Everest und Nuptse. Wir können uns nicht satt sehen. Und das Wetter ist genial!



Auf dem Rückweg treffen wir auf ein Phänomen, das wohl für alle Teilnehmer überraschend war. Der Schnee verschwindet im Laufe des Tages rasant schnell. Als wir fast wieder unten sind, ist bereits wieder mehr als die Hälfte des Bodens schneefrei. Seltsamerweise ist von Feuchtigkeit ganz zu schweigen von Schneematsch wie in heimischen Gefilden, nichts zu sehen. Bei der kalten und trockenen Luft löst sich der Schnee sozusagen in Luft auf. Er verdunstet restlos, ohne auch nur eine Spur von Wasser ans Erdreich abzugeben. Ist er fort, kann man ohne Zögern sofort wieder auf die, von der Sonne erwärmte Erde sitzen. (Eigentlich sehr praktisch!)


Der Kala Pattar vor dem verdeckten Pumo Ri. Eigentlich nur ein kleiner Steinhaufen; aber doch sehr anstrengend



Wir steigen heute wieder ab bis zu unserer letzten schönen Lodge nach Lobuche. Leider haben wir heute ein Zimmer zur Nordseite, welches ohne Sonneneinstrahlung doch deutlich kälter ist.

Fortsetzung; siehe: *Everest Trek, Teil 4 – Der Rückweg

Hike partners: schimi


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Comments (2)


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TeamMoomin says: Toller Bericht
Sent 3 September 2012, 00h50
und sehr schöne Fotos hast du da aus fernen Landen mitgebracht! Freue mich schon auf die Forsetzung.

Lg Oli und Moomin

schimi says: RE:Toller Bericht
Sent 3 September 2012, 06h43
:-)
Danke und Gruß
Schimi


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