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Wer kennt Stuello im Valle di Gorduno?


Published by Regula52 , 4 December 2011, 20h24.

Region: World » Switzerland » Tessin » Bellinzonese
Date of the hike:12 November 2010
Hiking grading: T3 - Difficult Mountain hike
Waypoints:
Geo-Tags: CH-TI   Gruppo Cima dell'Uomo 
Time: 4:00
Height gain: 500 m 1640 ft.
Height loss: 500 m 1640 ft.
Route:Biancarescio, Pianello, Stuello, Alpe Croveggio, Alpe Arami, Bedretto, Biancarescio
Access to start point:OeV bis Gorduno. PW bis Biancarescio
Access to end point:PW . OeV
Maps:Auszug aus CD Ticino 1:25000. Alte Karte Verzasca 1:50000

Das Valle di Gorduno gehört zu meinen Lieblingstälern. Es ist lang und weit und doch sehr wild und felsig. 

Frank Seeger schreibt in etwa  in Alpi-Ticinesi: Das Valle di Gorduno ist ein häufig besuchtes Tal.  Die Wege finden sich auf der Landkarte und sind in akzeptablem Zustand.  Das tönt für meine Ohren geradezu langweilig. Wir werden sehen, dass dem nicht so ist. 

Verschiedene Fakten stehen dieses mal im Zentrum meiner Aufmerksamkeit. 

Wenn man die Täler Valle di Sementina, Valle di Gorduno, Valle di Gnosca vergleicht,  gibt es einen
Punkt um die 920m, wo ein Weg von einer Talseite auf die andere querte oder Wege sich sogar verzweigen.  Diese Wege sind  meist nur noch auf alten Karten eingezeichnet. 
Im Valle di Sementina  befindet sich der Punkt auf circa 900 m.  Andreas Seeger hat diese Wege ausgedehnt beschrieben. 
Im Valle di Gorduno befindet er sich auf 940 m, im Valle di Gnosca auf 988 m.  Diese Punkte will ich auskundschaften. Auf der heutigen Tour allerdings möchte ich  sie erst einmal von oben ansehen. 

Stuello habe ich letztes Jahr auf der Suche nach alten Wegen im Valle die Gorduno gesehen und ich möchte herausfinden, ob ich da von Pianello her hinkomme. 

Die Alpe Arami ist geologisch sehr interessant.  Es gibt dort eine 1,5 km lange und 500m breite Peridotitlinse welche klare rote Granate, Olivin und grünen Pyroxen enthält.  Weitere Informationen finden sich im Internet unter Alpe Arami  in grosser Zahl. Die Alpe Arami scheint ein Eldorado für Geologen zu  sein. 

Ein weiterer interessanter Punkt ist die Sage  um die Alp im Valle Gorduno, bei der es sich wahrscheinlich um Alpe Arami handelt. (aus Il Meraviglioso  von editore Dado.) Die wunderschöne, fruchtbare Alp war an drei Aelpler wilden Aussehens verpachtet. Diese verbrachten den Sommer mit ihrem Vieh, Ziegen, Kühen, Schweinen, auf der Alp. Sie galten als geizig. An einem heissen Nachmittag, alle Tiere lagen im Schatten, kam ein Wanderer daher, der erschöpft wirkte und bat um etwas Milch zu trinken.  Der eine Aelpler sagte, draussen hat es Wasser, das kannst du trinken. Der zweite Aelpler holte verdorbene Milch aus dem Keller. Der Wanderer ging davon. Da füllte der dritte Aelpler ein Becken mit Milch und Rahm und rief den Wanderer zurück. Dieser kostete die Gabe und sagte zu ihm, nimm dein Hab und Gut und deine Tiere und verlasse die Alp sofort. Der Zorn Gottes wird sich über diese entladen.  Der Aelpler folgte dem Rat und verliess die Alp. Nach 500 Metern drehte er sich um und sah, wie die Aelpler und die Tiere verschwanden  und sich in Steine und Felsen verwandelten.

Die Felsen in den Weiden der Alpe Arami sehen im Gras liegenden Tieren  in der Tat erstaunlich ähnlich. 

Start an der Strasse die nach Bedretto führt . Es führt  ein schöner Weg nach Pianello.   Man folgt dem Weg, wie er auf der Karte eingezeichnet ist, am oberen Rustico vorbei, das eine hässliche Baustelle ist.  Bald wird die Wegspur schwächer und ist zeitweise kaum mehr zu sehen. Man kommt  an einer Monokultur aus den 60iger Jahren vorbei. s. Bilder.  So wie es hier aussieht, waren früher hier mal schöne Weiden. Nur einmal kann man Stuello knapp sehen. Die Wegspur führt in's Val Stuello hinein, ein wildes Tobel und Bachbett, wo man den Fluss quert. Auf der anderen Seite macht das Tobel seinem Namen alle Ehre.  Ein Schild bandita di caccia und sonst nichts.  Ich suche einen Ausstieg. Nachdem ich aus dem Tobel hinausgekraxelt bin, finde ich einen Traumweg und stelle fest, dass ich wohl nicht die beste Stelle gewählt hatte.
Der Traumweg löst sich nach etwa 20 Metern auf  wie ein Traum. Einfach mehr oder weniger grad den Wald hinauf geht's nun. Man sollte ja irgendwo auf  Stuello treffen.  Urwald. Erste Anzeichen früherer Weiden und dann, da ist Stuello. Eine Hütte ist ausgebaut, der Rest am zerfallen, leider. Nach kurzer Rast suche ich nach diversen Wegen. Ich finde den Weiterweg nach Alpe di Croveggio. Wunderschöner Mischwald.  Auf der Alp treffe ich auf den offiziell markierten Weg von Alpe Arami nach Capanna Albagno.  Der Weg ist  in gutem Zustand und schon bald bin ich auf der Alpe Arami. Ein Gebäude ist ganz, der Rest zerfallen.  So wie es hier aussieht, ist es irgendwie klar, dass dies zur oben genannten Sage Anlass gab. 
Der Brunnen und ein Fels vor der Hütte sind  aus Peridotit. Im Brunnen sieht man schön die himbeerroten Granate. 
Im Abstieg nach Biancarescio folge ich dem markierten Wanderweg.  Die Punkte  940 m  im Valle di Gorduno und 988 m im Valle di Gnosca habe ich mir von oben angesehen. Von Bedretto bin ich sehr enttäuscht und ich frage mich, wer die vielen  geschmacklosen Ausbauten  wohl bewilligt hat. 

Hike partners: Regula52


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Comments (3)


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bobi says: Eigenartige Gebilde
Sent 9 December 2011, 19h25
Hallo Regula 52.
Zuerst die gute Nachricht: Ich bin mir sicher, dass wenn ein Bächlein durch eine Hütte der Alpensüdseite fliesst, dann war die Hütte ein Vorrats- oder Käsekeller.
Schlechte Nachricht: bei den eigenartigen Gebilden bin ich weniger sicher. Das erste, kleinere, sieht aus wie der klägliche Überrest einer Hütte. In den Wänden hatte es immer solche Nischen für die Lampen. Aber man müsste eigentlich den Grundriss der alten Hütte erahnen können. Das grössere Ding sieht aus, als wäre es einmal ein Schweinestall gewesen, denn die kleinsten Gebäude auf den Tessiner Montis waren immer für die armen Schweine. Aber eben: ohne Gewähr!
Gruss Bobi
Ach ja, das mit der Rinde: die stammt von einem grösseren Baum (Rottanne), der abgestorben ist. Dann löst sich mit der Zeit die Rinde entlang dem Kambium (zwischen Holz und Rinde). Wenn die Rinde dann zu Boden fällt, rollt sie sich zusammen, sodass man glaubt, da sei ein dünner Baum "aus der Haut gefahren".

Regula52 says: RE:Eigenartige Gebilde
Sent 13 December 2011, 00h15
Hallo bobi,

vielen Dank für Deine Anmerkungen. Dass es sich bei dem Raum um einen Keller handeln könnte finde ich eine sehr gute Idee. Ich dachte zwar, dass das Bächlein sich eher sekundär den Weg durch das Erdgeschoss der Hütte gebahnt hatte, im Lauf des allgemeinen Zerfalls. Interessant ist jedoch und das könnte Dir recht geben, dass keinerlei Anzeichen von Mist oder Kot da sind. Auch wenn der Raum vor vielen Jahren einmal als Stall gebraucht worden wäre und seit langem nicht mehr, würde man irgendwelche Kotreste finden. Das würde Dir recht geben.

Bei den andern zwei seltsamen Gebilden fehlt Dir die Grössenangabe. Ich hatte mir noch überlegt, ob ich die unter die Photo schreiben sollte. Das kleinere ist nur etwa 40cm auf 40 cm, das grössere etwa 60 cm auf 60. Es könnte zwar sein, dass Kinder diese gebaut haben, aber in der Umgebung gibt es nicht viel Steine und die Anordnung schien mir auch nicht wirklich kindlichem Spiel zu entspringen.
Ja die Rinde: Der Berührungsteil ist wirklich sehr genau passend.
Vielen Dank
Regula.
p.s. dafür konnten die Schweine so viel herumrennen und den Grund durchwühlen, wie sie nur wollten.

bobi says: RE:Eigenartige Gebilde
Sent 13 December 2011, 19h07
Hallo Regula52
Das mit dem Bächlein ist nicht nur so eine Idee. Das habe ich von einem "Südfüssler" der es wissen muss und es deckt sich mit meinen eigenen Beobachtungen vorallem im Misox. In den Kellern standen auch die Gebsen mit der Milch drin. Die Milch in den Gebsen wurde abgerahmt und gesammelt, bis es sich lohnte zu käsen. Vorallem auf den kleinen Alpen wurde nicht 2x täglich gekäst, das wäre zu wenig gewesen.
Dass es sich beim einen Objekt um ein Kinderspiel handelt, bezweifle ich auch. Denn die Kinder mussten früher hart arbeiten und hatten keine Zeit zum Spielen (von wegen gute alte zeit und so....)
Gruss Bobi


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