Chli Glatten - Uristier


Publiziert von MarcelL , 5. Oktober 2021 um 17:58.

Region: Welt » Schweiz » Glarus
Tour Datum: 1 Oktober 2021
Klettern Schwierigkeit: VIII- (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-UR   Ortstockgruppe 

Allgemein:
Die Tour läuft in gerader Linie auf der R Seite des klassischen S-Pfeilers. Von der Linie her ist sie etwas reingequetscht, nutzt auch ein paar Meter lang die klassische Rissroute, aber die Linie ist an sich schon logisch und führt immer durch guten Fels. Die Klötzlipassage ist nur 10 m, nicht sonderlich brüchig, gut ausgräumt und besonders gut gesichert. Rest ist solide. Durch die Steilheit und gerade Linie ist das Abseilen phänomenal schnell. Die Absicherung ist für Glatten-Verhältnisse, und die Zeit vor 10 Jahren prima. Sie ist aber nicht plaisirmässig (super). Das trübt nicht den Kletterfluss, wenn man klar über den Schwierigkeiten steht. Wir mussten dann doch immer wieder überlegen, ob die Kraft wohl zum nächsten Haken reicht, und wir fanden, dass die schwierigen Stellen technisch komplex und etwas unübersichtlich waren. Damit waren die Seillängen alle interessant und lohnend, aber bei der Absicherung für uns auch einen ticken zu stressig für eine Genusstour. Trotzdem natürlich toll, dass so Touren eingerichtet werden. Alles Material das steckt ist, ist tiptop. Zusätzliche Mitnahme eines mittleren Cams kann nützlich sein.


SL1 (45 m, 6c): Die Yog Sothoth ist angeschrieben, und Uristier steigt 5 m weiter östlich ein. Die Bh sind klar sichtbar. Die Linie folgt in einer R-Kurve dem R Ende der grauen Platte, dort, wo sie in den gelben Abbruch übergeht. Zunächst einfach zum 2. Bh, dort über der R Hand hochmanteln und dann geht’s los: technisch schwieriger Quergang am 3. Bh, Tritte an der Abbruchkante entlang (Grosse müssen sich hier falten, Kleine stehen eventuell besser). Dann der Crux-Höhepunkt bei den ersten 2 m der stumpfen Kante. Am Bh im Aufschwung ganz leicht R halten. Die Kletterei ist sehr technisch (Seitleisten, schwierige Tritte) und erfordert, dass mehrmals kleine Leisten hart fixiert werden, danach 2-3 m deutlich einfacher (6b), und dann sehr viel einfacher nach oben und übers Grasband bis an die geschlossene Wand (Irningerplatte).

SL2 (40 m, 6c+): schräg durch die Wand nach L oben. Sieht relativ leicht aus, aber die Leisten sind alle etwas rund. Wo es deutlich leichter wird (nach 3. Bh, Seitschuppen, die sich leicht brüchig anfühlen) muss man auch mal 6 m ohne Bh klettern. Cam kann man da eventuell unterbringen. Die Crux ist das Dach. Der Bh darüber ist relativ niedrig gebohrt und dann kommt länger nichts. Wenn der Dachboulder nicht uf Anhieb klappt kann man auf das Band drunter knallen. A0 ist nicht viel zu machen, da man niemals an den haken drüber kommt, und der Haken an der Dachkante so niedrig steckt, dass man kaum die Füsse über die kante bekommt, wenn man ihn als Griff nimmt. Im Notfall kann man sich vermutlich in dem Riss links hochmogeln, wo ohnehin eine alte Route mit Nh verläuft. Wenn man den Boulder angehen möchte gibt es zwei Möglichkeiten; entweder einen Seitgriff L des Bh halten und dann mit der R Hand dynamisch den kleine Riss anzielen, oder (für längere) einen Sloper ca. 1 , R von Bh mit der R hand halten und mit der L Hand dynamisch zum kleinen Seitschüppchen im Riss (beide Varianten gingen für uns). Danach kommt man zum deutlichen großen Griff unterm oberen Bh und kann ihn clippen (wenn beim Clippen was schief geht, knallt man mit Sicherheit  voll aufs Band. Der Griff ist sehr gut, Tritte eher soso..). Danach steht man auf dem grossen Griff auf (nicht so ganz einfach, obwohl er 10 cm breit ist) und klettert dann relativ einfach aber steil dem großen Riss entlang zu Stand auf Band (Irninger, L der Rissverschneidung).

SL3 (30 m, 6b+): Dem Riss entlang 5m nach oben (sehr gutmütiger, aber senkrechter Hand/Fausriss; es handelt sich hier um eine klassische Route mit vielen Nh). Wer die 5 m nicht ohne Sicherung gehen möchte, nimmt einen mittleren Cam mit. Der erste Bh steckt R vom Riss und zeigt die Querung in die Verschneidung R an (eher hoch angehen). In der Verschneidung steil und technisch anspruchsvoll 5-6 m nach oben, bis sie etwas nach R abbiegt. Dort nach L abbiegen und über ein kleines Dach nach oben in flacheres gelände zum Stand (Band, 1 Bh und 1 Nh).

SL4 (20 m, 6b): Typischen gestuften grauen Glattenfels senkrecht nach oben. Es ist deutlich steiler, als es aussieht und stellenweise fehlen die regelmässigen waagrechten Trittleisten. Dadurch wird die Seillänge ein echter ausdauerkraft Challenge. Man muss immer wieder vom Bh wegklettern, allerdings gibt es zum clippen des Nächsten immer einen sehr guten Griff. Der Fels in dieser Länge ist spektkulär gut.

SL5 (20 m, 6b): Durch Klötzlifels nach L oben. Mit besser werdendem Fels wird es auch immer steiler (kleine Rissverschneidung) und am Schluss leicht zum Stand ca. 5 m unter den Dächern.

SL6 (15 m, 6b): noch ein kleines Schmankerl zum Schluss eingebaut: es geht nicht einfach in der Verschneidung hoch, sondern 2 m weiter R über den Wulst. Der hängt zwar weit raus, hat aber sehr gute Griffe. Über der Wulstkante ist der 1. Bh. Fluggelände dort ist OK. Der 2. Bh ist sehr nah, aber beim Wulstklettern nicht leicht zu clippen (gefühlt erst wenn man die Füsse über der Kante hat, und dann ist es eh egal…). Nch dem Dach relativ einfach zur Kante (SU mit alter Schlinge) und noch 1 m weiter zum Stand (Wandbuchbüchse ist leider kaputt und leer).


Wie bei allen Glattentouren ist es einfach cool nach oben auf die Wiese auszusteigen und die Sicht bei einer Brotzeit zu geniesen. Das ist vom Stand weg seilfrei möglich (nur 1 m hoch zur Wiese). Man kann auch leicht die Abseile vom Südpfeiler erreichen (20 m westlich an großem Steinmann). Aber Uristier ist eine Superabseilpiste: daher besser zurück zum Stand. Der ist ein bischen unangenehm von oben zu erreichen (man kann es so einrichten, dass man das Seil dort festgemacht lässt und sich schon mal oben darin einhängt).

Zugabe bzw einklettern: da der Fels ja immer sehr speziell ist, lohnt es sich erst mal ne Seillänge einzuklettern. Wir fanden die SL1 von Spindlä sehr nett und lohnend (ca. 30 m weiter R, angeschrieben. Alte Ringhaken und Nh, aber durch die moderaten Schwierigkeiten noch OK. Guter Stand zum Abseilen (30 m), und schöne, sicher nicht langweilige Kletterei.
 

Tourengänger: MarcelL


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