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Adrenalin-Levadawanderung: Levada dos Piornais (bis zur Madre) und Levada da Fajã


Published by AndyZ , 15 October 2018, 22h50.

Region: World » Portugal » Madeira
Date of the hike:15 October 2018
Hiking grading: T3+ - Difficult Mountain hike
Waypoints:
Geo-Tags: P 
Time: 4:30
Height gain: 50 m 164 ft.
Height loss: 200 m 656 ft.
Access to start point:Mit Bus Horários do Funchal Nr. 24 bis Viaduto Quebradas (Unterquerung der Autobahn). Die Levada kann aber auch an vielen anderen Stellen im Stadtgebiet begonnen werden.
Access to end point:Mit diversen Linien der Rodoeste ab Câmara de Lobos

Begehung von zwei Levadas zwischen Funchal und Câmara de Lobos: Zuerst die Levada dos Piornais hinauf bis zu deren Anfang (Madre), danach auf der Levada da Fajã nach Cãmara de Lobos. Schwierigkeit: Schwer bis unmöglich... Eine Tour für alle Levadawanderer, welche es nach Adrenalin-Kicks und Herausforderungen dürstet.

Vorwort
Nachdem wir mit der Levada do Curral das Freiras (siehe Bericht unter http://www.hikr.org/tour/post137168.html) unerwartet eine sehr abenteuerliche Levada begangen hatten, haben wir uns für unseren letzten Tag auf Madeira noch einmal nach einer herausfordernden Tour umgeschaut. Die grossen Gipfelziele hatten wir schon alle durch, also sollte es noch einmal eine Levada werden. Das Resultat war die vorliegende Tour.

Hinweis
Die Verhältnisse bezüglich Nässe und Zustand der Bauten kann sich jederzeit ändern. Passagen, die in diesem Bericht begehbar waren können nicht mehr begehbar werden und umgekehrt. Eine kritische Einschätzung der Lage ist bei jeder Begehung unabdingbar!

Teil 1: Levada dos Piornais
Die Levada dos Piornais stösst erstaunlich weit ins Stadtgebiet von Funchal vor. Da diese Tour wohl aber eher für diejenigen gedacht ist, die nicht für eine lauschige Stadttour auf die Levada gehen, sondern eher nach "luftigen" Passagen mit viel Tiefblick suchen, sollte man möglichst am Stadtrand, im Ortsteil Quebradas, in die Levada einsteigen. Wir nehmen dazu den Bus Nr. 24 und steigen dort aus, wo die Strasse unter der Autobahn hindurchführt. Den schwarzen Schildern mit Aufdruck "Levada" folgend gehen wir mit Blick nach Norden nach links, parallel zur Autobahn. Dort, wo die Strasse in einer Rechtskurve ins Tal hinabführt können wir rechterhand in die Levada einsteigen.

Die ersten wenigen Kilometer ist die Levada noch mit Beton und nervig klappernden Metallplatten gedeckt. Ihr Verlauf führt uns durch zahlreiche Bananenplantagen. Schliesslich erreichen wir den Stadtrand, wo die Levada endlich offen weitergeht und wir auf der angenehm breiten Begrenzungsmauer gehen müssen. Dieser erste Abschnitt ist noch offiziell als Touristen-Gehweg markiert. Für das ist sie jedoch bereits sehr schnell erstaunlich ausgesetzt. Die meisten dieser ausgesetzten Abschnitte sind gut mit Geländern gesichert. Bald darauf folgt der wohl genussreichste Teil der Tour: Die Levada durchquert eine senkrechte Felswand, wofür mehrere Tunnels und Brücken angelegt wurden. In den Tunnels und auch entlang der Felswand muss man sich des Öfteren mal bücken oder auf die andere Seite der Levada wechseln.

Weiter taleinwärts folgen vermehrt recht ausgesetzte Stellen, wo kein Geländer mehr vorhanden ist. Da die Levadamauer aber nach wie vor stets angenehm breit ist, ist das Passieren für Schwindelfreie nicht schwer und mit einem angenehmen Adrenalinschub verbunden. Schliesslich erreicht man ein geschlossenes, grünes Gittertor. Für alle, denen auf dem Weg bis hierhin bereits etwas mulmig zumute wurde heisst es hier ganz klar: Umkehren. Die anderen hingegen können ohne allzu grosse Schwierigkeiten das Tor umklettern und der Levada weiter folgen. Der Stil der Levada bleibt sehr ähnlich, jedoch sind nun gar keine Geländer mehr vorhanden und die ausgesetzten Stellen treten zahlreicher auf.

Schliesslich nähert man sich dem Bachbett auf wenige Meter Höhenunterschied. Hier wird die Levada zunehmend schwieriger, hauptsächlich bedingt durch vermehrte nasse Stellen, welche enorm rutschig sind und sehr viel Vorsicht benötigen. In diesem Bereich ist es an mehreren Stellen möglich, weglos ins Bachbett abzusteigen. Dies sollte früher oder später getan werden, denn die letzten ca. 100 Meter sind wirklich sehr schwierig und gefährlich wegen der Nässe, zudem wird hier die Levadamauer immer schmaler und unebener.

Im Bachbett kann man einfach weiter talaufwärts weitergehen. Bald sollte man an ein kleines, rundes Haus gelangen. Hier wird das vom Fluss gefasste Wasser auf die Levada dos Piornais und die Levada da Fajã aufgeteilt. Ein paar Meter weiter flussaufwärts kann man noch die Madre der beiden Levadas finden, also diejenige Stelle, wo das Wasser vom Fluss in die Levada geleitet wird.

Teil 2: Levada da Fajã
Die Levada beginnt an derselben Stelle wie die Levada dos Piornais, verläuft jedoch auf der anderen Seite des Socorridos-Tales und endet in Câmara de Lobos. Der erste Abschnitt der Levada ist deutlich schwieriger als die Levada dos Piornais, und gewisse Stellen sind zeitweise, oder für die meisten wohl besser generell gar nicht passierbar. Wir sind dennoch in den ersten Teil eingestiegen, mussten jedoch letztendlich umkehren und zurück zum Anfang gehen, als wir eine unpassierbare Stelle erreichten.

Der Einstieg in die Levada da Fajã ist bereits recht knifflig. Zwar soll es gewisse Zugangspfade im oberen Teil geben, aber als wir die Levada begingen, schienen alle davon überwuchert und unpassierbar zu sein. Deshalb ist es nötig, so nahe wie möglich an der schwarzen Wasserröhre weglos zur Levada hochzukraxeln. Da die Talseite bereits hier sehr steil ist und der Untergrund sehr lose ist, ist dies einfacher gesagt als getan. Insbesondere muss darauf geachtet werden, dass selbst sehr grosse Steine sehr leicht loszulösen sind und dadurch das Risiko besteht, nachfolgende Kletterer damit zu treffen.

Ist man schliesslich auf der Levada oben merkt man schnell, dass diese Levada schlechter gepflegt wurde als die Levada dos Piornais. Sie ist überwucherter (wenn auch nie so stark wie die Levada do Curral das Freiras) und die Mauer oft nass. Zudem ist sie sehr oft sehr ausgesetzt. Zum Teil gibt es an der Felswand ein Stahlseil, welches etwas Sicherheit geben kann. Ein erstes Highlight ist eine sehr ausgesetzte, wagemutig konstruierte Brücke, über welche man auf dünnen Betonplatten auf der Levada gehen muss. Jedoch ist die Passage trocken und für Schwindelfreie kein grosses Problem bei entsprechender Vorsicht.

Bald darauf folgt die schwierigste Passage, die wir uns zutrauten: Eine langgezogene Linkskurve, in welcher mehrere kleine Wasserfälle über die Levada abgehen. Sehr nass, extrem rutschig und sehr ausgesetzt. Nur dank Seil überhaupt erst möglich und zweimal musste zur Sicherheit auch mal in die Levada hinein gestanden werden. Das Seil macht die Passage jedoch möglich. Hin und wieder kann es helfen, die Seite der Levada zu wechseln, oder sogar mit dem einen Fuss auf der einen und dem anderen auf dem anderen Ufer der Levada zu gehen. 

Wir passieren eine weitere schwierige Stelle: Ein für Levadas typischer kurzer überdeckter Abschnitt, wo ein querender Wasserlauf über die Levada geleitet wird. Wiederum extrem rutschig, aber wenn man etwas ins Wasser hineinsteht kann man genügend Halt finden. Bald darauf folgt jedoch die Stelle, die uns zur Umkehr zwingt: Ein kurzer Abschnitt, wo ein Wasserfall über die Levada abgeht und die Levada mit schrägen Betonplatten abgedeckt ist. Obwohl der Wasserfall zurzeit wenig Wasser führt sind die Platten moosig und nass. Seil gibt es hier keines und damit ist es fast garantiert, dass man auf diesen Platten keinen Halt finden würde. Wir kehren um, und mangels eines erkennbaren Abstiegs gehen wir bis zum schwarzen Wasserrohr alles zurück. Das Abenteuer bis zum Umkehrpunkt war es aber wert!

Wir gelangen wiederum wenig elegant zurück ins Bachbett und laufen am Talgrund talauswärts. Es ist durchaus spannend, die zuvor geschafften Passagen von unten zu sehen, insbesondere die Brücke, welche von oben kaum als solche auffällt. Nach ca. 15 Minuten bzw. etwas weniger als einem Kilometer sehen wir eine Erdtreppe, welche den Hang hochführt. Sie führt durch eine kleine Plantage und schliesslich hinauf bis zur Levada. Wir verzichten darauf, nochmals zurück bis zur Umkehrstelle von der anderen Seite zu gehen, und folgen der Levada weiter talauswärts.

Ab hier ist die Levada sehr gut unterhalten. Dennoch folgen einige sehr ausgesetzte Stellen, aber dank des guten Zustandes der Mauer sind diese, mit Vorsicht, gut begehbar. Bald folgen die ersten Geländer und die ausgesetzten Stellen werden seltener. Die Levada führt durch mehrere Plantagen und verschwindet schliesslich unter einer parallel verlaufenden Strasse. Sie kommt bald darauf wieder hervor, verschwindet dann aber erneut. Schliesslich fällt die Strasse steil ab und der Levada kann auf der anderen Strassenseite weiter gefolgt werden.

Nach kurzer Gehzeit unterquert sie abermals eine Strasse. Wir befinden uns nun sehr nahe an der grossen Autobahnbrücke. Die Levada führt auf der anderen Seite der Strasse weiter, sehr ausgesetzt direkt über der Autobahn. Eine recht spezielle und amüsante kleine Herausforderung! Nach ein paar hundert Metern verschwindet sie in einer Mauer. An dieser Stelle sind Fussgänger zur Umkehr gezwungen. Wir verzichten darauf, herauszufinden, wo die Levada wieder hervortritt und laufen stattdessen der Strasse entlang hinunter zum Ortskern von Câmara de Lobos. Wir nehmen in einem der kleinen Restaurants Platz, um uns von der gelungenen aber auch mental anstrengenden Tour zu erholen.

Hike partners: AndyZ


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