Werfener Hochthron (2362m), Streitmandl (2360m), Schubbühel (2334m), Eiskogel (2321m)


Publiziert von Tef Pro , 4. November 2008 um 21:34.

Region: Welt » Österreich » Nördliche Ostalpen » Tennen-Gebirge
Tour Datum: 2 November 2008
Wandern Schwierigkeit: T5+ - anspruchsvolles Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: A 
Aufstieg: 2200 m
Abstieg: 2200 m
Strecke:Werfenweng- Wengerau-Elmaualm-Werfener Hütte-Wefener Hochthron (Südaufsteig-Nordabstieg)-Mittl. Streitmandl- Wenger Scharte-Schubbühel-Eiskogel-Tauernscharte-Heinrich Hackel Hütte - Werfenweng
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Tauernautobahn ausfahrt Pfarrwerfen/Werfen --> Werfenweng --> Wengerau. Dort befindet sich ein großer Parkplatz
Unterkunftmöglichkeiten:schöne, günstige Wohnung in Werfenweng: Haus Ramsauer
Kartennummer:Kompass Nr. 15

Das Tennengebirge im Salzburger Land ist zwar ein sehr kleines, aber sehr faszinierendes Gebirge. Es besteht aus einem weiten Karstplateau, das zu allen Seiten steil abfällt.
Wir waren total begeistert bei unserer Überschreitung, immer wieder ändert sich die Szenerie und die Formen des Gesteins. Auch passiert man immer wieder Löcher, die weit in die Tiefe führen. Unter dem Gebirge befindet sich nämlich ein weites Höhlensystem ( unter anderem auch die größte Eishöhle der Welt, die man besichtigen kann).
Wenn man in Werfenweng startet, kann man das ganze als Rundtour planen und dabei auch noch den Werfener Hochthron überschreiten, ein weiterer Höhepunkt des Tennengebirges.
So war das heute einer der schönsten Touren in diesem Jahr, wirklich sehr empfehlenswert!

Noch kurz zu den Schwierigkeiten:
Werfener Hochthron Südanstieg (Normalweg):   T5+, II
Die "Literatur" geht bei der Bewertung des Südanstiegs zum Werfener Hochthron etwas auseinander, die meisten schreiben jedoch bei der Schlüsselstelle eine III. Da hier jedoch ein montiertes Seil hilft, ist auch eine II vertretbar. Wir haben das Topo von www.bergsteiger.at dazu getan. Eine Kletterausrüstung halten wir für wenig sinnvoll, da es nur wenige Sicherungen gibt. Wegen der steilen Rinnen, dem häufigen Schrofengelände und vielen losen Steinen ist aber auf alle Fälle ein Helm sehr nützlich!
Werfener Hochthron Nordanstieg:  T5, II
Der nordseitige Abstieg hat ein, zwei IIer Stellen und ist unserer Meinung nach eine Spur ausgesetzter, jedoch viel kürzer als der Südanstieg.
Tennegebirge Durchquerung (Hochthron - Vord. Streitmandl - Schubbühel- Eiskogel - Tauernscharte  - Werfenweng) :  T3

Zur Tour:
Wir starteten bei Morgendämmerung direkt von unserer Ferienwohnung in Werfenweng. Nach 15 Minuten ereichten wir den (noch leeren) Parkplatz in der Wengerau und gingen weiter geradeuas auf den imposanten Talschluß zu. Wie eine riesige, unüberwindbare Mauer baut sich hier das Tennengebirge auf, woraus sich einige Bergspitzen hervortun. Links der Werfener Hochthron, rechts der Eiskogel, unsere Runde konnten wir also schon sehen.
Der Forstweg wendet sich kurz vorm Talschluß nach links und geht in einen matschigen Pfad über, der uns durch Gestrüpp auf die ausladende Südrampe des Hochthrons bringt. Hier liegt auf einer weiten Wiesenfläche die Elmaualm (1520m) mit schönem Blick ins noch nebelige Salzachtal, zum Hochkönig und bis in die verschneiten Hohen Tauern. Wir gehen an der Alm vorbei noch etwas weiter quer zum Hang, ehe sich der Weg nach rechts bergauf wendet. Hier kommt von unten der kürzere Anstieg von der Mahdegg-Alm hinzu (der aber nichts nützt, wenn man unsere Rundtour machen will).
Immer steiler werdend geht es nun durch Latschen oder Wiesen empor zur Werfener Hütte (1969m), die direkt unter den Felswänden des Hochthrons liegt und eine phantastische Aussicht bietet.
Man geht links am Haus vorbei und zweigt danach rechts ab. Man sieht schon von weitem die Markierung beim Einstieg in die Rinne. Überhaupt ist der ganze Weg voll von Markierungen, Verirren ist quasi ausgeschlossen.
Nun geht´s los. Steile Rinnen und Schrofengelände wechseln sich ab, man durchsteigt eine wunderschöne Felslandschaft. Bald wir es etwas anspruchsvoller und die ersten Kletterstellen kommen.
Die Wegführung schwenkt dann nach links und man kommt zu einer Rippe, von wo es etwas ausgesetzt erst einige Meter bergab geht (die Sicherung ist hier nicht besonders hilfreich) und dann eine steile Flanke gequert wird, ehe es wieder in eine Rinne geht.
Bei einem im Weg stehenden Klemmblock  hilft uns ein Seil, danach werden die Kletterstellen weniger und steiles Schrofengelände überwiegt.
Nach einer letzten kurzen Querung steht man schließlich am Gipfel mit schiefem Kreuz und der Ausblick haut einem schier um. Nach Norden überblickt man nämlich erstmals die fasziniernde Karsthochfläche des Tennegebirges.
Nach kurzer Rast machen wir uns an den Nordabstieg. Die Markierung weist uns gleich nach links in die steile, leicht ausgesetzte, aber gut gestufte Flanke, die zum Glück so gut wie schneefrei ist. So geht es direkt bergab auf einen Felssockel zu, wo man über eine erste IIer Stelle abklettert und danach nach rechts in eine Rinne rüberquert. Hier lag harter Schnee, aber nicht übermäßig viel und gut begehbar. Die Rinne geht in eine Felsrippe über, die man sich leicht rechts haltend absteigt. Der Weg ist auch hier super markiert und kaum zu verfehlen.
Viel schneller als beim Aufstieg verlassen wir das Felsgelände und queren den Hang in nördliche Richtung auf guten Pfadspuren in eine Senke auf circa 2100 Meter Höhe. Hier geht es nach links via Throntal wieder hinab zur Werfener Hütte.
Wir wenden uns jedoch nach rechts in nördliche Richtung zum nächsten Gipfel. Wir bewegen uns nun völlig auf einer Karstfläche und über Felsstufen gewinnen wir auf einem Rücken wieder an Höhe. Dieser Rücken läuft in einen Gipfel aus, dem Mittleren Streitmandl mit Gipfelkreuz. Kurz unterhalb des Gipfel liegt die Edelweißhütte mit Notunterkunft.
Nach unserer Brotzeit folgten wir den Markierungen weiter in nördliche Richtung. Über Felsrippen geht es nun wieder grundsätzlich bergab, wobei es aber immer wieder Gegenanstiege gibt.
Die Landschaftseindrücke auf unserem Weg sind großartig. Neben dem wüstenhaften Gepräge sind es vor allem die vielfältigen Strukturen des Gesteins und die unmittelbar am Wegesrand auftauchenden abgrundtiefen Löcher und Dolinen, die uns beeindrucken. Bei Nebel kann es hier schnell gefährlich werden.
In einer Senke zweigt nach links der Weg zum Leopold-HappischHaus ab, wir bleiben jedoch auf dem Pfad in nördlicher Richtung, bis er sich weiter absenkt und nach Osten hinab zur Wengerer Scharte (2077m) führt.
Weiter geht es nun in östlicher Richtung bergauf und bergab, im Blickfeld der Bleikogel und dahinter das Dachsteinmassiv.
Wir erreichen einen Sattel mit einer Wegkreuzung, wo es nach links zum Bleikogel und weiter zur Laufener Hütte geht. Es lohnt sich hier, einen kurzen Abstecher auf den Schubbühel zu machen, da er ein vorzüglicher Aussichstpunkt ist (überhaupt könnte man hier weglos noch etliche andere Gipfel sammeln, sofern man die Ausdauer dazu hat).
Wir hatten noch einen 4. geplant. Dazu stiegen wir zum Sattel zurück und querten erst den Nordhang des Schubbühel, danach den Südhang der Schartwand hinab in die Talsenke unterhalb des Eiskogels.
Von hier geht es leicht kanpp 200 Hm empor zum Gipfelkreuz. Da der Eiskogel wieder direkt am Plateaurand liegt, blickt man von hier  direkt hinab ins Tal; auch konnten wir bei der Pause nochmal unsere zurückgelegte Runde betrachten.
Danach stiegen wir wieder ab in die Senke und folgtem dem Pfad noch ein Stück ostwärts bis zur Tauernscharte, einem recht einfachen "Ausgang" vom Karst. Über Geröll gings schnell hinab durchs Kar und dann westwärts zur schön gelegenen Heinrich-Hackel-Hütte (1531m), die noch offen hatte, so daß wir bei einem Bierchen den schönen Ausblick zum Werfener Hochthron und Hochkönig genießen konnten.
Danach blieb uns noch ein Abstieg auf gutem, vielbegangenen Weg hinab in die Wengerau.

Tourengänger: Tef

Galerie


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Kommentare (1)


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gero Pro hat gesagt:
Gesendet am 3. Mai 2011 um 18:00
Servus Tef,

erst jetzt entdecke und lese ich erstmals Deinen Bericht über Eure Durchstreifung des Tennengebirges! Faszinierend, in der Tat - wie ungemein anders und vor allem viel freundlicher sieht doch alles aus, wenn KEIN Schnee liegt!

Ein schönes Eck unserer Alpen, wenngleich auch etwas abgelegen. Zumal die wirklich fulminanten Gipfelziele des Karwendels oder auch des Wallis hier fehlen.

Gruß vom Georg


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