Cimetta d'Orino P. 1905 m - Eine Tessiner Bilderbuchtour hoch über der Magadinoebene


Publiziert von Ivo66 Pro , 2. Mai 2015 um 21:14.

Region: Welt » Schweiz » Tessin » Bellinzonese
Tour Datum: 2 Mai 2015
Wandern Schwierigkeit: T2 - Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: Gruppo Cima dell'Uomo   CH-TI 
Zeitbedarf: 5:45
Aufstieg: 1700 m
Abstieg: 1680 m
Strecke:Gudo - Monti della Baggiana - Monti del Laghetto - Cap. Orino - Alpe Morisciolo - Cimetta d'Orino - P. 1905 m - P. 1820 m - Alpe Morisciolo - Alpe Mognone - Sementina - Monte Carasso
Zufahrt zum Ausgangspunkt:cff logo Gudo, Chiesa
Zufahrt zum Ankunftspunkt:cff logo Monte Carasso, Urènn/Funivia
Kartennummer:1:25'000 Bellinzona

Die Cimetta d'Orino (1820 m) kann zwar nur knapp als eigenständiger Gipfel bezeichnet werden, aber dennoch kommt bei Ankunft auf seinem Haupt richtiges Gipfelfeeling auf, insbesondere wegen der traumhaften Aussicht, aber auch aufgrund der Tatsache, dass man 1600 Höhenmeter zurückgelegt hat. Diese Anstrengung hat wohl auch dazu geführt, dass wir - zum ersten Mal in unserem Leben - zunächst am Gipfel vorbeigegangen sind und auf einer Anhöhe gut 100 Höhenmeter weiter oben gelandet sind.

Unsere heutige Tour verlief durch die endlosen Wälder hoch über der Magadinoebene. Das klingt nicht nach viel Abwechslung, ist es aber: Wie immer in den Tessiner Bergen waren wir auch heute begeistert. Vom Start in Gudo im Talboden bis zur Ankunft in Monte Carasso kamen wir voll auf unsere Rechnung: Wir suchten Tessiner Wildnis und bekamen sie, und dies in Verbindung mit dem grössten Vorzug einer ÖV-Tour: Der Endpunkt der Tour liegt nicht am Ausgangspunkt derselben; nur den kurzen Schlussaufstieg legten wir auf der gleichen Route im Auf- und Abstieg zurück.

Es war also wieder so ein Tag: Der Frühling macht im Norden eine nasse Pause und im Tessin wird der Vorsommer eröffnet. Man musste einfach ab in den Süden, weshalb wir um 6 Uhr 15 den Zug vor unserer Haustüre bestiegen und kurz vor 10 Uhr in Gudo dem Postauto entstiegen. Es war wie die Ankunft auf den Kanarischen Inseln: Die Reisezeit war wenig kürzer, aber die Temperatur und die Düfte, die in der Luft lagen, liessen Ferienstimmung aufkommen. Wie immer im Tessin begibt man sich auch hier fünf Meter nach dem letzten Haus in die Wildnis und tritt in den Dschungel ein. Wir durchstiegen alle möglichen Vegetarionszonen durch Kastanien-, Birken-, Buchen- und Lärchenwälder, vorbei an Alpenrosenstauden - noch nicht in Blüte - und erreichten nach langem Aufstieg die Alpe Morisciolo, wo wir eine Planänderung beschlossen und später den Abstieg über die schön gelegene Alpe Mognone unter die Füsse nahmen.

Auf dem höchsten Punkt unserer Tour, P. 1905 m auf den schönen Südgrat der Cima di Morisciolo, kamen wir ins Schwärmen, und bald wurden neue Touren und Gipfelziele ins Visier genommen. Schade, dass heute die Zeit dafür fehlte. Wie immer auf unseren ÖV- Touren wurde der lange Abstieg zum Wettlauf mit der Zeit. Immerhin fuhr jede Stunde ein Postauto zurück nach Bellinzona, für Tessiner ÖV-Verhältnisse schon fast ein Luxus und angesichts der jeweils praktisch leeren Busse auch nicht selbstverständlich.

In 2 Stunden schafften wir die knapp 1700 Höhenmeter abwärts und erreichten in Monte Carasso noch rechtzeitig die Bushaltestelle. Ab dem Wegweiser, welcher noch 50 Minuten nach Sementina anzeigte, wir aber nur noch 30 Minuten Zeit hatten, holten wir noch unsere letzten Reserven heraus.

Routenbeschreibung:

Das ganze, weitläufige Gebiet ist von einem recht dichten Wanderwegnetz durchzogen, die Wege gut unterhalten, ausreichend markiert und sehr gut ausgeschildert.

Wir folgten von Gudo dem Bergweg, welcher Richting "Capanna Alpe d'Orino" ausgeschildert ist. Bei einer Abzweigung nach einer Brücke über einen idyllischen Bergbach sind 2 Aufstiegsmöglichkeiten mit Zeitangabe aufgeführt. Wir wählten die etwas kürzere davon. Der Weg steigt ordentlich steil an und verläuft in einer längeren Querung vor der Capanna Alpe d'Orino recht schmal durch ziemlich abschüssiges Gelände.

Bei der Hütte ist der Weiterweg dann bis "Cimetta d'Orino" ausgeschildert. Von der malerischen Alpe di Morisciolo verläuft der Schlussaufstieg in offenem Gelände auf immer noch gutem Bergweg. Der kurze Schlussaufstieg bis zu P. 1905 auf Pfadspuren ist sehr lohnend, gewinnt man doch dort einen schönen Einblick in den weiteren Gratverlauf und hinüber zur Cima d'Erbea und dem Gaggio.

Abgestiegen sind wir auf guten Pfaden von der Alpe Morisciolo in Richtung Sementina, wo wir schliesslich der Strasse entlang nach Monte Carasso zur Bushaltestelle gegangen sind..

Tourengänger: Ivo66, Lena


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Kommentare (4)


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alpstein Pro hat gesagt:
Gesendet am 2. Mai 2015 um 21:33
Toller Bericht und Eindrücke aus dem Tessin :-)

Dazu Top-aktuell auf Hikr und in gewohnter Perfektion!

Nach der An- und Rückreise und der nicht gerade kurzen Tour keine Selbstverständlichkeit.

Beste Grüße
Hanspeter


Ivo66 Pro hat gesagt: RE:
Gesendet am 2. Mai 2015 um 21:46
Danke Hanspeter. Der Vorteil der Zugreise war auch, dass ich den Bericht bereits auf dem Rückweg grösstenteils erstellen konnte und zu Hause praktisch nur noch die Fotos hochladen musste.

Der Süden ist halt immer eine Reise Wert, wie Ihr ja auch gemerkt habt;-)

Herzliche Grüsse
Ivo

Peter23 hat gesagt: Sonnenstube
Gesendet am 3. Mai 2015 um 21:38
Hallo Ivo und Lena
Schöne Eindrücke aus dem Tessiner Dschungel, Ihr Wetterglücklichen. Wir sitzen hier mit nassen Socken herum.
Das mit dem Gipfelziel kann Euch in den Kreuzbergen bestimmt nicht passieren.
Beste Grüsse
Peter

Ivo66 Pro hat gesagt: RE:Sonnenstube
Gesendet am 4. Mai 2015 um 19:24
Hallo Peter
Ja, das Tessin ist immer gut für Schönwettertouren und doch überrascht es uns immer wieder, wenn wir in dickem Grau in den Gotthardtunnel eintauchen und einige Minuten später unter blauem Himmel wieder ans Tageslicht treten.
...und ja, bei den Kreuzbergen ist der Gipfel jeweils immer zuoberst;-)

Herzliche Grüsse
Ivo und Lena


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