Schilt 2299m (über Leist)


Publiziert von whannes , 22. Oktober 2008 um 23:45.

Region: Welt » Schweiz » Glarus
Tour Datum:19 Oktober 2008
Wandern Schwierigkeit: T6 - schwieriges Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: III (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GL   Schilt-Mürtschengruppe 
Aufstieg: 1850 m
Abstieg: 1850 m
Kartennummer:Spitzmeilen 1154

Der Schilt ist ein an sich unscheinbarer Wanderberg gleich vor meiner Haustüre. Die wenig begangene Route über Leist führt über einen sehr ausgesetzten Kalkgrat in der Westflanke und bietet atemberaubende Tiefblicke.

Am Morgen früh startete ich mit meiner Begleiterin in Ennenda. Wir folgten dem Wanderweg in Richtung Hüttenkopf bis auf ca. 1100m. Mit gelber Farbe und kaum übersehbar war der Einstieg zum Höhenweg Richtung Äugsten zu finden. Diesem folgend, durchquerten wir die erste Runse, gewannen dann im Zickzack Höhe und überquerten auch noch die zweite Runse. Leicht steigend ging es weiter und bald schon befanden wir uns auf dem Cranzchopf 1169m.

Hier beginnt die eigentliche Route. Wir stiegen zu den Hochspannungmasten und von dort unschwierig über mit Föhren beplankte Kalkfelsen bis zu einem Felsriegel hoch. Gemäss Führer sollte es via eine Kehle über diese Stufe hinaufgehen. Nach ein paar Metern mussten wir jedoch eingestehen, dass uns dies ohne vernünftig mögliche Sicherung zu gefährlich war.

Inzwischen erreichte uns eine zweite Zweierschaft welche das Hindernis etwas mehr rechts zu umgehen begann. Es schien zu klappen und so stiegen wir wieder zurück, packten das Seil aus und taten es ihnen gleich. Unterwegs konnte man sich gelegentlich mittels Schlinge an einer der vielen Föhren etwas sichern.

Die Stufe überwunden, folgte etwas einfacheres Gelände und auf dieses schon bald das nächste Hindernis. Auch hier fanden wir den besten Weg nicht auf Anhieb und mussten zuerst hoch, wieder runter und wieder hochsteigen, bis wir uns für die unserer Meinung nach beste und sicherste Variante entschieden hatten: Bei einer rausstehenden Föhre etwas rechts konnten wir mittels beherzem Zugreifen und Akrobatikeinsatz die Stufe gut überwinden.

Wieder etwas einfacher gelangten wir zur Stufe unterhalb von P. 1638. Leider klappte es auch hier nicht von Anfang an mit dem Weg. Nach einiger Suche stiegen wir etwas links ca. 3m über eine brüchige Stufe hoch und gelangten so zu dem im Führer beschriebenen Bändchen. Diesem folgend, erreichten wir endlich die  Ausstiegsrinne welche auf die Ebene oberhalb von P. 1638 führt.

Schutt und Grasbändern folgend zur Wildi und von dort unter dem Schlafstein zur Schlafegg. So gelangten wir zu einem markanten Einschnitt (Risenen) nordöstlich des Schlafsteins wo ein Weglein mit einem Stahlseil nach oben führt. Dann einfach über das Tristli auf den Schilt.

Oben angelangt, hiess es dann noch Benzinkocher auspacken, Espresso kochen, die Einsamkeit geniessen und dann via Äugsten nach Ennenda absteigen.

Fazit: Der Aufstieg über Leist ist keine harmlose Tour. Man ist durchgehend stark ausgesetzt und ein Ausrutscher wäre fatal. Die Hindernisse, welche sind einem unterweg in den Weg stellen, müssen überlegt angegangen werden. Wenn es schwieriger als III wird, so ist man mit Sicherheit falsch, das mussten auch wir feststellen. Der Fels ist zum Teil recht brüchig. Die strammen Föhren ermöglichen jedoch eine vernünftige Sicherung über die schwierigsten Stellen.

Wichtig: Meine Begleiterin hat leider etwas unterhalb der ersten Stufe ihre Uhr verloren. Sollte also irgendwann jemand fündig werden....


Tourengänger: whannes

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