Englands höchster: Scafell Pike, 978 m - Bergwanderung


Publiziert von zaufen Pro , 7. Mai 2014 um 23:48.

Region: Welt » United Kindom » Cumbria
Tour Datum: 2 Mai 2014
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: GB 
Zeitbedarf: 6:30
Aufstieg: 900 m
Abstieg: 900 m
Strecke:17 km
Zufahrt zum Ausgangspunkt:mit dem Auto auf der Straße vom Eskdale zum Hardknott Pass (aus Richtung Langdale/ Ambleside 30% Steigung / Gefälle auf einspuriger Strecke mit engen Kurven ohne Abflachung in den Kehren)
Zufahrt zum Ankunftspunkt:Rundweg
Unterkunftmöglichkeiten:unterwegs keine
Kartennummer:Ordnance Survey OL 6

Ein recht langer, aber schöner Rundweg vom Eskdale auf den höchsten Berg Englands, den Scafell Pike.
Weil es in England keine Wegmarkierungen gibt, muss man schon die Karte lesen können und bei schlechter Sicht den Kompass mitnehmen.

Parken kann man westlich der Abzweigung zum Hof Brotherilkeld im Tal oder im Bereich der ersten Steilstufe auf der Strecke zum Hardknott Pass.
Einstieg ist dann der Fahrweg zum Hof Brotherilkeld. Der Hof wird dann auf dem beschilderten Fußweg inks umgangen. So gelangt man dann auf den recht lang im Talboden des Eskdales verlaufenden Pfad. Der in der Karte noch eingetragene Weg durch den Hof soll wohl nicht mehr benutzt werden.
(Wir hatten weiter oben am römischen Fort Hardknott Castle geparkt und waren von oben über den Hang gekommen. So trafen wir erst später auf den Weg im Tal. Da wir aber auf dem Rückweg feststellen mussten, dass der in der Karte eingetragene Aufstieg von Brotherilkeld Richtung Hardknott  Castle wegen der Sperrung des Hofs nicht mehr funktioniert und wir entlang der Straße aufsteigen mussten, ist diese Variante nicht mehr praktisch.)
Mit recht wenig Steigung läuft man schon etwa eine Stunde talaufwärts bis zur hübschen Lingcove Bridge vor einem Wasserfall. Hinter der Brücke hält man sich links und folgt dem River Esk und seinen Wasserfälllen aufwärts. Hier zeigt sich, dass sich in England in wegsamem Gelände die Spuren leicht verlieren und man dann die Hauptspur nicht unbedingt wiederfindet. Wir hielten uns direkt am Bach, z.T. schon recht ausgesetzt, aber sehr reizvoll mit den zahlreichen Wasserfällen. Später stießen wir auf den offenbar weiter oben am Hang verlaufenden eigentlichen Weg.
Nach dieser ersten Steilstufe erreicht man die Ebene südlich Scar Lathing. Hier gilt es, halbwegs trockenen Fußes den von Osten hinzustoßenden Bach zu queren und sich dann auf dem deutlichen Weg weiter links leicht talaufwärts zu halten.
Dann erreicht man auf immerhin schon 360 m Höhe nach etwa 2 Stunden das Great Moss. Das ist nun wieder ein Bereich, in dem es ein Wegerecht gibt und in der Karte auch irgendwo einen Weg, tatsächlich aber geht es darum, herauszufinden, wie man diese versumpfte Hochebene irgendwie queren kann, ohne zu versinken und schließlich den River Esk nach Westen überschreiten kann. Auf der Westseite kann man dann gut auf einem Pfad am Hangfuß trocken gehen - man muss nur erst hinüberkommen. Am leichtesten soll das recht weit nördlich gegenüber des westlich liegenden Cam Spout Wasserfalls gehen, so der Wanderführer - bloß muss man bis dahin erst einmal kommen. Wir hielten uns am Beginn der Sumpffläche gleich links und gingen direkt am Ufer des Flusses, was sich relativ gut machte. Die Überquerung der Zuflüsse gelang uns jedenfalls nicht weiter als knöcheltief im Morast einsackend. Sobald wie möglich querten wir dann den Hauptbach und gingen auf dem Westufer weiter.
Dann steht man nach einiger Zeit unter dem Wasserfall Cam Spout auf der in Blickrichtung linken Talseite (orographisch rechts). Hier geht es auf unterschiedlich ausgeprägtem Pfad parallel zum Wasserfall steil aufwärts mit leichter Kraxelei, dann wieder etwas sanfter auf deutlicherem Pfad. Auf diesem Abschnitt bis zum Mickledore-Sattel wird der größte Teil des Anstiegs bewältigt, im oberen Bereich in Schutt und Geröll.
Dort trifft man auf die kürzere Aufstiegsroute vom Wast Water. Rechts weiter nach Nordosten geht es über kleine Blöcke und Geröll zum Gipfel des Scafell Pikes, der von verschiedenen Seiten stark besucht wird.

Für den Abstieg wählten wir eine andere, günstige und bequeme, aber kaum begangene  Route: Vom Gipfel des Scafell Pikes nach Nordosten in den nächsten Sattel vor dem Broad Crag, dort dann rechts nach Südosten hinab durch das Tal "Little Narrowcove". Das geht  zunächst auf Spuren durch Schutt und Geröll leider sehr unterschiedlicher "Korngröße" steil abwärts. Sowie es etwas sanfter wird, verlieren sich wie üblich die Spuren (bei den Niederschlagsmengen in der Gegend von 3000 bis 5000 mm/Jahr kann auch kein Schaf gegen den Graswuchs ankommen). Man hält sich entlang des Talbodens rechts vom Bach und trifft immer wieder mal auf Spuren. Dann bildet der Bach eine tiefere Rinne, während rechts davon Spuren auf eine Art Schulter führen, denen man folgt. (Man könnte auch in der Rinne weiter gehen, was aber nach Beschreibungen von Engländern im Internet, die aufwärts nicht die richtige Spur gefunden haben, unbequem ist). Die Spuren führen dann vor einem felsigen Absturz dieser Schulter weiter rechts in eine andere kleine, fast trockene Rinne, durch die man ins oberste Eskdale nördlich des Great Moss gelangt. Von oben ergibt sich die Trassierung eigentlich aus dem Geländeverlauf und ist zu finden, ob man von unten kommend den richtigen Verlauf finden kann, wenn man ihn nicht kennt, erscheint mir zweifelhaft. Die im Internet dazu vorhandenen Beschreibungen sprechen dafür, dass man es  nicht  findet. Die beiden Steinhaufen ganz unten am Einstieg helfen jedenfalls nicht weit.

Auf der orographisch rechten Seite folgten wir dann im großen Talboden angekommen manchmal auf menschlichen oder tierischen Trittspuren dem Verlauf des River Esk wieder bis zu dem Platz unterhalb des Wasserfalls Cam Spout.
Auf dieser Talseite folgten wir dann weiter dem deutlichen Pfad, der südlich vom Great Moss aus dem Tal herausführt und sich überwiegend erkennbar am westlichen Rand weiterer Hochflächen nach Süden hielt. Feuchtgebiete werden immer westlich umgangen. Schließlich wird das Geländerelief wieder kräftiger und der gut gewordene Weg führt hinab ins Eskdale zur Scale Bridge. Immer dem Hauptweg folgend gelangt man hinab bis zum Hof Taw House. Von dort führt ein ein der Karte noch nicht als Permissive Path eingetragener Weg östlich zu einer Fußgängerbrücke zum Hof Brotherilkeld und dem Ausgangspunkt.

Man muss sich bewusst sein, dass in England in den Karten grün eingetragen die Wegerechte sind, wo es aber nicht unbedingt einen wirklichen Weg geben muss. Andererseits dürfen außerhalb von Open-Access-Land viele vorhandene und in der Karte eingetragene Wege nicht benutzt werden und sind verschlossen. Die "Public Footpaths" sind oft nur durch ein Schild (meist ohne Zielangabe) am Anfang gekennzeichnet, aber unterwegs nicht. Jenseits der beiden Bauernhöfe am Anfang bzw. Ende der Route  (Brotherilkeld und Taw House) gibt es keinerlei Wegweiser oder Zeichen, nur sehr selten mal einen kieinen Cairn (Steinhaufen) und die meistens da, wo man sie bei guter Sicht sowieso nicht braucht. Es ist aber alles Open Access Land. Selbst den günstigsten Weg suchen und die Karte richtig lesen, ist also angesagt. Und diese längere Aufstiegsroute ist schon relativ einsam.
Der von uns gewählte Rückweg ist noch weniger begangen, aber gerade für den Abstieg sicherlich bequemer als der Aufstiegsweg.


Tourengänger: zaufen


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