Ėl’brus 5642m


Publiziert von Sputnik Pro , 28. Juli 2008 um 21:20.

Region: Welt » Russland » Kabardino-Balkarija
Tour Datum:20 Juli 2008
Hochtouren Schwierigkeit: WS+
Wegpunkte:
Geo-Tags: RUS 
Zeitbedarf: 2 Tage
Aufstieg: 1750 m
Abstieg: 1750 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Vom Flughafen Москва Шереметьево-2 (Moskva Šeremet'evo-2) mit dem Flugzeug nach Минеральные Воды (Mineral'nye Vody). Von dort mit Bus selten direkt oder über Нальчик (Nal'čik) nach Терскол (Terskol). Ab Терскол (Terskol) mit dem Taxi nach Азау (Azau) und von dort in drei Etappen mit der Seilbahn hinauf zu den Бочки (Bočki).
Zufahrt zum Ankunftspunkt:analog Zufahrt zum Ausgangspunkt.
Unterkunftmöglichkeiten:Viele Hotels in der Gegend. Gut und preiswert ist das Hotel Шахеризада (Šakherizada) in Азау (Azau). Zu buchen am einfachsten über Pilgrim Tours (http://www.pilgrim-tours.com). Am Berg gemütliche Hüttchen oberhalb der Дизель Хат (Disel' Khat).
Kartennummer:Internet

ЭЛЬБРУС (ĖL'BRUS; 5642m): HÖCHSTER GIPFEL EUROPAS UND RUSSLANDS.

Der doppelgipflige Stratovulkan befindet sich 11km nördlich des Hauptkammes vom Кавказ (Kavkaz) und liegt somit auf rein europäischem Gebiet. Die beiden Gipfel sind 1,5km voneinander entfernt wobei der mit 5642m etwas höhere Westgipfel (Запатная вершина; Zabatnaja veršina) der Hauptgipfel ist. Der 5621m hohe Ostgipfel (Восточная вершина; Vostočnaja veršina) hat im Gegensatz zum Westgipfel einen 300-400m grossen Gipfelkrater. Die vulkanische Aktivität ist zur Zeit schwach, der letzte Ausbruch ereignete sich am Westgipfel ums Jahr 50 herum. Wenn sich die Aktivität wieder erhöhen sollte ist durch das Abschmelzen der Eiskappe mit der Entstehung von gefährlichen Laharen zu rechnen!

Der Эльбрус (Ėl'brus) wird auch kleine Antarktis genannt, denn seine enorme Eisfläche beträgt 145 Quadratkilometer und mehr als 70 Gletscher fliessen von den Gipfeln ins Tal. Dank der herausragenden Erscheinung haben die Russischen Republiken Кабардино-Балкария (Kabarbino-Balkarija) und Карачаево-Черкесия (Karačaevo-Čerkesija) den doppelgipfligen Vulkan als Nationalsymbol in ihren Flaggen. Die Grenze der beiden Russischen Provinzen verläuft direkt über den Westgipfel, der Ostgipfel liegt vollständig in der Кабардино-Балкарская Республика (Kabardino-Balkarskaja Respublika).

Der niedrigere Ostgipfel wurde erstmals am 22.7.1829 vom Balkarischen Hirten Киллар Хаширов (Killar Khaširov) bestiegen. Er erreichte den Gipfel alleine als er von der Russischen Armee als Bergführer für eine wissenschaftliche Expedition angestellt war. Der Hauptgipfel wurde erstmals am 28.7.1874 vom Balkarischen Bergführer Ахия Соттаев (Akhija Sottaev) zusammen mit dem Schweizer Peter Knubel und den Engländern Frederick Gardiner, Florence Gauford Grove und Horace Walker erreicht. Heutzutage besteigen jährlich etwa 1000 Alpinisten erfolgreich den Gipfel - im Gegensatz dazu gibt es jedes Jahr Dutzende Tote am Berg, das Rekordjahr war 2004 mit 48 Opfer! Der Grund der hohen Todeszahlen liegt am unberechenbaren Wetter, denn eine plötzliche Wetterverschlechterung mit Temperaturstürzen bis -30°C begleitet von starkem Wind und Nebel sind keine Seltenheit. Dabei verloren die Bergsteiger die Orientierung und erfrieren oder verirrten sich in Spaltenzonen. Seit einigen Jahren ist deshalb der Normalweg alle 50m mit Fähnchen markiert, seit dem gingen die Todeszahlen etwas zurück.

Besteigung: Ich hatte Glück bei meiner Besteigung und alles lief wie geplant. Kurz vor der Abreise machte ich eine Akklimatisationstour aufs Nordend (4609m). Nach Ankunft in Азау (Azau; 2355m) unternahm ich eine kleine Tour auf den Азаугичечегеткарабаши (Azaugičečegetkarabaši; 3461m). Am darauf folgenden Freitag legte ich einen Ruhetag ein; wie durch ein Zufall regnete es den ganzen Tag und ich konnte in Ruhe die letzten Einkäufe tätigen, Schaschlik in einem der feinen Kneipen essen und am Abend den Rucksack packen.

Am Samstag morgen ging es dann mit zwei Luftseilbahnen über die Zwischenstation Старый Кругозор (Staryj Krugozor; 3050m) zur Станция Мир (Stancija Mir) auf 3720m. Hier kann über den ganzen Sommer Skifahren und es war lustig zuzusehen wie einige Russen übten das Snowboard zu beherrschen. Von der Станция Мир (Stancija Mir) fährt bis auf 3900m Höhe ein kleiner Sessellift zu den Бочки (Bočki) hinauf, es handelt sich um grosse Blechtonnen mit Betten und Kochgelegenheit die aber oftmals vollständig belegt sind. Von den Бочки (Bočki) gelangte ich in etwa einer Stunde über eine durch Raupenfahrzeuge präparierte Skipiste zur Дизель Хат (Disel' Khat) auf 4020m. Wenige Meter oberhalb der Дизель Хат (Disel' Khat) befinden sich einige graue Hütten, dort fragte ich nach Музафар (Muzafar) mit dem die örtliche Touristen-Agentur (Pilgrim-Tours) im Hotel telefoniert hatte wegen freien Schlafplätzen. Er war gerade anwesend und so bekam ich eines der kleinen Hüttchen zugewiesen. Zugegeben so klein sind die Hüttchen auch wieder nicht, jedes hat zwei Zimmer mit je etwa 8 engen Schlafplätzen - das geniale war aber dass ich für mich alleine so ein Hüttchen hatte! Ich lies nahezu alles Material dort und machte mich um 13 Uhr nach einer kleinen Stärkung mit leichtem Rucksack auf um bis zu den Скалы Пастухова (Skaly Pastukhova) aufzumachen. Der Aufstieg zu den Felsen auf 4610m Höhe dauerte knappe 2 Stunden; bis unter die Felsen konnte ich gemütlich über eine Piste aufsteigen, die letzten 100m waren dann etwas steiler über guten Trittfirn. Die kleine Nachmittagstour diente einer weiteren Akklimatisation, jedoch spürte ich die Höhe eigentlich nicht. Um 16 Uhr war ich dann wieder bei den Hütten und kochte mir in der Küchenhütte (Gasherd vorhanden!) ein Zweigangmenü mit Suppe und Pasta. Nachdem ich gegessen habe und von Russischen Bergsteigern mit lokalen Spezialitäten verwöhnt wurde, legte ich mich um 18 Uhr schlafen.

Mitternacht, der Wecker klingelte - der Schlaf war nicht besonders tief aber ich fühlte mich fit für den grossen Tag. Gemütlich frühstückte ich in meinem kleinen Hüttchen, kontrollierte nochmals das Material und den Rucksack und verlies das gemütliche Lager kurz vor 1 Uhr. Es war noch kein Mensch unterwegs und so machte ich mich bei Mondschein auf den langen Weg. Gegen 3 Uhr erreichte ich die Скалы Пастухова (Skaly Pastukhova; 4610m), es war nun bitterkalt und der kräftige Wind begann unangenehm über die Berghänge zu wehen. Als ich etwa 100m über den Felsen war sah ich unten die ersten Bergsteiger zu Fuss, weitere wurden gegen Bezahlung mit der Pistenraupe auf 4500m bis unter die Felsen gefahren. Langsam stieg ich immer höher bis sich um 5 Uhr auf 5000m ein grandioser Tagesanbruch mit einem grellen Rot am Horizont ankündigte. Zeit für die zweite Rast nach den Felsen und um erste Fotos zu schiessen, die Rast fiel aber sehr kurz aus da mir beim Wind und den -15°C schnell kalt wurde. Einige Bergsteiger schlossen dabei zu mir auf, doch ich überholte fast alle bald (bis auf einen Einheimischen) wieder, da sie die Tour viel zu schnell angingen. Die Querung bis in den 5400m hohen Sattel zwischen West- und Ostgipfel zog sich nun enorm in die Länge und ich erkannte die Dimensionen des Berges. Der Sattel erreichte ich um 7Uhr und er lag schon teilweise schon in der Sonne. Hier war es endlich weniger windig und konnte eine längere Erfrischungspause auf einem sonnigen Lavastein einlegen. Anstrengend ging es über 200 Höhenmeter bis 40° steil vom Sattel weiter aufs Gipfelplateau vom Westgipfel, nun spürte ich die Höhe und die Schritte wurden etwas langsamer. Oben angelangt staunte ich über die Weite, denn der Hauptgipfel leigt genau gegenüber auf dem ziemlich flachen Plateau. Auch die letzten geschätzten 500m zogen sich in die Länge - doch irgendwann kam der letzte kurze Steilaufschwung und bei den letzten Schritten war die Mühe des Aufstieges vergessen. Alleine stand ich punkt 9 Uhr auf Europas höchstem Punkt, die mächtigen 4000er in der Gegend erschienen nur noch als kleine Hügel und das ganze Panorama erweiterte sich bis zum Dunst am weit entferten Horizont! Nach einer 20 Minuten Gipfelrast machte ich mich auf den Rückweg und war in 3 Stunden wieder in der Hütte wo mir die Russen gratulierten und mich mit Tee, Käse und Wurst verköstigten. Zufrieden packte ich meine Sachen zusammen, lief zu den Бочки (Bočki) hinunter und fuhr mit den Seilbahnen nach Азау (Azau; 2355m).

Genaue Route: TAG 1: Бочки (Bočki) - Дизель Хат (Disel' Khat) - Скалы Пастухова (Skaly Pastukhova) - Дизель Хат (Disel' Khat). TAG 2: Дизель Хат (Disel' Khat) - Скалы Пастухова (Skaly Pastukhova) - Косая полка (Kosaja polka) - Sattel - Эльбрус запатная вершина (Ėl'brus Zabatnaja veršina) - Abstieg zu den Бочки (Bočki) wie Aufstieg.

Tour im Alleingang.

Interessante Links:
Aktuelle Wettervorhersage Ėl'brus: http://www.snow-forecast.com/resorts/Mount-Elbrus/6day/top .
Ėl'brus bei Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Elbrus
Ėl'brus bei Summitpost: http://www.summitpost.org/mountain/rock/150255/mount-elbrus.html
Infoseite mit vielen Fotos über den Ėl'brus und Kavkaz Allgemein: http://caucatalog.narod.ru .

Tourengänger: Sputnik

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Kommentare (16)


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Fenek hat gesagt: ein weiterer Höhepunkt!
Gesendet am 28. Juli 2008 um 21:31
Lieber Andi,
ich gratuliere dir herzlich zu diesem Berg! Wieder ein Höhepunkt im Alleingang!
Freue mich auf deine weiteren Abenteuer.......

Grüsse aus dem Emmental
Fenek

Schlumpf hat gesagt: Supi!
Gesendet am 28. Juli 2008 um 21:57
Sali Andi,

herzliche Gratulation zum höchsten Europas und wie Du die Tour angegangen bist, Sputnik-Style, ganz genial!

Gruess Schlumpf

ABoehlen Pro hat gesagt: Gratuliere!
Gesendet am 29. Juli 2008 um 07:32
Hoi Andi

Herzliche Gratulation auch von mir! War bisher nie sicher, ob nun der El'brus oder der Mont Blanc der höchste Europäer ist, aber nach Deinem Bericht ist mir der Sachverhalt nun klar.

Wie sieht es eigentlich punkto Sicherheit in diesem Teil Russlands aus? Im Kaukasus schwelen ja zahlreiche Konflikte, und der Zwischenfall letzthin am Ararat in der ebenfalls krisengeschüttelten Osttürkei zeigte, dass man auch als Bergsteiger in politisch heiklen Gebieten in grosse Schwierigkeiten geraten kann.

Wünsche Dir jedenfalls weiterhin gutes Gelingen auf Deinen Touren

Liebe Grüsse
Adrian

Anna hat gesagt: толл!
Gesendet am 29. Juli 2008 um 14:27
привет!

Gratuliere für diese schöne Tour auf dem Dach von Europa. Es schau sehr interessant.

Ich möchte fragen ein bisschen über dieses Russischen Gebiet: wie sind da die Leute? Wie war die Atmosphäre in der Hütte? Welche Eindruck hast du über die russische Bergsteiger?

Viele liebe Grüsse - пока
Anna&Stani

Cyrill Pro hat gesagt:
Gesendet am 29. Juli 2008 um 14:56
Salve Andre

Ganz toll gemacht. Super!

Das der Elbrus der höchste Berg in Europa ist, ist allerdings umstritten (Innereurasische Grenze). Einige Geographen zählen den Elbrus zu Asien und nicht zu Europa. Demnach wäre der höchste Berg von Europa nicht im Kaukasus, sondern in den Alpen und hiesse Mont Blanc 4811m.

Gruss Cyrill

Baldy und Conny Pro hat gesagt: Gartuliere
Gesendet am 30. Juli 2008 um 12:15
hallo Sputnik
gratuliere zu dieser hervoragenden Leistung. Nachbarschaftliche Grüsse aus Liestal
Angelo

Sputnik Pro hat gesagt: Спасибо / Danke
Gesendet am 30. Juli 2008 um 17:19
Vielen Dank für Eure Kommentare, es lohnt sich auf jedenfall schon wegen der Natur eine Reise in das schöne Gebirge zu unternehmen. Ich werde sicher wieder einmal dort hinfahren, dann aber eher nach Georgien und Aserbaidschan. Zu Euren Fragen:

ADRIAN: Im Prinzip ist der grösste Teil des Gebietes sicher und gut zu bereisen. In Russland sollte man die Provinzen Inguschetien, Tschetschenien und Dagestan meiden. In Georgien sind die Provinzen Abchasien und Südossetien wegen Konflikten nicht bereisbar. In Aserbaidschan ist es nur im Gebiet von Nagrornji-Karabach unsicher da dieses Gebiet von Armenien besetzt ist. In Armenien selbst ist Reisen kein Problem.

ANNA: Die Russischen Bergsteiger in der Hütte waren sehr freundlich, sie kamen aus Sibirien und waren dort in den Ferien. Die einheimischen Balkaren im Baksantal sind ein Turkvolk. Sie waren freundlich aber eher zurückhaltend. Das Essen war ebenfalls super in den Restaurants und man kam schnell in ein Gespräch, bei Einheimischer (Balkarischer) Musik gab es spontane Tanzaktionen! Mir kam es vor wie wenn die Kultur eine Mischung aus Zentralasien, Russland und der Türkei ist.

CYRILL: Europa und Asien liegen auf der gleichen Kontinentalplatte, eigentlich gäbe es damit nur einen Kontinent "Eurasien". Der europäische Teil Russlands mit Moskva und der Volga gehören klar zu Europa. Um diesen Teil von Asien zu trennen gilt als eindeutige Grenze im Osten die Wasserscheide vom Ural. Im Süden ist der Kaukasus-Hauptkamm (ebenfalls Wasserscheide) die logische Grenze. Irgendwo einige 100km nördlich quer durch die Kubansteppe die Grenze zwischen Asien und Europa zu ziehen erscheint mir als unlogisch. Von der Bevölkerung her wohnen im Nordkaukasus meist mehr Russen als andere Völker womit das Gebiet sicher auch mehr europäisch als asiatisch ist.

Heinz hat gesagt: Ost-West-Gipfel
Gesendet am 27. Oktober 2008 um 14:09
Hallo Sputnik,
mit großem Interesse habe ich Deinen sehr informativen Bericht über die Besteigung des Elbrus gelesen, obwohl ich kein Bergsteiger bin. Aber als Bergtourist bin ich vor nunmehr 37 Jahren am Elbrus bis zum Prijut 11, einem Schutzhaus auf ca. 4100 m Höhe, das inzwischen abgebrannt ist, hochgestiegen - also die Strecke zu Fuß, die Du mit Hilfe der inzwischen erweiterten Bergbahnen zurücklegen konntest. In Deiner Beschreibung hast Du aber offenbar mehrmals Ost- und Westgipfel verwechselt. Du hast geschrieben: "Anstrengend ging es über 200 Höhenmeter bis 40° steil vom Sattel weiter aufs Gipfelplateau vom Ostgipfel, nun spürte ich die Höhe und die Schritte wurden etwas langsamer. Oben angelangt staunte ich über die Weite, denn der Hauptgipfel leigt genau gegenüber auf dem ziemlich flachen Plateau." Danach muß man annehmen, daß Du auf dem Ostgipfel warst. Bei den von Dir beschriebenen Erstbesteigungen schreibst Du: "Der niedrigere Westgipfel wurde erstmals am 22.7.1829 vom Balkarischen Hirten Киллар Хаширов (Killar Khaširov) bestiegen." Aber abgesehen von dieser Ost-West-Verwechslung interessiert mich, woher Du diese Information hast und wie gesichert sie ist. Über diese im Jahre 1829 durchgeführte wissenschaftliche Expedition unter der Leitung des russischen Generals Emanuel schrieb schon Gottfried Merzbacher in seinem 1901 erschienen Buch "Aus den Hochregionen des Kaukasus", daß es unwahrscheinlich ist, daß der General "vom Malka-Thale aus, aus einer Höhe von 2400 m, die weit zurückgeschobenen Gipfelpartien des Elbrus bei einem Horizontalabstand von 18 km sehen kann", auch nicht mit "une excellente lunette de Dolland".
Sei herzlich gegrüßt von Heinz
PS: Wie kann man eigentlich hier mit kyrillischen Buchstaben schreiben?

Sputnik Pro hat gesagt: Erstbesteigung
Gesendet am 30. Oktober 2008 um 10:05
Salü Heinz,

West/Ost ist korrigiert, habe mich ganz einfach verschrieben. Übrigens die abgebrannte Hütte habe ich gesehen, diesen Sommer wurde dort an einer neuen Hütte gebaut. Zur Erstbesteigung vom niedrigeren Ostgipfel durch Killar Khaširov habe ich auf verschiedenen (auch russischen) Seiten im Internet gesucht, auch im Ort Azau selber gilt dieser Einheimischer als Erstbesteiger. Aber eben hundert Prozentig gesichert ist dies nicht (wie das auch bei einigen Alpengipfel ist). Ich denke aber schon dass das so gewesen sein könnte, denn wenn die Armee ein Lager oberhalb 4000m hatte ist ein Aufstieg bei guten Bedingungen (harter Trittschnee) für einen Einheimischen Bergler durchaus möglich...

Kyrillische Buchstaben, oder auch andere Schriften, zu schreiben ist kein Problem. Du musst den Text nur im Word (1. Einfügen / 2. Symbol) schreiben und dann auf diese Seite kopieren.

Heinz hat gesagt: Erdkrümmung zu sehen?
Gesendet am 27. Oktober 2008 um 14:34
Hallo Sputnik,
noch eine Anmerkung zu dem Gipfelbild, wo Du schreibst "Dahinter liegt Georgien und noch ein wenig weiter ist die Erdkrümmung am Horizont zu sehen". Dazu muß ich Dir sagen, daß man von einem Berg aus die Erdkrümmung nicht sehen kann. Der gekrümmte Horizont Deines Bildes rührt von der Verzeichnung des Objektivs Deiner Kamera her. Mit einem guten Objektiv wird der Horizont, der von gleich hohen Flächen gebildet wird, z. B. der Meereshorizont, vollkommen gerade abgebildet. Weshalb das so sein muß, das habe ich z. B. unter http://www.fotocommunity.de/pc/pc/display/6614174 erläutert.
Sei gegrüßt von Heinz

Sputnik Pro hat gesagt: Erdkrümmung
Gesendet am 30. Oktober 2008 um 10:09
Salü Heinz,

Habe den interessanten Link gesehen. Nach einigem Überlegen ist's ja klar dass der Abstand von einem Hohen Punkt zum Horizont in alle Richtungen gleich ist wenn der Berg alleine in einer Ebene steht.

Viele Grüsse aud der Schweiz.

Andi

Meeraal hat gesagt: RE:Erdkrümmung
Gesendet am 9. Juli 2009 um 16:33
Hallo Sputnik,

ich finde Deine Berichte und Touren immer wieder supertoll beschrieben. Auf dem Elbrus war ich 2005, Besteigung von Norden, Ostgipfel. Besonders interessant finde ich die Information zum letzten Ausbruch um das Jahr 50. Danach habe ich nämlich lange gesucht, aber bisher weder im Internet noch sonstwo was gefunden. Auch unser Bergführer, der übrigends aus Pjatigorsk stammte konnte nichts dazu sagen. Dafür wusste er umso mehr über die Erstbesteigung im Jahr 1829. Die Geschichte dazu müsste vermutlich stimmen. Laut Aussage unseres Bergführers bekam der Erstbesteiger Kashirov ein Haus als Belohnung. Dies dürfte er wohl kaum bekommen haben, wenn er nicht eindeutig beweisen hätte können, dass er wirklich oben war. Der Beobachter hatte nach Angaben unseres Bergführers ein für damalige Verhältnisse sehr gutes Fernglas und wenn er dabei auch noch eine ruhige Hand und gute Augen hatte, dürfte er schon etwas gesehen haben.
Eine Art Krümmung sieht man in der Tat auf vielen Bildern. Diese stammt normalerweise vom Objektiv der Kamera und bei 5000m ist auch in Natura noch keine Erdkrümmung zu sehen. Ich habe aber schon gehört, dass dies ab etwa 8000 Metern möglich sein soll, bei 15000m (aus einem Flugzeug) soll sie schon recht deutlich zu erkennen sein.
Woher kannst Du eigentlich Russisch? Kommst Du von dort?

Viele Grüße,

Meeraal

Sputnik Pro hat gesagt: Ausbruch Ėl'brus ums Jahr 50
Gesendet am 9. Juli 2009 um 18:18
Hi Meeraal,

Den letzten Ausbruch in Jahr 50±50 (Jahr 0 bis 100) fand ich auf der Vulkanseite www.volcano.si.edu . Dort findest Du auch Infos wo geade ein Vulkan aktiv ist (Wochen und Monatsreporte).

Ich denke auch dass die Besteigungsgeschichte von Khaširov auf den Ostgipfel stimmt. Als Hobbyastronom kenne ich das Problem mit der Auflösung von sehr kleinen Objekten mit dem Teleskop (für Binokulare gilt das selbe). Als Beispiel möchte ich Doppelsterne nennen. Da gibt's zwei Arten die Probleme bereiten können:

a) Sehr enge Doppelsterne welche an der Auflösungsgrenze des Teleskopes liegen. Da kann der Himmel dunstig sein so dass man nicht besonders viele Sterne sieht, jedoch sind die Luftturbulenzen gering. Deshalb kann der Doppelstern trotzdem gut in zwei Sterne aufgelöst werden. So ein "Seeing" müsste dann am Tag der Besteigung durch Khaširov geherrscht haben.

b) Ein Doppelstern mit einem sehr hellen Hauptstern und einem sehr lichtschwachem Begleiter. Oft wird der Begleiter dann vom Hauptstern überstraht; für solche Paare braucht es eine sehr klare dunkle Nacht ohne Mond und sonstigem Lichteinfluss - die Luftruhe spielt dabei keine grosse Rolle da der Begleitstern nicht so nah wie im Fall a) entfernt ist.

Dass man Luftruhe und einen sehr klarer Himmel ohne Mond hat, kommt bei uns in Mitteleuropa leider sehr selten vor!

In frühreren Jahren war ich oft (ohne Bergsteigen) in Russland, Ukraine, Moldawien oder sonstwo im Osten, deshalb habe ich immer wieder Russisch gelernt und inzwischen reicht um sich zu verständigen.

In den nächsten Jahren plane ich noch zwei Reisen in den Kavkaz:
- Nach Armenien/Aserbaidschan/Georgien mit den Gipfel Aragac (4466m; AM), Bazardüzü Dağı (4090m; AZ/RUS) und Mqinwarzweri (5034m; GE).
- Nochmals nach Russland für den Škhara (5201m), den schwierigsten Landeshöhepunkt Europas auf der Grenze (RUS/GE).

Viele Grüsse,

Sputnik

Meeraal hat gesagt: RE:Ausbruch Ėl'brus ums Jahr 50
Gesendet am 9. Juli 2009 um 21:19
Hallo Sputnik,

vielen Dank für die Info und die schnelle Antwort. Eigentlich hatte ich damit gerechnet, dass Du momentan in den Bergen unterwegs bist und deswegen nicht ins Internet kommst. Aber momentan ist ja das Wetter für Bergtouren auch relativ schlecht, zumindest bei uns zuhause regnet es ständig. Am letzten Wochenende wollte ich auch aufs Balmhorn, habs aber dann wegen des Wetters gelassen. Naja, irgendwann wirds diesen Sommer schon noch klappen.
Kashirov war soweit es uns der Bergführer erzählt hat bei bestem Wetter am frühen Vormittag am Gipfel, nachden er in mehrere Schaffelle gehüllt die Nacht in den Lenzfelsen verbracht hat. Zu dieser Tageszeit sind die Luftturbulenzen noch sehr gering und die Sicht sehr gut. Dazu kommt, dass im Gebirge die Sicht bei gutem Wetter ohnehin viel besser ist als im Tiefland. Kashirov dürfte dann als dunkler Punkt, der langsam seine Position verändert auf dem weißen Gipfel zu sehen gewesen sein. Davon abgesehen gibt es für jemanden, der bereits die Lenzfelsen erreicht hat bei gutem Wetter keinen Grund, warum er nicht auch den Gipfel erreichen sollte.
Das Beispiel mit den Doppelsternen kenne ich, da mich die Astronomie ebenfalls interessiert. Allerdings beschäftige ich mich eher theoretisch damit, indem ich Fachliteratur und entsprechende Bücher dazu lese. Da eine entsprechend gute Ausrüstung zur Beobachtung sehr teuer ist, habe ich seit Jahren lediglich ein sehr einfaches Anfängerfernrohr mit 60mm Linsendurchmesser.


Viele Grüße,

Meeraal

silberhorn Pro hat gesagt:
Gesendet am 2. Juni 2011 um 10:46
Auch wenn es schon eine Weile her ist, dass Du auf Einem der Seven Summits standes herzliche Gratulation.

Gestern Abend las ich aus dem Buch " Gaias Gipfel - Mein Weg vom Gantrisch zum Mount Everest" von Veronika R. Meyer das Kapitel "Elbrus". Deine und ihre Erfahrung sind total verschiedenen. Du Solo, sie in einer Expedditon 1998. Beide interessant. Deiner etwas mehr und mit viel Hintergrundwissen. Wiederum eine Bericht der meine Horizont erweitert.

Gruess

maria

silberhorn Pro hat gesagt: Zusatz zum 2.Juni 2011
Gesendet am 2. Juni 2011 um 11:36
Die Autorin erlebte den Brand der Hütte Prijut-11. Ein Expeditionsteilnehmer wurde nebst dem Schock nur leicht verletzt. Ausser den Kleidern die sie auf sich trugen blieben ihnen nur die Steigeisen. Am 19. August 1998 standen alle Expeditionsteilnemer auf dem Gipfel.


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