Großer Moosstock (3059m), Durreckgruppe


Publiziert von Tef Pro , 22. Juli 2008 um 20:48.

Region: Welt » Italien » Trentino-Südtirol
Tour Datum:19 Juli 2008
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Hochtouren Schwierigkeit: L
Klettern Schwierigkeit: I (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: I 
Zeitbedarf: 6:00
Aufstieg: 1550 m
Abstieg: 1550 m
Strecke:Gasteigerhof - Schlafhäuser - SW-Grat - Moosstock - S-Grat -Vegetationsweg-Schlafhäuser-Gasteigerhof
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Von Brunneck kommend bereits vor Sand Richtung Rein in Taufers abbiegen. Der straße folgen, bis es nach links in weiten serpentinen nach Ahornach geht. Durch den Ort hindurch bis zum Ende der Fahrerlaubnis- Parkplatz im Wald unterhalb des Gasteigerhofs auf 1570 Meter Höhe
Kartennummer:Kompass Nr. 82

Von Brunneck im Pustertal zweigt das wunderschöne Ahrntal ab. Schon die Fahrt alleine ist ein Genuß, denn aus dem grünen Tal mit vielen malerischen Burgen und Kirchen steigen die Berge ringsum steil empor bis in die Eisregionen.

Bei Sand in Taufers zweigt nach rechts das Reintal ab, ein tief eingeschnittenes Tal zwischen Rieserfernergruupe und Durreckgruppe (einer Untergruppe der Venedigergruppe). Und zum zweithöchsten Gipfel der Durreckgruppe wollten wir an diesem Tag.

Es war nicht ganz wolkenlos, an den Bergspitzen war doch eine Tendenz zur Quellwolkenbildung sichtbar.
Wir starteten beim Wanderparkplatz oberhalb von Ahornach. Die Anzahl der Autos zeigte uns bereits, dass der "Hausberg" von Hans Kammerlander sehr beliebt ist.

Wir folgen noch ein kurzes Stück der Fahrstraße, ehe nach oben ein breiter Weg (10b) in den dichten Kiefernwald führt. Die Steigung ist optimal, man gewinnt schnell an Höhe.
Außer einer kleiner Lichtung mit schönem Blick zur Rieserfernergruppe bleibt man erst mal im Wald, ehe man zur malerischen Almwiese der Schlafhäuser kommt. Über Wiesen und lichten Baumbestand erreicht man diese schön gelegene Alm mit einem sprudelndem Brunnen.

Hier werden wir beim Abstieg wieder auf den Weg 10b treffen.

In gleicher Steigung geht es nun durch immer lichter werdenden Zirbenwald mit immer schöner werdenden Ausblicken. Nach einer kleinen Felsstufe verläßt man endgültig die Baumgranze und betritt ein wunderschönes, wildes Kar mit riesigen Blockrinnen.
Es wird begrenzt links vom Zintkopf, rechts vom Kleinen Mosstock. Der Gipfel selbst ist noch nicht zu sehen. Über einige Stufen gewinnt man weiter an Höhe, schließlich bleiben auch die Alpenrosen zurück.

Der Weg führt nun links um eine Felsrippe zu einem Aufschwung, der in schöner Blockkletterei (I) überwunden wird. Als eher störend empfanden wir bei einer schrägen Felsplatte das lockere Sicherungsseil, da sich Rucksack und Kamera ständig darin verhedderte.

Danach wird es bald wieder flacher und wir erreichten den in einer Mulde liegenden Moosstocksee. Von hier hat man erstmals eine Blick zum Gipfel und nach Osten zu weiteren Hochseen. Leider nahm die Quellbewökung immer mehr zu, so dass der Gipfel immer häufiger hinter Wolken verschwand.

Der Pfad führt oberhalb rechts am See vorbei zum SW-Gipfelgrat. Über Blockkletterei (I) geht es hinauf, der Grat ist nicht sonderlich ausgesetzt, der Fels fest und gut zum Zupacken.
Kurz unterhalb des Gipfels steht auf einem Fels "Rein" geschrieben. Hier beginnt der (in allen neuen Karten verschwundene und aufgelassene) Weg über den Südgrat - dazu später mehr.
Wir gingen erstmal ganz nach oben auf das überraschend weite Gipfelplateau mit Kreuz und einigen, steinernen Riesensesseln. Die Aussicht soll normalerweise phänomenal sein, wir waren zusammen mit circa 10 anderen Gipfelsapiranten im Nebel.

Deswegen hielten wir uns auch nicht allzulange auf und begannen den Abstieg über den Südgrat. Es gibt trotz "Stilllegung" immer noch genügend Markierungen oder Steinmännchen. Bleibt man in der Nähe der Markierungen, ist er eher einfacher als der Aufstiegsweg (nur ab und zu ein Hauch von Ier Stellen) und für Blockklettereiliebhaber ein Genuß, geht´s doch rund 800Hm über den felsigen Südgrat bergab.
Erst ganz zum Schluß macht sich schüchtern etwas Vegetation breit. Wir waren bald wieder unter der Wolkengrenze (die zudem wieder eine auflösende Tendenz zeigte) und die Ausblicke auf die vergletscherte Rieserfernergruppe mit Hochgall und Schneebigen Nock wurden immer schöner. Es gibt unzählige schöne Rastplätze.
Das letzte Stück führt durch Alpenrosengestrüpp hindurch hinab, bis man auf 2200 Meter auf einen quer zum Hang verlaufenden Pfad trifft.
Nach links führt dieser über die Mayrhofer Alm nach Rein in Taufers, nach rechts (Südwest) als "Vegetationsweg" zurück zur Schlafhäuser Alm. Dabei geht es, mehr bergab als bergauf, teils durch schönen Zirbenwald, teils über Blockwerk, teils druch Heidelbeergestrüpp dahin. Höhepunkt war kurz vor erreichen der Alm der Moosplatz, einem wunderschönen, aussichtsreich gelegenen Moos mit blühendem Wollgras. Fazit: eine tolle Rundtour, Abstieg über Südgrat und Vegetationsweg sehr einsam- wir trafen keinen einzigen Menschen.

Tourengänger: Tef

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