Pane, latte und gelato - vom Valle Vigezzo nach Crodo


Publiziert von lucama Pro , 19. Mai 2013 um 19:52.

Region: Welt » Italien » Piemont
Tour Datum:22 Oktober 2005
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: Gruppo Rosso di Ribia   Gruppo Pizzo di Madéi   I   Vigezzo 
Zeitbedarf: 3 Tage 14:15
Aufstieg: 1350 m
Abstieg: 2550 m
Strecke:La Cima - Bocchetta di Muino - Bocchetta di Ruggio - Passo di Fontanalba - Lago Panelatte - Passo di Campolatte - Lago Gelato - Lago di Matogno - Passo della Forcoletta - Maglioggio - Crodo
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Centovallibahn nach Santa Maria Maggiore und Luftseilbahn nach La Cima
Zufahrt zum Ankunftspunkt:Bus Crodo - Domodossola
Unterkunftmöglichkeiten:Biv. Greppi CAI, Campolatte CAI, Rif. Bonasson CAI und Sironi CAI: im Winterhalbjahr geschlossen
Kartennummer:275

Für das Wochenende vom 22./23.10.2005 war die Wetterprognose nur dunkelgrau: Staulage von Süden und im Norden auch nicht besser. Doch eben diese Tage hatten wir uns schon lange reserviert für die Berge. Also nichts wie los - es gibt ja kein schlechtes Wetter, nur ungeeignete Ausrüstung! Im Centovallibähnli liessen wir (Michael und Natla) uns von der rollenden Minibar verwöhnen, bevor wir in Santa Maria Maggiore in den Nieselregen ausstiegen und durch das verschlafene Dorf hinüber nach Prestinone zur Talstation der Luftseilbahn wanderten. Hier schlugen wir uns noch 2 Stunden um die Ohren, bevor wir um 16 Uhr in die Wolken nach La Cima entschwebten. Bald waren wir allein auf dem Alpweg zur Bocchetta di Muino über den im Nebel leuchtenden gelben Lärchen im Valle del Melezzo. Geisterhaft umschwebten die Wolken schroffe Felstürme und alte Baumriesen. Weit unter der verrammelten Hütte des Bivacco Greppi rauschte der Onsernone zu den Bagni di Craveggia. Über die Bocchetta di Ruggia zur Capella San Pantaleone und über den Passo di Fontanalba zum Lago Panelatte, der mit seinem Namen Kulinarisches verhiess. Das gute alte NorthFace WestWind-Zelt bot Unterschlupf für den Verzehr des Süppchens und zum Schlaf unter Regentrommeln. Tief hingen die Wolken über dem bleiernen Seespiegel. Gegen Morgen des Sonntags, 23.10.2005 liess der Regen nach und wir verzehrten den obligaten Frühstücks-Porridge in der Hoffnung auf weniger feuchte Stunden. Über die Forcola di Larecchio und dann gleich nach Norden abbiegend suchten wir den Weg entlang der Westflanke des Pizzo di Campolatte, wobei uns die Nase von Natla ebenso hilfreich war wie das mit der Route geladene GPS-Gerät. Vorbei am Passo di Campolatte und an der Punta di Pezza Comune mussten wir kurz den Pfad unter dem hohen Gras suchen, um nich zu weit hangabwärts in die schlüpfrigen steilen Gneisbuckel zu geraten, doch bald war der Weg wieder gut ersichtlich und führte zum Torrente Isorno hinunter. Danach unter dem Rif. Bonasson zur Alpe Cavegna und hinauf zur Bocchetta del Lago Gelato. Beim Rifugio kündete eine Messingtafel vom traurigen Schicksal eines verschollenen Geliebten. Die gespenstischen Lärchen in den Wolkenschwaden bildeten den passenden Hintergrund. Die Alpgebäude zeugten noch im Verfall von grandiosen Zeiten blühender Alpwirtschaft und grossartiger Muratore-Kunst. Von der Bocchetta herunter kam uns ein Einzelgänger mit grossem schwarzem Regenschirm entgegen - die einzige Menschenseele, die uns in den 3 Tagen unterwegs begegnete. Der Neuschnee auf den Blockfeldern weiter oben hatten ihn zur Umkehr bewogen. Mit etwas Vorsicht kamen wir unbeschadet zum See und richteten uns häuslich ein. Als die Suppe brodelte rissen die Wolken unerwartet auf und eröffneten ein abwechslungsreiches Spiel von Licht und Wolken um den einsamen See. Der Morgen des Montags, 24.10.2005 war wolkenlos und machte klar, weshalb der Monte Rosa seinen Namen trägt. Doch auch Weissmies & Co liessen sich durchaus sehen. Dieser Ausblick begleitete uns während des ganzen Übergangs zum Passo della Forcoletta hoch über dem Valle dell'Isorno. Der Abstieg nach Maglioggio führt weit oben über kunstvoll gebaute Alpstrassen, die von der Bedeutung der Alpwirtschaft zeugen, welche die die oberen Abschnitte des Valle di Campo von Crodo her bestiess. Obwohl es schon bald 15 Uhr war, wurden wir in einer Trattoria liebevoll bewirtet, und auch Natla wurde mit leckeren Resten aus der Küche verwöhnt.

Tourengänger: lucama

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