Val Arsa


Publiziert von Schneeluchs , 29. April 2013 um 17:03.

Region: Welt » Italien » Piemont
Tour Datum:25 April 2013
Wandern Schwierigkeit: T5- - anspruchsvolles Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: I 
Zeitbedarf: 11:00
Strecke:Pieve Vergonte - Valle dell'Arsa - Rumianca - Vogogna
Kartennummer:285T

Der höhere Sonnenstand macht die rechte Seite des unteren Valdossola mit ihren Nordflanken zunehmend attraktiver. Meine ersten Schritte im Valdossola meridionale...

Von Pieve Vergonte erreiche ich in einer Viertelstunde den oberen Dorfrand, wo mich die Sonne begrüsst. Hier beginnt der rotweiss markierte Weg nach Corte Fontan und Alpe Colla und kreuzt die Transossolana (Bild 2). An der Abzweigung Bild 3 gehe ich rechts und steige etwas rechts der Krete weiter auf. Offenbar ist der linke Weg markiert.

Auf 680m nehme ich eine offensichtliche Abzweigung gegen rechts in den Talkessel, auf 785m erreiche ich unterhalb einer Alp mit Schafen eine weitere Abzweigung, diesmal halte ich links und erreiche auf gleicher Höhe querend bald Corte Fontan, 795m. Weiter auf den Rücken von I Ronchi, dort geht der rw markierte und teils sehr undeutliche Weg steil hoch. Bald verliere ich ihn und gehe stattdessen einen anderen deutlichen Weg, der den Rücken verlässt und gegen links aufsteigend traversiert. Auf rund 900m erreiche ich einen weiteren Rücken, folge diesem etwa 50Hm und verlasse ihn dann auf einer weiteren Wegspur, erreiche einen nächsten Rücken und so weiter. Der Weg ist in gutem Zustand, interessant und recht anspruchsvoll [T4+]. Etwas unterhalb der Alpe Colla und des markierten Wanderweges komme ich aus dem Wald. Tolles Panorama und Brotpause.

Danach geht es auf gutem markierten Weg ins Val Arsa hinein, vorbei an der Alpe Ghiaccetto, wo ich geradeaus zum Seitenbach gehe und wieder den Wanderweg verliere. Jenseits des Bachs leicht ansteigend auf den Rücken. Dort findet sich bald eine ausgeprägte Spur, welcher ich folge. Sie quert den Hang etwa in gleicher Höhe und verliert sich bald einmal. Dort ein wenig gerade hinauf, treffe ich abermals auf eine gute Spur, welcher ich weiter ins Tal hinein unterhaltsam, erstaunlich und immer abenteuerlicher [T5-] folge. Vor dem Graben, welcher von Mazzucchero herunterkommt, weisen die Spuren zuerst nach unten und dann plötzlich nach rechts in den Graben. Recht problemlos lässt sich auf nun wieder von den Haseln befreitem Weg der Seitenbach erreichen. Auf der anderen Seite ist der Weg leider auch recht zugewachsen. Ohne mich weiter darum zu kümmern, führe ich die Traverse noch etwa 5 Minuten fort. Hier scheint es möglich, den Talgrund zu erreichen. Tatsächlich treffe ich etwa 200Hm weiter unten (kurz nach dem "a" von "R.Arsa" auf der 285er-Karte) auf den vorzüglichen Wanderweg, und bald darauf kann ich mich im erwähnten Seitenbach abermals erfrischen.
Erwähnenswert sind die Rottannenbestände auf der gegenüberliegenden Talseite.

Abstieg bis zu einer Alp, dann über den Rio Arsa (Brücke) und alles einer alten Wasserleitung folgend, erreiche ich den Rio della Porta und wenig später den dritten Bach, welcher ohne Brücke aber beim momentanen mittleren Wasserstand problemlos überquert wird (bei hohem Wasserstand vermutlich Querungsmöglichkeit 5 Minuten weiter oben bei einer Wasserfassung). Von dort auf dem vorzüglichen Wanderweg über Alpe Ballo (erstklassiger Aussichtspunkt) und Castello nach Rumianca. Bis Castello gibt es jetzt eine Fahrstrasse. Vermutlich liesse sich wenig unterhalb deren Beginn links abwärts unterhalb von Felsen auf den Rücken oberhalb des Val Arsa traversieren. Ich folge jedoch rund eine Viertelstunde der Fahrstrasse und verlasse sie dort, wo sie nach langer Linkstraverse wieder nach rechts abbiegt. So erreiche ich direkt auf gutem Fussweg Rumianca.

Von dort über den Rio Arsa und dann etwas vor der Bushaltestelle rechts auf einem Feldweg über einen Kanal, links und unter der Autobahn durch. Abstecher zum Toce, wo auch ein Schleichweg entlangführt. Dieser hört jedoch bald auf, also zurück zum Feldweg. Bald erreicht man die Strasse Vogogna - Pieve Vergonte und von dort in Kürze den Bahnhof (halbe Stunde vom Rio Arsa bis Stazione Pieve Vergonte).
Ich bin zu früh für den Regio aus Novara und stelle fest, dass ich in Vogogna wohl gerade noch denjenigen aus Milano erwische. Der Zug und ich sind genau gleichzeitig dort. Es gibt auch in Vogogna zwei Bahnhöfe, allerdings unmittelbar nebeneinander, der bergseits gelegene für die Linie Milano - Domodossola.

In Domodossola habe ich somit genügend Zeit, gemütlich ein Gelato bei Sonnenuntergang zu geniessen.


Bemerkungen:
  • Reine Gehzeit etwa gemütliche 8 Stunden.
  • Folgt man dem Wanderweg und der Wasserleitung, dürfte die Schwierigkeit beim Aufstieg im Bereich T3 liegen (Weg und Markierung unterbrochen - schwierig zu folgen, steile weglose Passagen).
  • Beschriebener Abstieg nach Querung des dritten Bachs ohne jegliche Schwierigkeiten, T2.

Tourengänger: Schneeluchs

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Kommentare (3)


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Zaza hat gesagt:
Gesendet am 29. April 2013 um 20:19
Interessante Gegend, hat mich oft gereizt, wenn man von der anderen Site, ob Colloro, hingesehen hat. Hast du irgendwelche offenen Hütten vorgefunden? Weiter nördlich, ob Fomarco, bin ich mal auf ein erstaunlich schönes und offenes Rifugio gestossen. Alpe Prato, glaube ich.

Gruss, zaza

Schneeluchs hat gesagt: RE: Unterschlupf
Gesendet am 29. April 2013 um 22:35
Ja, lohnt sich, mal die Perspektive umzukehren.
Auf der Alpe Colla hat es ein unverschlossenes Steinhaus, aber ich habe nicht einmal gewagt, die Tür zu öffnen, so fragil sieht das aus... Die Hütten von C.Fontan gehören offenbar dem CAI Piedimulera (nicht ausprobiert, ob offen, aber eher nicht - vielleicht gibt's irgendwo den Schlüssel oder wissen die mehr). Sonst nichts gefunden. Es hat im Val Arsa aber einige noch verwendete Steinhäuser - entsprechend ist die Gegend nicht so einsam und verlassen wie ich erwartet hätte.
Nach meiner Karte sollte es auf der A. Pian Lago zuhinterst im Tal eine Übernachtungsmöglichkeit geben.

Gruss vom Schneeluchs

Zaza hat gesagt: RE: Unterschlupf
Gesendet am 30. April 2013 um 14:03
Ja, Pian Lago ist bekannt, auch als erster Stützpunkt auf der GTA. Diese Flanke ist auch historisch interessant, es gab dort wie auch im Val Grande eine intensive Aktivität der Partisanen im 2. Weltkrieg, vgl. auch "Die unsichtbaren Dörfer" von Gino Vermicelli.

Im Sommer gehe ich mal die Alpe Lordi anschauen, es nimmt mich wunder, ob sie wirklich nach der Finnischen Hardrock-Combo benannt ist.

Gruess, zaza


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