Val Bedretto - Poncione di Ruino


Publiziert von Leander , 16. November 2012 um 09:04.

Region: Welt » Schweiz » Tessin » Bellinzonese
Tour Datum:15 November 2012
Klettern Schwierigkeit: 6c+ (Französische Skala)
Schneeshuhtouren Schwierigkeit: WT3 - Anspruchsvolle Schneeschuhwanderung
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-TI   Gruppo Pizzo Rotondo 
Zeitbedarf: 9:00
Aufstieg: 900 m
Abstieg: 900 m

Auch wenn andere bereits vor einigen Tagen die Skitourensaison im nicht weit entfernten Andermatt eingeläutet hatten, fanden wir am Poncione di Ruino beste Mehrseillängenbedingungen vor.

Schon in der Zufahrt zum Gotthard lichtete sich der Nebel und in Airolo empfing uns schliessich ein strahlender Morgen, die schneeweissen Gipfel leuchtend. Das Bedrettotal lag in gottverlassener Stille vor uns. Die Wanderer schon abgezogen, die Skitürler noch nicht da und mittendrin zwei Schneeschuhgeher mit Kletterrucksäcken.

Zügig stiegen wir von All'Aqua zur Capanna Piansecco. von dort dann zwingend mit Schneeshuhen hinauf gegen den Punkt 2349 zuhaltend. Leider verstiegen wir uns hier, da wir die den Weg weisenden Stein-/ Schneemänner nicht sahen und so verloren wir im weglosen Rumgekraxel nicht nur eine wertvolle Stunde Zeit, sondern auch jede Menge Kraft.  Erst nach aufwändigem Zurückwühlen fanden wir den richtigen Weg und stiegen in einer weiteren Stunde hinauf zum Wandfuss des Poncione di Ruino.
Hier mussten wir uns erst mal von dem anstrengenden Zustieg im bereits 50-80 cm tiefen Schnee erholen. An der Wand war es windstill. Die Sonne brannte auf uns nieder und es war heiss wie im Sommer.

Wir hatten uns für die Route Danielli-Pohl 6C+ entschieden, die durch Risse hinaufführte. Die erste Seillänge bedeutete sogleich auch die härteste. Doch Dank der gutmütigen Hakenabstände ein machbares Unterfangen. Die folgenden Seillängen wurden einfacher und die Risse breiter. Alles in allem eine wunderschöne Kletterei in bestem Granit, herrlicher Aussicht und ausserdem bestens zusätzlich absicherbar.
Leider war für uns nach den ersten vier Seillängen Schluss. Die Stunde Zeitverlust im Zustieg fehlte uns nun für die beiden letzten Seillängen...
Nach einer luftigen Abseilaktion standen wir um 16 Uhr wieder am Wandfuss. Nun kam die schlimmste Tagesetappe, mit Kletterfinken durch ein Meter tiefen Neuschnee, wahrlich keine Freude...

Der Abstieg zurück nach All'Aqua bescherte uns dann noch einen herrlichen Sonnenuntergang und das Knirschen des gefrierenden Schnees liess eine freudvolle Ahnung von den bevorstehenden Ski- und Snowboradtouren aufkommen.

Details zur Route  Danilli-Pohl
SL 1: 6c+, schwierige Risskletterei, top abgesichert
SL 2: 6a+, sehr schöne Risskletterei, mit Friends optimal zwischensichern
SL 3: 5a, kurzer ausgesetzter Seilquergang
SL 4: 6b, Kaminartige wunderschöne Piazzkletterei, Ausstieg knifflig und steil
SL 5: 6a, nicht mehr geklettert
SL 6: 5b, nicht mehr geklettert

Tourengänger: Leander

Galerie


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