Pizzo Mondelli - Spechhorn Südgrat P.3100m


Publiziert von akka , 24. Juli 2012 um 22:08.

Region: Welt » Schweiz » Wallis » Oberwallis
Tour Datum:17 Juli 2012
Wandern Schwierigkeit: T4+ - Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-VS   I 
Aufstieg: 1150 m
Abstieg: 1150 m

Das Spechhorn war mein Ziel und erneut hatte ich Probleme. Wie sooft in den letzten Wochen verpasste ich das gesetzte Ziel und scheiterte an meiner aktuell wenig bergtauglichen physischen oder psychischen Verfassung.
Laufen mag ich inzwischen wieder ein wenig, die Sicherheit und das Selbstvertrauen brauchrn wohl noch. 
Zunächst lief ich am östlichen Ufer des Mattmarkstausees Richtung Ofental. Eine Brücke erschien mir nach einem Lawinenschaden nicht hundertprozentig vertrauenswürdig. Ein Absperrband verstärkte das Misstrauen. Stürzt man hier in den Bach, ist fertig. Also wieder aufsteigen und weiter ins Ofental hinein. Irgendwann gelangt man problemlos über das dort zahme Gewässer. Ein Weg führt rechts um das Galmenhorn herum, welches ganz einfach zu besteigen wäre. Wenig später verlasse ich den Weg und gehe einen wenig steilen Grashang nach Südosten. Der Wind war bissig und die Sonne mochte nicht recht wärmen. Ab 2700m wird es trostlos, oder wenn man Steine liebt, hübsch. Letzteres trifft bei mir zu. Ein rechter Hatscher wurde das dann allmählig und irgendwann kam endlich der Pizzo Mondelli näher. Dieser ist auf dem Nordgrat ganz einfach zu besteigen (T3). Eine nette Aussicht hat man von dort. Leider hingen Mischabel, Allalin- und Stahlhorn in dichten Wolken. Zumindest die Monte Rosa Ostwand war mit Ausnahme der Gipfelregion gut einsehbar. Im Süden dageben strahlend blauer Himmel. Der Wind war sehr lästig. Ich packte mich gut ein und begab mich zurück in die Senke zwischen Pizzo Mondelli und Spechhorn. Der Grat zum Spechhorn ist relativ steil, die Blöcke furchteinflössend wild aneinander und aufeinander gestellt. Die Westflanke geniesst keinen guten Ruf. So versuchte ich möglichst nah am Grat zu bleiben, was deutlich anspruchsvoller war, als ich erwartete. Ein T4+ allemal. So bewegte ich mich am mentalen Limit, wenngleich ich die I-er Kletterei eigentlich völlig sicher im Griff habe. Sogar eine II-er Stelle bereitete technisch kein Problem. Die drohenden Kollosse über meinem Kopf zogen mir jedoch zunehmend den Zahn. Nach überwundenen 160Hm erreichte ich P.3100, welcher mit einem Holzpfahl gekennzeichnet ist. Es folgt nun eine etwas ausgesetzte Passage. Ich hatte genug gesehen. Links schien sich eine Ausstiegsmöglichkeit vom Grat  anzubieten. Zunächst recht steil über Schutt und einige Blöcke, erreicht man wenig später hellere Steine, die einen sympatischen und stabilen Eindruck machten. So täuschte ich mich auch nicht und gelangte rasch zu den ersten Schneefeldern, die ich dann bequem hinabrutschen konnte. Der Rückweg zum Mattmarkstausee zieht sich dann noch recht in die Länge und nach nahezu Orkanböen auf der Staumauer war ich froh, wieder den schützenden PW geniessen zu dürfen. 

Tourengänger: akka


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Kommentare (3)


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Gelöschter Kommentar

akka hat gesagt: RE:
Gesendet am 25. Juli 2012 um 23:35
Hi Marc

Das Gelände scheint sich inzwischen beruhigt zu haben. Bei mir gings gut. Na gut, Deine "Jugend" liegt ja auch schon so manches Jahrzent zurück. :-(((

Grüsse
Jörg

CarpeDiem hat gesagt: Diese Tour...
Gesendet am 26. Juli 2012 um 15:15
...steht bei uns auch noch an. Danke für den Bericht.

Grüsse, Anne-Catherine


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