Inners Barrhorn (3583m), Üssers Barrhorn (3610 m) - Abgebrochen


Publiziert von jobi , 5. Januar 2008 um 21:40.

Region: Welt » Schweiz » Wallis » Oberwallis
Tour Datum:13 Juli 2004
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-VS 
Zeitbedarf: 2 Tage
Aufstieg: 1700 m
Abstieg: 1700 m
Strecke:Vorder Sänntum (1901 m) - Holustei-Kapelle (2222 m) - Turtmannhütte (2519 m) - Schöllijoch (3345 m) - Inners Barrhorn (3583m) - Sattel (3488 m) - Schöllijoch (3345 m) - Turtmannhütte (2519 m) - Stausee (2177 m) - Vorder Sänntum (1901 m)
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Freiburg/Breisgau - Basel - Bern - Vevey - Sion - Sierre - Turtmann - Gruben - Parken am Ende der Straße bei der Vorder Sänntum
Zufahrt zum Ankunftspunkt:dito
Unterkunftmöglichkeiten:Turtmannhütte SAC

Nachdem letztes Jahr das Wetter bereits im Vorfeld eine erfolgreiche Besteigung des Barrhorn (3610 m) verhinderte, wagten wir dieses Jahr einen erneuten Anlauf.

Am frühen Morgen trafen sich Karin und Jochen in Wolfenweiler. Die anderen Teilnehmer waren wohl von dieser Tour abgeschreckt - und tatsächlich stellte sich später heraus, dass diese Tour mehr als nur eine große Bergwanderung wurde.

Nach einer gut dreieinhalbstündigen Fahrt erreichten wir das Turtmanntal, ein Seitental der Rhone, und rhoneaufwärts das erste deutschsprachige Tal im Wallis.  Eine schmale, aber gut ausgebaute Straße führte bis ans Talende. Vom Parkplatz am Straßenende bei der Vorder Sänntum (1901 m) gingen wir den Weg links Richtung Turtmannhütte. Von Anfang an sahen wir seltene Pflanzen und waren von der Schönheit der Westalpen- Landschaft begeistert. Lichte Lärchenwälder wechselten sich mit Gebüsch und Felsen ab. Als Höhepunkt des ersten Tages sahen wir mehrere Exemplare der Alpen-Akelei. Langsam erreichten wir die Baumgrenze und liefen jetzt über alpine Wiesen. An der Holustei-Kapelle (2222 m), die freistehend auf einem Felssporn thront, machten wir unsere erste Pause. Das Wetter war an diesem Tag leider recht durchwachsen - etwas Regen und sogar Graupelschauer. Allerdings blieb es glücklicherweise die meiste Zeit trocken. Von der Kapelle führte der Weg anfangs leicht bergab Richtung Stausee, dann aber bald wieder ziemlich steil Richtung Hütte. Die Turtmannhütte steht schon von weitem sichtbar auf einem Felsen. Die Sicht auf die hohen Berggipfel war uns aufgrund der vielen Wolken leider vergönnt - allerdings sahen wir die Gletscherzunge des Turtmanngletschers. Die letzen Höhenmeter zur Hütte führten steil an einem mächtigen Felsriegel vorbei. Gerade an diesem Abschnitt fanden wir viele schöne Alpenpflanzen. Auf der Wiese vor der Turtmannhütte (2519 m) fanden wir sogar eine Kolonie Edelweiss. In der Hütte angekommen, wurden wir von den Wirtsleuten freundlich empfangen. Zu unserer Verwunderung stellten wir fest, dass wir die einzigsten Deutschen in der Hütte waren. Die weiteren Gäste waren Holländer, Franzosen und Schweizer (vor allem aus der Romandie). Nach dem guten Abendessen gingen wir bald schlafen. Glücklicherweise waren wir nicht allzu viele Leute in unserem Schlafraum.

Bereits am frühen Morgen wurden wir geweckt, und konnten das reichhaltige Frühstück in Anspruch nehmen. Ein Blick aus dem Fenster versprach einen sonnigen Wandertag. Nach dem Bezahlen hieß es von der reizvollen Turtmannhütte Abschied nehmen, die wir mit Sicherheit in guter Erinnerung behalten werden. Hinter der Hütte führte der Weg durch das Gässi, einer steilen Schuttrinne, die wir mit einfacher Kletterei problemlos überwinden konnten. Am Ende dieser Schuttrinne steht ein großer Steinmann. Nun liefen wir leicht ansteigend über die Hochfläche der Barr. Diese eintönig wirkende Moränenlandschaft führte uns bis zum Bergfuß unterhalb der beiden Barrhörner. ein Großteil des Weges liefen wir durch Schnee - nicht jeder Sommer ist so trocken und schneearm wie der Sommer 2003. Auch die greifbar nahen Wände von Brunegghorn, Bishorn und Weißhorn waren in frischen Schnee gehüllt. Etwas heikel war ein enger Durchgang zwischen zwei Felsen: Der Boden war teilweise mit blanken Eis bedeckt und an den Felsen hingen Eiszapfen. Danach wurde der Weg problemloser, führte aber recht steil über Schutthänge. Bald erreichten wir das Schöllijoch (3345 m). Zu unserer rechten war nun das Schöllihorn (3499), das auch problemlos zu besteigen ist. Unser Augenmerk galt aber weiterhin den beiden Barrhörnern. Die Pause fiel auf dem Joch aufgrund der Kälte recht kurz aus. Nun folgten wir dem schmalen Pfad Richtung Inners Barrhorn (3583 m) - der Weg war über die steilen und vereisten Schuttfelder recht heikel. Nicht auszudenken, was bei einem Sturz passiert wäre ! Endlich waren wir auf dem Gipfel in 3583 m Höhe angekommen. Dort oben war die Sicht auf die unzähligen Gipfel einfach grandios. Wir sahen u. a. folgende Berge (Aufzählung natürlich nicht vollzählig): Dom (4545 m), das gegenüberliegende Weißhorn (4505 m) mit dem Bishorn (4153 m), Das Schöllihorn (3499 m), das Brunegghorn (3833 m) und etwas weiter entfernt der Grand Chombin (4314 m). Das nah gelegene Üsser Barrhorn (3610 m) lag zum Greifen nah. Nun stiegen wir in den Sattel (auf 3488 m) zwischen den beiden Barrhörnern ab. Hier blickten wir nochmals zum Inner Barrhorn zurück und stellten fest, dass wir gar keinen so einfachen Berg bestiegen hatten. Nun versuchten wir den Aufstieg zum "Großen" Barrhorn. Leider mussten wir feststellen, dass der Kammweg absolut vereist und teilweise recht ausgesetzt war. Schweren Herzens stiegen wir vorzeitig durch die sehr steilen und meistens schneebedeckten Schutthänge zum Schöllijoch ab. Nun nahmen wir den direkten Abstieg über teilweise steile Schneefelder bis zum Gässi. Ein Schlitten wäre jetzt von Vorteil gewesen. Vom Gässi folgten wir den felsigen Weg zur Hütte zurück. Jetzt war nochmals Zeit für ein gemeinsames Gruppenfoto, und in der milden Abendsonne stiegen wir zum Stausee ab. Im Gegensatz zum Aufstiegsweg nahmen wir das schmale Fahrsträßchen zum Parkplatz. Gerade rechtzeitig zum Einbruch der Dunkelheit kamen wir am Auto an. Nun fuhren wir erschöpft ins Rhonetal. Nach einer langen Sucherei fanden wir in Sierre eine billige Unterkunft. Für eine Heimfahrt wären wir an diesem Abend einfach zu müde gewesen.

Am nächsten Tag machten wir noch einen kleinen Bummel am Genfer See bei Montreaux und konnten die Walliser Berge aus der Ferne bewundern. Ohne große Zwischenfälle kamen wir am frühen Nachmittag in Freiburg an. Den Abschluss feierten wir im Neppomuk in Bad Krozingen.

Fazit: eine gigantische Bergtour, die aber aufgrund der Schneeverhältnisse eher eine schwierige Bergtour war. Wir erreichten zwar „nur“ das Inners Barrhorn und kehrten kurz vor dem „Großen“ Barrhorn um, dennoch hatte ich nach dieser Tour ein großes Erfolgserlebnis.

 


Tourengänger: jobi

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