Lucero (1779m), Sierra Almijara


Publiziert von Tef Pro , 17. Januar 2012 um 20:25.

Region: Welt » Spanien » Andalusien » Málaga
Tour Datum: 4 Januar 2012
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: I (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: E 
Aufstieg: 1700 m
Abstieg: 1700 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Von Nerja nach Frigliana, an der Hauptsraße unterhalb des Ortskernes vorbei und weiter, bis nach rechts steil eine Betonpiste nach Acebuchal abzweigt. Erst auf Beton, geht es später auf einer Piste hinab in den Weiler. Direkt in der Kurve am Bachbett parken
Kartennummer:Mapa Topográfico de Sierra Almijara (Blatt 1) 1:25000

Heute wollen wir quasi ins Herz der Sierra Almijara vorstoßen und einen der markanteren Gipfel besuchen: den Lucero.
Aber nicht über den "Normalweg" sondern auf einer grandiosen Runde von Acebuchal. Die Idee zur Tour gab uns der Bericht von Tilman.
Unbedingt dabei haben auf dieser Tour sollte man die Wanderkarte (siehe unten): auch wenn nicht alles stimmt, so ist sie doch sehr nützlich. Insbesondere sind Pfade mit Nummern versehen und ihr Aus- bzw Endpunkt aufgelistet. Auf diese Nummern beziehen wir uns auch im Bericht.
Wir sind erstmal auf Weg 102 hoch zum Collado Blanquilla, dann über den Weg 85 von der Venta Camila hoch zum Grat und dann direkt auf diesem hochgekraxelt, bis über die zwei Gipfel P. 1311 und P. 1341 Weg 85 hinzukommt. Über diesen weiter zum Gipfel.
Zurück gings dann über Weg 85 hinab zur Piste und auf dieser zurück zum Ausgangspunkt.
Die Landschaftseindrücke sind so unterschiedlich und grandios, und das bei bestem Wetter in absoluter Einsamkeit, daß die 5-Sterne hier fast zu wenig sind.
Man braucht etwas Orientierungssinn und Kondition, auch sollte man stachliges Gebüsch nicht verabscheuen und nicht zu Tode erschrecken, wenn einem von einem Fels eine Viper vor die Füße fällt.
Am anspruchvollsten ist das Stück vom Collado de los Civiles über den Grat (P. 1311 und P. 1341) zum 85er. Hier geht's in den T4 Bereich und man muß auch etwas klettern (I). Der Rest ist eher T2, lediglich eine Querung im oberen Bereich durch Erosinsgelände tangiert die T3.
Los geht es in Acebuchal in das Bachbett hinein (Steinmandl und Markierungen). Dichte Vegetation umgibt uns auf dem Weg talein. So geht es einige Bachschlenker dahin, ehe der Pfad das Bett nach rechts verläßt und uns steil hinauf zur Piste bringt.
Wir folgen der Piste nach links. Diese senkt sich wieder zum Bachbett ab. Wir passieren ein ruinöses Haus (Venta Cebollera) und kommen kurz dahinter zu einer Verzweigung.
Links geht es die Piste hinauf zum Collado de Páez Blanca (von hier werden wir später zurück kommen), rechts geht es hoch zum Collado Blanquilla (Weg 102), zunächst im Bachbett, später rechts davon auf einem breiten Weg. Oben am Sattel treffen wir wieder auf eine Piste und genießen einen atemberaubenden Ausblick übers Higuerontal zu den umliegenden Bergen, vor alle de Cerro del Cisne.
Weiter geht s in traumhaft schöner Landschaft auf der Piste nach links. Ein Barranco wird ausgegangen, dann kommen wir zu einer Verzweigung. Geradeaus ginge es ins Tal hinab. Wir wenden uns nach links und erreichen nach etwa 10 Minuten die Überreste der Venta Camila.
Hier soll laut Karte Weg 85 hoch zum Grat führen, aber es scheint alles verwachsen zu sein. Da aber eine breiter Rücken direkt von der Ruine hoch zieht und trotz Gestrüpp gangbar ausschaut, versuchen wir unser Glück. Und es geht ganz gut, es zeichnet sich gar so ne Art Pfad ab, der oben dann deutlicher wird und vor dem Erreichen eines Felsgipfels (Cerro de las Tres Cruces) nach rechts in einen Sattel mit kresirunder, freier Fläche quert.
Wir sind nun direkt am Südwestrücken angelangt, dem wir nun soweit wie möglich folgen wollen. Das geht zunächst ganz gut, da ein deutlicher Pfad über den nächsten Hügel führt und uns hinab zum Sattel Collado de los Civiles bringt, wo wir auf eine Kreuzung treffen. Rechts führt ein deutlicher Pfad (84) hinab ins Higuerontal, nach links hinab zu Cortijo del Daire.
Eine schwache Spur bringt uns geradeaus steil hinauf zum nächsten Gipfelchen, dann geht es etwas unübersichtlch steil hinab und dann geradewegs am Rücken weiter, nun wieder mit guten Pfadspuren. Vor uns baut sich nun imposant P. 1311 auf. Obwohl sich die Spuren verlieren, beschließen wir, es direkt zu versuchen.
In wunderschöner Landschaft suchen wir uns den Weg hinauf. Oben weichen wir etwas nach links aus und erklimmen in leichter Kletterei den namenlosen Gipfel. Dahinter geht es in eine Senke, wo man nach links über eine Geröllreiße den bereits sichtbaren Weg 85 erreichen kann. Es ist jedoch besser, am Grat zu bleiben und P. 1341 auch noch mit zunehmen. Dahinter gehts wieder etwas abwärts und man erreicht bei ein paar Kiefern den Pfad, der nun auch die Kammhöhe erreicht.
Wir bleiben nun auf dem Pfad und folgen ihm weiter bergan. Er quert nach einer Weile nach links zu einer Schulter und umgeht einen weiteren Gipfel auf der linken Seite unter einigen Höhenverlust. Dahinter geht es wieder hoch und direkt am Kamm in wunderschöner Landschaft weiter. Nach einer ausgeprägten Senke im Kamm steigen wir direkt auf den Westgipfel des Lucero zu, bis der Pfad plötzlich links eine sandige Rinne mit Wurzelwerk hinabführt und dann durch ein Erosionsgebiet führt, welches uns wegen des fast weißen Gesteins an die Dolomiten erinnert.
Dahinter muß man nun irgendwie schräg nach rechts hoch zu dem breiten Sattel. Einige Steinmandl und schwache Pfadspuren helfen beim Finden des bestes Weges durch die etwas unübersichtliche, von Rinnen zerfurchte Landschaft.
Oben am Sattel trifft man dann auf den Normalweg. Wir folgen ihm nach rechts durch die schattige Nordflanke des Vorgipfels zum Fuß des Luceros. Dabei blicken wir nun auch nach Norden ins andalusische Hinterland. Auf den Gipfel führt ein breiter Pfad in sanften Serpentinen empor, oben steht ann eine alte Ruine.
Die Aussicht ist erstklassig: im Osten glänzen die schneebedeckten Gipfel der Sierra Nevada in der Sonne, um uns herum die Sierra Almijara, im Süden das Meer und Afrikas Küste. So läßt es sich aushalten am Gipfel, doch der Rückweg ist weit, also müssen wir wieder aufbrechen.
Wir steigen auf gleichem Weg wieder ab über den Südwestrücken und bleiben dann auch auf dem Pfad 85, der steil über einen auslaufenden Rücken, der die beiden Barrancos Juan Riojo (südl.) und Mirlo voneinander trennt.
Schließlich erreichen wir (mal wieder) eine Ruine. Links führt Pfad 84 hoch zur Collado de los Civiles, wir biegen rechts ab auf einem zunächst breitem, bald jedoch schmalen und zugewachsenen Pfad, der in einem Linksbogen hinab ins Barranco führt und uns durch üppige Landschaft hinaus zur Piste bringt.
Nun geht es auf dieser Piste nach links zurück, das zieht sich, aber immerhin ist es einsam und die Landschaft drumrum sehr schön. Wir kommen zum Sattel Collado de Páez Blanca mit Kreuzung und folgen der Piste (Schild "Frigliana") geradewegs bergab. Eine Schleife kürzen wir auf nem Pfad ab, bald darauf ereichen wir wieder den Anstiegsweg und kehren über das Bachbett wieder zum Ausgangspunkt zurück.

Tourengänger: Tef


Galerie


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Kommentare (2)


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ADI hat gesagt:
Gesendet am 21. Januar 2012 um 14:28
Klasse Tour, dort hat's wohl immer AKW, oder?

VLG, Gunter

Tef Pro hat gesagt: RE:
Gesendet am 23. Januar 2012 um 19:29
auf alle Fälle ist der AKW Faktor um einiges höher als in Mitteleuropa, zumindest im Winter, wenn es so gut wie keinen Dunst gibt - aber dieser Winter ist auch in Spanien außergewöhnlich sonnig
beste Grüße
Tef


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