Schwägalp-Pfingstboden- Hinterfallenchopf-Ennetbühl


Publiziert von rkroebl Pro , 12. Januar 2012 um 21:54.

Region: Welt » Schweiz » St.Gallen
Tour Datum:12 Januar 2012
Schneeshuhtouren Schwierigkeit: WT2 - Schneeschuhwanderung
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-SG   CH-AR 
Zeitbedarf: 4:30
Aufstieg: 800 m
Abstieg: 1200 m
Strecke:Schwägalp Passhöhe - Chräzerenpass - Pfingstboden - Ellbogen - Hinterfallenchopf - Hübschholz - Riet (war ein Fehler, aber nett) - Ennetbühl
Zufahrt zum Ausgangspunkt:ÖV nach Schwägalp Passhöhe oder Pw bis Ennetbühl und dann ÖV
Zufahrt zum Ankunftspunkt:ÖV oder Pw
Kartennummer:Wanderkarte Obertoggenburg Alpstein 1:25000

Wieder so ein Tag, an dem mich nichts mehr in Zürich halten konnte. Die Tour von der Schwägalp schlussentlich nach Ennetbühl reizte mich - und ich wollte sie alleine machen, weil der an sich liebe Hund, der mich manchmal begleitet (oft steht er mir auch auf die Schneeschuhe und wartet), vonwegen Wildschutzzonen hier ganz fehl am Platz gewesen wäre. Auch wir Menschen halten uns da strikt an die Spur. Alles in Allem eine einfache Tour, wirklich, heute höchstens durch den in der warmen, gleissenden Sonne schwer werdenden Schnee etwas anspruchsvoller.

Direkt an der Postautohaltestelle 'Schwägalp Passhöhe' bei noch eisigen Temperaturen die Schneeschuhe montiert und auf einem mit der Präzisionsfräse gestalteten Schneeschuhpfad durch den tief verschneiten Wald in Richtung Chärzerenpass losmarschiert. Schattig, kühl, der perfekteste Winterpfad, den ich je gesehen habe. Leute gab's nicht, ich war während längerer Zeit vollkommen alleine, stapfte zwischen den schwer behangenen Tannen meines Weges. Nach einiger Zeit beginnt ein sanfter, stetiger Anstieg hinauf zum Pfingstboden, wo sich einige Hütten zusammenscharen. Hier den ersten Menschen auf der Route gesehen und es war ein einheimischer Skitourenfahrer, der sich an der Sonne ausruhte und unter anderem meinte, dass man zu dieser Jahreszeit seit Ewigkeiten nicht so viel Schnee gehabt habe, hier oben. So erhielt ich dann auch die richtigen Informationen zum "wie weiter", denn siehe da, die von der Schwägalp her kommende Spur endete hier abrupt. Ich stieg noch die wenigen Meter auf den Berg hoch, der sich vielleicht 50Hm hinter den Hütten erhebt (könnte Pfingstboden heissen, wie etliches auch, da oben?) um die Aussicht auf die andere Seite zu geniessen. Dann wieder mit Instruktionen des einheimischen Tourengängers für lange Zeit die eigene Spur ziehend in riesigen Feldern von kostbar glitzerndem Pulverschnee. Der Erste zu sein, an so einem Ort, ist ein besonderes Gefühl. Man blickt zurück auf die Spuren und weiss: das war ich.

Im steil zum Ellbogen abfallenden Gelände gesellten sich dann aber Skispuren zu den meinen, bei der Ellbogenhütte, war Zeit für Mittagsrast. Brav wie ich halt bin, bin ich nicht auf einer der aufsteigenden Skitouren-Spuren den Hang herunter gekommen, sondern bin parallel dazu gelaufen. Das hat mir kurz darauf grosses Lob von einem Skitouristen eingebracht, der sich dankbar dafür zeigte. Wir Schneeschuhler sollten den Fellartisten wirklich nicht die Spuren versauen, denn durch unsere in der Regel tiefen Gräben mit den Ski aufzusteigen ist mühsam. Erinnern wir uns dran - ich habe vollstes Verständnis dafür!

Ab hier gab's wieder eine Spur, aber sie war nur einfach und kam von oben, vom Hinterfallenchopf und sie verlief praktisch in der Falllinie und das in inzwischen schwer und klebrig gewordenem Schnee, denn die Mittagssonne gab ihr bestes. Kurzum, die ersten paar hundert Meter nach dem Ellbogen waren hart. Sehr hart. Danach geht der Pfad dann in den Wald und zum Gipfel des Berges. Oben ist man, wenn es nach allen Seiten nur noch runter geht. Schöne Aussichten.

Teilweise sehr steiler Abstieg nach Hübschholz und von dort steil hinunter, den vermutlich unter dem Schnee befindlichen Weg hinab nach Ennetbühl. Hier habe ich etwas Mist gebaut, denn obwohl ich allen nur sichtbaren Wegweisern folgte, muss ich von einer vorhanden Spur zu weit nach links gelockt worden sein (vielleicht auch wegen Verzückung ob der erotischen Schneelandschaft, da). Den Talboden erreichte ich also nicht in Ennetbühl, sondern in Riet, von wo aus ich dann auf dem Strässchen doch noch ein rechtes Stück zum parkierten Auto stiefeln musste. Das kann man besser machen - ab Hübschholz unbedingt möglichst rechts halten, wenn das geht. 

Grosse Empfehlung für diese, offenbar wenig begangene Tour!

Tourengänger: rkroebl


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Kommentare (2)


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alpstein Pro hat gesagt:
Gesendet am 13. Januar 2012 um 17:35
Schöne Tour und Bilder!

Eine Tour, die ich auch mal noch machen muss.

Grüße
alpstein


rkroebl Pro hat gesagt:
Gesendet am 13. Januar 2012 um 20:18
Danke!

Haha! Ja, dass Du die auch mal machen willst, hast Du anderswo schon mal geschrieben. Drum hab ich sie ausgewählt, wollte Dir einfach einmal einen Moment lang voraus sein - Du hast so viel Vorsprung in der Gesamtwertung. :-)

Grüsse aus Züri,
Ray


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