Von Weisstannen auf den Pizol


Publiziert von Christoph , 27. August 2007 um 21:26.

Region: Welt » Schweiz » St.Gallen
Tour Datum:31 Juli 2007
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Hochtouren Schwierigkeit: L
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-SG 
Zeitbedarf: 11:00
Aufstieg: 2100 m
Abstieg: 2100 m
Strecke:Weisstannen - Gafarrabüel - Heugrat - Lavtinasattel - Pizolgletscher - Pizol - Lavtinasattel - Batöni - Weisstannen

Wie kommt man auf den Pizol, ohne sich durch Heerscharen von Fünf-Seen-Wanderern kämpfen zu müssen? Eine interessante Alternative zur Standardroute ist der Weg von der Ortschaft Weisstannen über den Heugrat.

Von Weisstannen (1000m) folgt man zunächst dem Wanderweg nach Süden, überquert aber dann nach 400 Metern die Brücke. Rechts vom Schießstand beginnt der unmarkierte und schmale Pfad, dem man nun immer weiter nach oben folgen muss. Im Nachhinein würde ich diese Route nicht unbedingt weiterempfehlen - man muss (v.A. morgens) viel durch hohes nasses Gras stapfen, die Wegspur wird immer undeutlicher, wir verlieren sie auf 2/3 der Höhe und müssen uns fortan quer durchs Dickicht kämpfen. Dennoch kommen wir am Gafarrabüel (1764m) an, wo der Heugrat beginnt. Dieser Wegabschnitt ist wesentlich schöner, der sanfte Kamm lädt zum flanieren ein.

Vor dem Jägerichopf verlässt der Pfad den Grat und führt westlich an ihm vorbei. Der Grat, der letztlich im Lavtinasattel endet, ist wohl weiter gut begehbar (geschätzt T4), aber wir wählen die "sichere" Variante auf dem ausgetretenen Pfad, der schließlich auf 2150m auf den markierten Wanderweg trifft, der bis hinauf in den Lavtinasattel (2587m) geleitet. Herab geht es ins Geschuttfeld des einst großen Pizolgletschers und mit weiß-blauen Markierungen direkt auf ihn zu.

Nach den ersten Ausrutschern auf dem Eis entscheiden wir uns, für den Aufstieg den Grat zu nehmen, der den Gletscher im Osten begrenzt. Für Wanderer ohne alpine Ausrüstung ist dies eine sinnvolle Alternative, die Kletterschwierigkeit geht nicht über den II. Grad hinaus, nur muss man aufgrund der vielen losen Steine (auch die, die nicht so aussehen) jeden Schritt mit Sorgfalt setzen. Wir laufen zunächst auf dem Grat, steigen dann auf der Gletscherseite schräg den ersten Felsblock hinauf bis in die Scharte und umrunden von dort den zweiten Felsblock auf der Südseite, dann ist der Sattel erreicht (leider habe ich kein geeignetes Foto für die Route). Der letzte Gipfelanstieg ist unproblematisch und dazu noch gesichert.

Abstieg mehr rutschend als laufend über den Gletscher, vom Lavtinasattel bleiben wir nun auf dem markierten Weg heunter ins Batöni (Naturschauspiel mit fünf spektakulären Wasserfällen!) und von dort auf immer flacherem Weg zurück zum Ausgangsort.

Anmerkung zum Zeitbedarf: Wir hatten leider zwei "Ausfälle" und mussten es langsam gehen lassen, die Tour dürfte für Trainierte auch in zwei Stunden weniger gut zu machen sein.


Tourengänger: Christoph

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