Boltiger Türme re-visited


Publiziert von Zaza , 28. Mai 2010 um 21:56. Text und Fotos von den Tourengängern

Region: Welt » Schweiz » Bern » Simmental
Tour Datum:28 Mai 2010
Wandern Schwierigkeit: T5 - anspruchsvolles Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-BE   CH-FR 
Zeitbedarf: 8:00
Aufstieg: 1700 m
Abstieg: 1150 m
Kartennummer:1226

Das urwüchsige Gebiet der felsigen Türme nördlich von Boltigen ist in der Nebensaison immer wieder eine Reise wert. Heute wollten wir ein paar "fehlende" Gipfel abklappern und hofften gleichzeitig, dem prognostizierten Regen zuvorzukommen. Beides hat bestens geklappt.

Wir starten in Reidenbach und marschieren zunächst nach Chlus (wobei man in Schwarzenmatt an einer einladenden Gartenwirtschaft vorbei kommt). Hier wurde bis in die 1950er Jahre Kohle abgebaut, der Abraum ist teilweise noch sichtbar und auch der Name des Hotels "zum Bergmann" in Reidenbach zeugt davon. Nun ersteigen wir weglos den steilen Hang zum Trimlenhüttli, sicher einer der mühsameren Hüttenwege. Allerdings dürfte es im Sommer, bei hoher Vegetation, noch schlimmer sein. Das kleine, spartanisch eingerichtete Hüttchen mit vier Plätzen wird nicht mehr viel benutzt. Der Kamin ist kaputt, so dass man einen Kocher mitnehmen muss. Wer höhere Ansprüche punkto Hygiene hat, sollte auch ein Mätteli und/oder einen Schlafsack mitnehmen.

Von der Hütte traversieren wir unter der kleinen Chemiflue hindurch zum Grat und folgen ihm aufs Chlushorn. An zwei steilen Kletterstellen empfiehlt es sich jeweils, links anzupacken. Besondere Vorsicht verlangen die diversen Felsspalten. Kurz vor dem Trimlenhüttli kommt ein erster Regenschauer, den wir bequem in der Hütte aussitzen. Danach geht es steil und weglos hinauf zur Trimlengabel, dann zu P. 1913 der Rockschwartenflue und weiter zum Widdergalm. Die Aussicht ist bescheiden und der Wind grimmig, so dass wir rasch retour zur Trimlengabel stechen, nachdem der Ängelibeck-Cake verdrückt ist.

Das Wetter ist immer noch passabel, so queren wir etwas unter dem Trimlenhorn und steigen dann steil (zwei Drahtseile) in den Sattel zwischen Holzer- und Trimlenhorn auf. Der direkte Grat wäre zwar im SAC-Führer nur mit "L" bewertet, aber das kann erfahrungsgemäss auch Kletterei bis IV bedeuten, also queren wir unten durch zur Normalroute und erklimmen das Südcouloir.

Vom Trimlenhorn aus erblicken wir eine Möglichkeit, direkt von N (von P. 1756) zur Mittagflue zu steigen, das geht denn auch problemlos (etwas ausgesetzt). Beim Gipfelkreuz treffen wir zwei Einheimische, die von Ramsern aufgestiegen sind und mit denen wir gleich eine Mitfahrgelegenheit mischeln können. So gehen wir voraus, erkraxlen noch das Chienhorn und fahren dann kurzweilig hinunter nach Boltigen. Einer der Männer hat in den 1960er Jahren noch mit dem legendären Erich Friedli zusammen den Friedli-Pfeiler am Trimlenhorn erklettert! Und kaum sitzen wir im Hotel Simmental am Tisch, beginnt es kräftig zu regnen...perfektes Timing!

Bleibt also in der Gegend nur noch die Chemiflue (oder Jümpferli)...vielleicht mal aendu oder sonst einen gewandten Kletterer anbetteln ;-)

Tourengänger: Omega3, Zaza


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Kommentare (2)


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Hurluberlu hat gesagt: Loway revisited
Gesendet am 6. November 2011 um 20:38
Intéressant, semble-t-il. Sauvage en tous les cas.

Zaza hat gesagt: RE:Loway revisited
Gesendet am 7. November 2011 um 07:42
je serais partant pour la re-revisite, car j'adore cette zone...


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