Bishorn


Publiziert von kleopatra , 24. April 2010 um 12:10. Text und Fotos von den Tourengängern

Region: Welt » Schweiz » Wallis » Mittelwallis
Tour Datum:17 April 2010
Hochtouren Schwierigkeit: L
Ski Schwierigkeit: ZS
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-VS 
Zeitbedarf: 2 Tage
Aufstieg: 2500 m
Abstieg: 2500 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Mit dem PW oder Postauto nach Zinal. Im Winter verkehrt laut angeblich noch zusätzlich ein Schibus.
Unterkunftmöglichkeiten:Cabane de Tracuit

Wer spät bucht, bezahlt teuer (mit einer schlaflosen Nacht)! Nachdem wir uns die angekündigten zwei Tage Sonnenschein nicht entgehen lassen wollten, wurde am Donnerstag verzweifelt eine Hütte nach der anderen angerufen, bis der Wirt der Cabane de Tracuit meinte, er sei zwar total überbelegt aber er würde uns noch reinquetschen. Ein grosses Lob an den Hüttenwirt, der die Überbelegung problemlos mit Zwei-Schicht-Betrieb beim Abendessen managte.

Doch vorerst mussten mal 1600 Höhenmeter von Zinal zur Hütte mit einem langen Umweg über den Winterweg hinter uns gebracht werden. Im unteren Teil mussten wir die Schi für ca. 200 Höhenmeter aufschnallen und kurz vor der Hütte heizte die Sonne so richtig ein, sodass der Rucksack subjektiv noch schwerer wurde. Dafür präsentierte uns dieser Tag unglaubliche Ausblicke auf die weissen Riesen rundherum.

Nach wohl verdientem Abendessen wurde es für uns dann in der Nacht nochmals ziemlich ungemütlich, wo wir lernen mussten, dass 2 Wolldecken pro Person nicht ausreichen, wenn im Zimmer der Schnee nicht mehr schmilzt. Dementsprechend 'fit' sahen wir am nächsten Morgen aus und als dann der Blick aus dem Fenster statt mit strahlendem Himmel (wie prophezeit) mit tief hängenden Wolken und etwas Neuschnee belohnt wurde, waren meine Hoffnungen auf einen Gipelerfolg komplett im Keller.

Trotz leichtem Schneefall reihten wir uns in die schon fast durchgehende Seilschaftskette der anderen Tourengeher ein. Zuerst ging es recht flach mit leichtem Abstieg über den Turtmanngletscher bevor wir in den Gipflhang einschwenkten. Dort kam etwas Wind auf, dafür zeigte sich aber auch hin und wieder ein Sonnenstrahl. Über diesen Rücken ging es dann schnurstraks auf den Grat wo wir ca. 30 Höhenmeter unter dem Gipfel Schideport machten. Von dort traversierten wir ca. 10 Meter nach links auf den nächsten Gratrücken und dann direkt auf den Gipfel. Kaum dort oben angekommen, brach kurz die Sonne durch und gab die Sicht auf das Weisshorn frei - ein unglaublicher Anblick.

Aufgrund der dünnen Neuschneeschicht fuhren wir angeseilt über den Gletscher wieder hinunter und da nun der Nebel immer dichter wurde, war es gar nicht so einfach, die Hütte wieder zu finden. Der Rest der Abfahrt (inkl. kleinem Gegenanstieg) Richtung Roc de la Vache war dann eher von dürftiger Schneequalität, viel Slalom um die Steine und auch etwas Ski tragen geprägt. So waren wir sehr  froh, als wir das Auto nach einer langen Skate-fahrt durch das Tal Richtung Zinal erreicht hatten.

Anmerkungen:
Ich habe der Route in der Bewertung Schitour bewusst ein ZS gegeben und zwar betrifft dies den Hüttenzustieg auf die Cabane de Tracuit. Es gibt zwei steilere Abschnitte, die meiner Meinung nach bei Lawinenwarnstufe erheblich nicht zu unterschätzen sind: 300 Höhenmeter nach der Querung des Baches am Ende des Talsbodens (Pkt. 1908) und der Hang unmittelbar unterhalb der Hütte. Letzterer ist auch sehr stark der Sonneneinstrahlung ausgesetzt.

Tourengänger: kleopatra, Muellix


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