Cima di Lago 2833 m - Trostberg


Publiziert von basodino Pro , 25. Oktober 2009 um 16:00.

Region: Welt » Schweiz » Tessin » Locarnese
Tour Datum:21 August 2008
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-TI   Gruppo Cristallina   Gruppo Pizzo Castello   Gruppo Pizzo San Giacomo   Gruppo Basodino   Gruppo Poncione di Vespero 
Zeitbedarf: 2 Tage
Aufstieg: 1000 m
Abstieg: 1700 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:von Locarno das Valle Maggia bis Bignasco und das Val Bavona bis San Carlo, dort Aufstieg 1000 Höhenmeter (3 Std.) oder Seilbahn (13 Min.).
Zufahrt zum Ankunftspunkt:Airolo liegt an der Gotthardroute (Zug, Autobahn) und ist Ausgangspunkt der Straße zum Nufenenpass (Richtung Wallis)
Unterkunftmöglichkeiten:Capanna Basodino CAS (1856 m) Hotel Robiei (1900 m) Capanna Cristallina CAS (2568 m)
Kartennummer:1251 Val Bedretto, 1271 Basodino

Eine der meist begangenen Wanderungen im Nordtessin dürfte die Strecke zwischen Robiei und dem Val Bedretto sein. Sie bietet sich allein deshalb an, weil es gleich mehrere Übernachtungsmöglichkeiten gibt und man am Wegesrand einige Berggipfel recht leicht erreichen kann. Unser Plan, die Cristallina (2912 m) zu besteigen, endete aber im Nebel. 
Nach einigen Wandertagen zuvor gondelten wir erst am späten Nachmittag nach Robiei und übernachteten zum ersten Mal im funktionalen, aber ästhetisch verfehlten Hotel in Robiei unweit der Bergstation. Auch die Zimmer innen sind für längere Aufenthalte allerhöchstens praktisch. Die Basodinohütte ist hier eindeutig gemütlicher und dem Wanderer eher anzuraten. 
Am nächsten Morgen war früh klar, dass wir Glück brauchten, um mehr als nur Nebel in den Höhen zu sehen. Der übliche Weg folgt der Straße bis zum Lago Bianco (2077 m). Auf der rechten Talseite führt auch ein normaler Wanderweg entlang (den man aber nur via Basodino-Hütte erreicht, was mit Gegenabstiegen verbunden ist). Nachdem man den malerischen See erreicht hat, folgt man der Straße noch für einige Minuten, bis man zu einem großen Wegweiser kommt, der einen rechts abbiegen lässt. Jetzt kommt das steilste Stück des Weges, welches man in ca. 25 Minuten hinter sich bringt. Wieder ein Wegweiser leitet jetzt nach links (geradeaus ginge es in weiteren 20 Minuten zum schön gelegenen Lago Nero). 
Die Traverse, die hier beginnt, entschädigt normalerweise nicht nur durch den gemächlichen Anstieg, sondern auch durch die tolle Aussicht bis zum vergletscherten Basodino. Wir hingegen hatten jetzt mit dem angesprochenen Nebel zu tun, leichtem Nieseln und einem unangenehmen Wind. Bald erreicht man den Passo Sfundau (2465 m). Vor einem liegt dann der meist braune Lago Sfundau (nicht eben ein Kleinod im Vergleich zu den anderen Seen). Die Umgebung besteht hier beinahe ausnahmslos aus Felsen und Geröll und verliert beinahe alle Farbe (zumal im Nebel). Man quert auf einem guten Weg den rechten Rand des Sees in ansteigender Höhe und erreicht so die Geröllfelder unter dem Passo Cristallina (2568 m). Hierher T3-, 2 h 30 min. 
Links des Passes liegt die neue Cristallinahütte, die eher einem Hotel gleicht. Die Flure und Räume sind großzügig, es gibt heiße Duschen und einen riesigen Aufenthaltsraum. Die Architektur von außen ist hingegen recht simpel und passt nach meiner Meinung so gar nicht in die Landschaft. 
Da die Wettervorhersage für den nächsten Tag wenig Hoffnung enthielt und wir nicht den ganzen Nachmittag rumsitzen wollten, folgten wir dem Weg, der von der Hütte auf der Sfundauseite rechts in die Flanke führt. Man umgeht einen ersten Gratausläufer und gelangt an eine flache Passagen, wo vorherige Wanderer interessante Steinformationen erstellt haben (siehe Bilder). Hier trennen sich 2 Routen. Die rechte führt zum Passo della Cima di Lago (ca. 2680 m), der linke quert weiter hinauf. Man folgt ihm bis auf den Grat (2720 m) und benutzt diesen weiter bis zum Gipfel. Man kann den Platten und Felsen auch auf halber Strecke zwischen Ende des Weges und dem Gipfel links unterhalb ausweichen. Hier trifft man wieder auf Spuren, die zum Gipfel führen. Wenn man im Abstieg dieser Spur weiter nach unten folgt, merkt man aber, dass keine durchgängig markierte Route besteht, warum auch immer. Im Aufstieg gut 50 Minuten, im Abstieg 35 Minuten, T3, oben T4, auf dem Grat T4+, I. 
Am nächsten Tag sahen wir die Sonne nur beim Aufbruch durch den Nebel/Wolken spicken. Deshalb mussten wir auf die Cristallina leider ganz verzichten. Wir stiegen zügig auf dem normalen Hüttenweg vorbei am Standort der alten Hütte (2349 m) und an den Alpgebäuden (2214 m) das sehr idyllische Tal hinab bis zur Alpe di Cristallina (1800 m). Hier kann man nach rechts auf den markierten Wanderweg nach Airolo abbiegen. Dieser ist nicht immer gut gezeichnet, so dass man auch mal auf eine Variante gerät. Letztlich landet man aber sicher in Airolo, wo uns der angedrohte Regen dann schließlich 30 Minuten vor dem Ziel erreichte und unseren Tessinaufenthalt würdig beendete. Zunächst T3, dann leichter, ca. 3 h 45 min. 

Wir haben diese Wanderung mit 2 Übernachtungen gemacht, weil wir natürlich ein wenig anders geplant hatten. Der fitte Wanderer mag die gesamte Strecke mit Gipfel auch an einem Tag schaffen oder mit nur einer Übernachtung beide Gipfel erreichen. 2

Tourengänger: basodino

Galerie


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