Piz Platta 3392m


Publiziert von lafa , 5. Oktober 2009 um 20:35.

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Avers
Tour Datum:27 September 2009
Wandern Schwierigkeit: T5 - anspruchsvolles Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: I (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR 
Aufstieg: 1434 m
Abstieg: 1434 m
Strecke:Cresta-Büel-Piz Platta-Tälihorn-Cresta

Was für ein Berg der Piz Platta. Von allen Seiten her sticht er mit seiner Grösse und seiner Form hervor. Wie ein mächtiger Felsklotz steht er hoch zwischen dem Avers und der Julierpassstrasse. Dadurch, dass er in diesem Gebiet weitaus der höchste Berg ist, besticht er mit einer wunderbaren Rundsicht. Die Anstiege auf den Gipfel sind nicht ganz eifach und auch nicht kurz. Vom Avers her wartet eine kleinere, aber interessante Kletterpartie auf den Grat. Von Mulegns aus steht einem der nun doch relativ kleine Plattagletscher im Weg. Werden diese Strapazen aber überstanden, wartet ein super Gipfel auf einen.

Früh Morgens starteten wir in Cresta . Der Himmel noch strahlblau und keine Wolken in sicht. Der Weg beginnt gleich am Ende des Dorfes. Man folgt den Markierungen die in Richtung Tälifurgga weisen. Zuerst geht es sanft steigend an den Grashängen oberhalb des Dorfes empor. Nachdem die ersten Meter gewonnen werden führt der Weg in ein Tal einwärts. Weiter geht es nach Büel 2514m empor, welches man nach einer leichten Bigung erreicht. Nun steht man vor den ersten Felshängen, welche vom Piz Platta herunterkommen. Dank eines genialen Fotos von Schlumpf http://www.hikr.org/gallery/photo21564.html?post_id=3535#1 (hat uns sehr geholfen) ist der weiter Weg gut ersichtlich. Steil und vorallem sehr rutschig geht es nun über die beiden Geröllhängen empor aufwärts, bis man in einen Geröllkessel oberhalb des zweiten Hanges erreicht. Dort steht man genau unter den Felswänden. Hier könnte man meinen es gehe nicht weiter, aber wieder dank Schlumpfs beschriebung findet man ein Couloir. Am besten nimmt man wirklich das erste Couloir rechts von einem. Man läuft zuerst noch ein wenig in den Kessel hinein bis man dann das beschribene Couloir sieht. Wegspuren leiten zuerst über Geröll in den Anfangsbereich. Nun geht es am Anfang immer noch über Geröll aufwärts bis es dann schon relativ sehr steil wird. (Achtung Steinschlag) Anschliessend wurde uns das rutschige Couloir zu steil und wir weichten in die Felsen auf der linken Seite aus. Über diese geht es dann weiter gut aufwärts, mal weniger mal ein bisschen  mehr exponiert, aber insgesamt ohne grössere Probleme aufwärts, bis man den Grat vom Piz Platta zum Tällihorn erreicht.
Weiter geht es unschwierig am Grat entlag, zum Gipfelaufbau des Piz Plattas. Es sieht zuerst wirklich schwieriger aus als es ist. Viele Steinmänner leiten gut über kleinere Kletterpassagen aufwärts zum Gipfel 3392m. Lieder gab es für uns keine Aussicht, denn von da an hülte sich der Gipfel dauernd im Nebel.

Nach kurzer Rast ging es an den Abstieg. Auf dem gleichen Weg ging es zurück, bis zum Punkt, wo wir am Aufstieg den Grat erreichten. Nun zogen wir aber weiter, immer schön dem Grat entlang in Richtung Tälihorn. Über viele Blocksteine geht es unschwierig dem Grat entlag, bis unterhalb des Gipfels vom Tälihorn. Dort wird es zimlich schwierig, denn ein Felsriegel versperrt den Weg. Man steigt desshalb besser ein paar Meter ab, bis man genau unterhalb des besagten Felsriegels wieder aufsteigt. Nach einer kurzen Querrung erreicht man nun auch das Tälihorn 3164m. Auf der anderen Seite geht es unschwierig über viele Blocksteine abwärts zur Bärgglafurgga 2917m. Nun steigt man über Geröll weiter ab bis man zu den  Bandseeen 2643 kommt. Dort trift man wieder auf einen markierten Wanderweg. Auf diesem geht es zurück, zuerst nach Büel 2514m und schliesslich bis nach Cresta runter.

Fazit: Der Piz Platta ist eine wunderbare Bergtour, welche aber nicht unterschätzt werden darf. Vorallem der Aufstieg vom Geröllkessel auf den Grat zwischen Platta und Tälihorn ist nicht immer für jedermann ganz einfach. Der anschliessende Gipfelaufbau ist eifacher und auch weniger ausgesetzt. Hat man aber alle diese Strapazen überwunden, hat man zweifellos einen der interessantesten, aber auch der schönsten Berge in Graubünden erklommen. Vorallem die Aussicht soll prächtig sein, welche wir aber wegen Nebels nicht gross geniessen konnten. Diese Tour ist für jeden Trittsicheren und Schwindelfreien Tourengänger machbar. Wer nicht so viel Fels im Aufstieg will, steigt besser von Mulegns auf. Dort wartet einfach im oberen Teil noch der kleine Plattagletscher. Diese Tour ist momentan noch gut machbar bis zum ersten grossen Schneeeinbruch. Danach ist sie nicht mehr zu empfehlen.

Tourengänger: lafa

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