Wandern, wo Klettergeschichte geschrieben wurde (Schneck 2268m)


Publiziert von Berglurch , 28. September 2009 um 20:00.

Region: Welt » Deutschland » Alpen » Allgäuer Alpen
Tour Datum:26 September 2009
Wandern Schwierigkeit: T5 - anspruchsvolles Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Mountainbike Schwierigkeit: L - Leicht fahrbar
Wegpunkte:
Geo-Tags: D   A 
Zeitbedarf: 6:00
Aufstieg: 2100 m
Abstieg: 2100 m
Strecke:Oberstdorf - Oytal - Käseralpe - Wildenfeldhütte - Himmeleck - Schneck - Wildenfelhütte _ Hornbachjoch - Südl. Höllhorn - Wildenfeldhütte - Käseralpe - Oberstdorf
Zufahrt zum Ausgangspunkt:DB Oberstdorf, dann auf der asphaltierten Strasse durchs Oytal und hinauf zur Käseralpe

Auf einen Gras- und einen Schuttberg.

In den Bergen rings um das Oytal wurde allgäuer Klettergeschichte geschrieben. Die dank des Aptychenkalkes mit üppigem Grün überwucherten, glatten Felswände der Höfats, des Himmelhorns oder des Schnecks werden mit - im Allgäu aber auch darüber hinaus - so bekannten Namen wie Herrmann Rädler, Anderl Heckmair und Josef Enzensperger in Verbindung gebracht. Heute sind die Sicherungen in diesen Routen mit zeitgemäßen Methoden möglich - somit sind die Anstiege nicht mehr nur den außergewöhnlichsten Alpinisten mit einer ausgeprägten Portion an Todesverachtung vorbehalten. Was geblieben ist, sind jedoch die weiterhin hohen Schwierigkeiten der Routen und die landschaftliche Schönheit. Und genau diese wunderbaren Panoramen machen neben dem sprichwörtlichen Blumenreichtum dieser Berge auch den Reiz aus, den diese Gegend auch auf Wanderer ausübt. Und somit an diesem Tag auch auf mich.

... Dabei sah die Sache am Morgen gar nicht gut aus: Zunächst wurde meine gelante Tour auf die Höfats "sabotiert" und mein Begleiter wollte mich nicht mehr begleiten. Und dann wusste ich nicht so recht, wo hin, wolten wir die Höfats-Tour doch gemeinsam unternehmen. Also trotzdem in den Zug nach Oberstdorf und trotzdem hinter der Nebelhornbahn vorbei zunächst mit dem Bike auf dem Wanderweg und dann ab dem Oytalhaus auf der Asphaltstraße ins Oytal. Schon allein diese Bikefahrt ist ein landschaftliches Highlight für sich, denn das Oytal ist das "allgäuerischte" aller Oberstdorfer Seitentäler mit seinem breiten grünen Talgrund und seinen steilen Grasflanken. Aber ich konnte nach 5 Fotos nicht mehr weiter Bilder schießen. Akku leer :-( Ab dem Oytalhaus beginnt die (moderate) Steigung zur Käseralpe. Auf halben Weg zur Käseralpe passiert man den Stuibenfall, von dem aus man einen wunderbaren Blick auf den Rädlergrat hat. Und an genau diesem Rädlergrat waren heute zwei Alpinisten unterwegs, die ich gerade zum Einstieg laufen sah. An der Käseralpe stellte ich mein Bike ab und nahm den Wanderweg Richtung Himmeleck in Angriff. Dieser zunächst breite, dann steile und erdige Pfad (T2) führt vorbei an den Hütten der Wildenfeldalpe zum Himmelecksattel. Bis hierher ca 50min im strammen Tempo. Am Himmeleck links in 15 min zum grasigen, mit einer Blechfahne markierten Vorgipfel des Schnecks (T3). Ab hier in 10min unschwierig, aber recht luftig auf den schmalem Verbindungsgrat zum Hauptgipfel des Schneck (T5+). Hier kamen gerade zwei Seilschaften die Routen der Schneck Ostwand "Zinnenfeeling" und "Klassische Ostwand" hoch. Gratulation an die Erfolgreichen. Dann Abstieg über den selben Weg zurück zur Wildenfeldhütte und von dort in einer Stunde auf markiertem Weg zum Hornbachjoch. Mit leichtem Höhenverlust unter den östlichen Felsen des markanten Zackens des südlichen Höllhorns vorbei und in der markanten Bachrunse durch den Dreck nach oben bis in die Höllhornscharte hier links über die Schlüsselstelle, ein ca 2m hohes Wändchen im IIten Grad. Dann immer direkt rechts der Kante im noch halbwegs soliden Fels. Geht man zu weit rechts, ist es sehr sehr schuttig und unangenehm. Auf dem winzigen Gipfel kam mir eine Seilschaft entgegen, die wohl, diese Route gegangen sind.
Abstieg auf der gleichen Route zur Käseralpe und dort eine leckere Buttermilch getrunken... und die Erfolgreichen Alpinisten am Rädlergrat hatten mitlerweile auch den Ausstieg erreicht... Von der "Loge" der Käseralpe sah man das recht gut...
Dann gemütliche Abfahrt zurück nach Oberstdorf.

Fazit: Unlogische, aber schöne Tour


Tourengänger: Berglurch

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