Tofana da Rozes – Stollen, Klettersteig, Rundtour und Gipfel


Publiziert von Delta Pro , 7. September 2009 um 21:12.

Region: Welt » Italien » Trentino-Südtirol
Tour Datum:26 Juli 2009
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Klettersteig Schwierigkeit: ZS+
Wegpunkte:
Geo-Tags: I 
Zeitbedarf: 8:00
Aufstieg: 1320 m

Tofana da Rozes, was für ein Berg, was für eine Tour! Ein landschaftlicher Höhepunkt der Dolomiten!
 
In der Tat komme ich kaum aus dem Schwärmen für diese Bergtour heraus. Die Route bietet alles, was zu einem ausgefüllten Tag in den Dolomiten gehört und ist, soweit ich das beurteilen kann, eine der lohnendsten Tagestouren in weitem Umkreis. Die Rundtour stellt ausser guter Kondition, Trittsicherheit und etwas Klettersteigerfahrung keine überaus hohen Ansprüche und kann von jedem erfahrenen Bergwanderer unter die Füsse genommen werden.
 
Die Tofane, das sind insgesamt drei 3000er über Cortina d’Ampezzo, deren Ruf weit über die Landesgrenzen reicht. Während die Tofana di Mezzo durch eine Gondelbahn erschlossen ist, und dadurch auch die Tofana di Dentro gut erreichbar ist (Klettersteig), bleibt noch die Tofana da Rozes, wo der Bergsteiger für sich alleine ist – auch wenn das in den Dolomiten relativ ist… Die Tofana da Rozes besticht vor allem durch ihre 800 Meter hohe, rötlich schimmernde, senkrechte Südwand, ein Traum für Kletterer! Die hier beschriebene Route beschreibt eine grosszügige und abwechslungsreiche Runde um den Berg, ist gespickt mit landschaftlichen Kleinoden, Klettersteigpassagen und Relikten aus dem Dolomitenkrieg, und gipfelt in der Besteigung der Tofana da Rozes.
 
Vom Rifugio Dibona (erreichbar per PW auf einer ruppigen Schotterstrasse) auf dem Wanderweg unter die Südwand der Tofana und unter dieser nach Osten bis zum Einstieg der Ferrata Lipella. Der Steig beginnt mit einem eindrücklichen, 500 Metern langen Tunnel, der Galleria del Castelletto. Leitern führen hinauf zum Tunneleingang. In kompletter Dunkelheit (Stirnlampe mitnehmen!) geht es dann in Windungen steil bergauf zu zwei Ausstiegen in der Ostwand der Tofana da Rozes. Vom oberen führt der Klettersteig etwas durch die Felsen und schliesslich auf ein Geröllfeld, das man einige hundert Meter verfolgt. Anschliessend führt die Ferrata Lipella durch wunderschönes, abwechslungsreiches Gelände allmählich durch die Ostwand bergauf. Es gilt immer wieder über steile Passagen auf ein nächstes Felsband zu klettern, auf dem man dann, teils wunderschön exponiert leicht nach Norden absteigend zur nächsten Schwachstelle in der Wand folgt. Für diesen Abschnitt muss man genügend Zeit einberechnen, da die zurückzulegende Distanz beträchtlich ist.
 
Bei den „Tre Dita“, drei fingerförmigen Felstürmen, erreicht man den NE-Grat und hat die Qual der Wahl entweder weiter auf dem etwas schwieriger werdenden Klettersteig direkt gegen den Gipfel zu steigen, oder direkt zum Rif. Giusani zu steigen. Wir schenkten uns den zweiten Teil des Klettersteiges, wollten aber nicht auf den Gipfel verzichten. So querten wir durch die Nordflanke auf die Normalroute auf die Tofana. Die immerhin noch 600 Höhenmeter bis zum Gipfel sind unterhaltsamer, als sie auf den ersten Blick wirken. Der Weg führt durch eine steile Geröllflanke, die mit Felsstufen durchzogen ist bergauf (T4). Es gibt oft gute Wegspuren, dennoch muss man sich achten, nicht in unwegsames Gelände zu geraten. Ab und zu darf man sogar die Hände als Hilfsmittel einsetzen. Schliesslich steigt man auf dem aussichtsreichen Gipfelfirst und durch eine Geröllhalde zum Gipfelkreuz und wie auf der Marmolada sind wir ganz alleine. 16.30 – es lohnt sich antizyklisch unterwegs zu sein. Abstieg auf der Normalroute zum Rif. Giusani und auf einem breiten Weg zurück zu, Rif. Dibona – die Tofana Umrundung, inkl. Gipfelbesteigung ist perfekt.

Tourengänger: Delta, sglider

Galerie


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Kommentare (1)


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Gemse hat gesagt: Wegepunkt - Gipfel
Gesendet am 19. September 2010 um 15:40
Leider ist Dein Wegepunkt vom Gipfel verrutscht. Bitte lösche ihnund nimm meinen. Vielen Dank und nichts für ungut.
Karl


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