Naxos und der Zas: Biwak auf dem höchsten Punkt der grössten Kykladeninsel!


Publiziert von surfy , 10. Juni 2009 um 23:44.

Region: Welt » Griechenland
Tour Datum:29 Juli 2008
Wandern Schwierigkeit: T4- - Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: GR 
Zeitbedarf: 2:00
Strecke:Filoti - Aghia Marina - Zas/ Zeus Summit
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Mikri Vigla - Chalki - Filoti
Zufahrt zum Ankunftspunkt:gleich wie der Ausgangspunkt
Kartennummer:10.28 Aegean Cyclades: Naxos (1: 40000)

Naxos, Griechenland, - die grösste Kykladeninsel mitten in der Ägäis. Klischee-Griechenland: Weissgetünchte Häuser, schwarz gekleidete Frauen, Männer in den Bars und auf den Plätzen, Sport: windsurfen, biken und hiken und good food bei Kula und Kolonna in der Taverne.
Seit 2005 zieht es mich jeden Sommer für zwei Wochen auf diese Prachtsinsel, auf der noch viele Traditionen erhalten blieben, auf der der Tourismus noch nicht vollständig die Spuren ursprünglichen Brauchtums verwischte... Mikri Vigla ist meine Location, eine Siedlung ca. 40Kilometer südlich von Chora-Naxos, dem Hauptort der Insel. Dort lebe ich jeweils im Zelt, unter Wachholderbäumen (Ja, ich weiss, Wachholder wächst in Sträuchern, aber es müssen einfach Wachholderbäume sein, so wie die aussehen und pieksen), oben in den Felsen einer Art Halbinsel mit Blick nach Paros, aufs Meer und ins Landesinnere Richtung Zas/ Zeus, - dem mit 1001m. ü. M. höchsten Berg der Insel. Jedes Jahr steige ich auf den Zeus, anschliessend auf den Mavrovouni im Koronosgebirge, mit 999m.ü.M. der zweithöchste Gipfel der Insel. Den Mavrovouni habe ich inzwischen umbenannt, für mich ist er der Gipfel der Winde. Immer wenn ich bisher oben war, blies auf dem Sattel und dem Gipfel unbändig der Wind, auf dem Zeus war's oft praktisch windstill.

Hoch geht's über Filoti, dem einwohnermässig grössten Dorf auf Naxos, - wie viele es allerdings sind, habe ich trotz Recherchen nicht herausgefunden. Von Filoti gibt's dann verschiedene Wege: Die allgemeine Richtung ist Apiranthos, für mich das schönste Bergdorf auf Naxos; man kann nun direkt nach dem Dorfausgang Filotis nach rechts abbiegen und der Strasse zum Zas Cave, der Zas-Quelle, folgen. Einige meiner in Mikri Vigla campierenden Windsurfer-Kollegen holen dort ein- bis zweimal wöchentlich frisches Quellwasser für den Campinggebrauch. Von dieser Seite, der Westflanke des Zas, kann man auf einem steil ansteigenden Weg den Zeus erklimmen, allerdings habe ich diese Route noch nie erkundet.
Mein Weg führt meist hoch Richtung Dhanakos; bei der kleinen Kapelle Aghia Marina parkiere ich jeweils mein Bike - meist unternehme ich die Tour mit dem Velo - oder was auch immer. Und dann geht's in flottem Tempo hoch auf den Zeus. Zunächst folgt man einem gut ausgebauten Weg, vorbei an Olivenbaumkulturen und weidenden Ziegen. Der Weg geht zunächst Ost-Südostwärts und steigt dann nach ca. zwei Kilometern in Serpentinen steil an. Diesen folgt man. Man passiert eine Quelle und steigt weiter hinauf. Nach ca. 300Höhenmetern kommt man in flacheren Gelände, man bewegt sich nun auf dem Ostrücken des Zas. Dort oben war mal eine Siedlung, zwei, drei Steinhütten, heute sieht man davon nur noch die Fundamente. Man geht weiter und kommt an eine Steinmauer, dieser folgt man: Surreal, das Gebiet hier oben: Irgendwann brannte es und sämtliche Sträucher gingen drauf, übrig geblieben sind die schwarz verkohlten Zweige und Stämmchen; wie Mahnmale stehen sie in den stechend blauen, sonnendurchfluteten Himmel Naxos' ab.
Nachdem der Wall endet, wird der Weg wieder steiler, um dann nach weiteren ca. 150Höhenmetern wiederum auf einem Rücken abzuflachen. Dort oben muss man den Weg dann immer wieder suchen, Steinmännchen markieren ihn. Bereits sieht man nun den Gipfel des Zas. Im letzten Stück steigt der Weg noch einmal etwas steiler an, nun sieht man die Ägäis im Westen, die Meeresenge zwischen Paros und Naxos. Im Rücken, - die östliche Ägäis, gespickt von ein paar unbesiedelten Inselchen. Geheimtipps für Abenteuertrips per Boot.
Den Gipfel des Zas (1001m.ü.M.) schmückt kein Kreuz, sondern ein ca. ein Meter hoher Steinquader mit einem Triangulationspunkt obendrauf. Es hat ein Gipfelbuch.

Die Tour auf den Zas unternehme ich - wie erwähnt - jedes Jahr seit 2005. Letztes Jahr - 2008 - habe ich zudem mein Projekt realisiert, auf dem Zeus zu übernachten und ein wunderbar schönes Biwak errichtet. Die Bilder sind von meinem Trip 2008.

Naxos ist ein Besuch wert: Der Fakt, dass die Insel nur mittels Fähre - der Flugverkehr ist absolut unbedeutend - erreicht werden kann und kein eigentliches Nachtleben, nicht mal in Chora-Naxos, der Hauptstadt der Insel, aufweist, schreckt Party-geile, sich am Strand grillende Touris ab... Naxos ist in vielen Teilen, v.a. im Süden und Osten sehr ursprünglich geblieben. Es ist die Insel der Windsurfer, Hiker und Biker. Neben dem Zas bestehen viele andere Möglichkeiten schöner Wanderungen durch unberührte Naturgebiete, v.a. im Süden, wobei die Wege z.T. inexistent oder "selbst erschlossen" werden müssen. Seit langem reizt mich eine Querung des Südkaps von Osten nach Westen, zumal dieser Teil der Insel noch praktisch unzivilisiert und nicht mal verkehrstechnisch erschlossen ist...



Tourengänger: surfy

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Kommentare (1)


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edy hat gesagt: Zas Besteigung
Gesendet am 15. September 2010 um 13:42
Hallo Surfy, leider erblickte ich Deinen Bericht erst heute. Ich verbrachte gerade 1 Woche auf Naxos. War vor 15 Jahren auch dort und bestieg den Zeus/Zas auch von Aghia Marina aus. Der Rückweg verlief via die Zeus-Höle. Diesmal begann die Wanderung von Filoti zum Rastplatz mit Quelle vor der Zeushöle. Nacher gings weiter zur Höle. Ein guter Pfad führt dorthin. Kurz vor der Höle gehts Pfadlos über Stock + Stein steiler rauf. Die Markierungen sind aber gut sichtbar. Die Höle selber soll ja bis zu 150m in den Berg hinein führen. Aber ohne starkes Licht und dazugehöriges Equipment verzichtete ich nach 5m weiter zu gehen. Nach der Höle gehts steil rauf bis zum Beginn einer Geröllhalde. Dort kann man links zum Traversieren (Markierungen) bis zu einer Mauer. Dieser folgt man bis auf den Rücken des Zeus. Ich stieg aber die Geröllhalde hoch (wurde im Buch von Dieter Graf vorgeschlagen). Einfach ein bisschen vorsichtig sein, wegen Rutschgefahr. Ist aber gut machbar.
Am Ende der Geröllhalde geht es links bei einem Einschnitt weiter. Rechts empfehle ich nicht, weil da noch eine Schlucht traversiert werden müsste. Evtl. zu Gefährlich, sicher zu lang. Also links traversiert man auch (fast parallel zum markierten Weg) bis zum Rücken des Zeusmassives. Von der Geröllhalde aus ist immer wieder mal einwenig Kraxeln angesagt. Kein Klettern, sondern Kraxeln. 2 mal entdeckte ich noch eine längere und dann eine kürzere Schneise. Diese führen ziemlich gerde rauf auf den Rücken des Berges (links vom Gipfel). Das wären auch 2 Möglichkeiten, aber nur bei soliden Verhältnissen und ohne starken Wind (Steinschlag). Ein Helm wäre da nicht das Dümmste. Aber dies wäre eine sehr leichte Kletterei auf solidem Fels. Die Steigung sieht von unten steiler aus, als von oben. Mit Klettererfahrung wären diese Möglichkeiten sicher sehr gut machbar (ohne Seil). Auf dem Gipfel angekommen gibt es ein tolles Panorama. Das kannst Du sicher bestätigen. Der Rückweg verlief über Aghia Marina mit noch einer angehängten Rundtour Von der Kapelle aus zum Moni Fototódis. Von dort weiter nach Danakós und zurück bis nach Filoti.
Ich wünsche Dir spannende Zeiten auf Naxos.


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