Ein (Alp-)Sonntag im Alpstein - Via Alp Bommen und Altenalp zum Mesmer


Publiziert von Grimbart , 2. September 2018 um 17:45.

Region: Welt » Schweiz » Appenzell
Tour Datum:12 August 2018
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-AI   Alpstein 
Zeitbedarf: 5:45
Aufstieg: 1085 m
Abstieg: 1085 m
Strecke:ca. 14,25 km
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Mit RTB-Linien 303 und 301 von Hohenems, Bahnhof, via Heerbrugg nach Altstätten SG, Stadt. Weiter mit den Appenzellerbahnen via Gais und Appenzell nach Wasserauen (Linien S24, S22 und S23).
Zufahrt zum Ankunftspunkt:Wie oben oder mit den Appenzellerbahnen von Wasserauen (S23) via Appenzell (S22) und Teufen nach cff logo St. Gallen und über Rorschach nach Heerbrugg. Weiter mit RTB-Linie 303 nach Hohenems.
Kartennummer:LKS 1:25000 Nr. 2514 (Säntis / Churfirsten)

Der Alpstein mit seinem dichten Wegenetz und seinen zahlreichen Hütten- und Alpbeizlis macht es einem bei der Tourenplanung oftmals nicht leicht. Mit „irgendwas zwischen Ebenalp und Meglisalp“ war zur Wochenmitte das Gebiet wenigstens schon einmal abgesteckt und fand auch seinen Anklang bei meinen Appenzeller Freunden. Die Detailplanung sah noch die Besteigung des Schäflers ab der Ebenalp via Altenalp vor. Angesichts des großen Andrangs in Wasserauen wurde vor Ort aber gleich einmal umdisponiert. Statt dem Schäfler entschieden wir uns für eine Alprunde im Halbstock des Seealpkessels und kamen dabei mit dem Höhenweg zwischen Äscher und Mesmer voll auf unsere Kosten.

 

Landwirt bzw. Parkraumbewirtschafter in Wasserauen müsste man sein. Das Geld liegt hier sprichwörtlich auf der Straße bzw. in der Wiese, man muss es nur noch einsammeln. An einem Wochenende summieren sich läppische CHF 3,- recht bald einmal zu einem ansehnlichen 4-stelligen Betrag. Ein lukrativer Nebenerwerb, so man eine Wiese im Umkreis der Bahn- und Seilbahnstation sein Eigen nennen kann.

Nachdem uns an der Wanderdrehscheibe Wasserauen ein Parkplatz östlich der Bahngleise zugewiesen worden war, der Wanderweg zur Alp Bommen sich aber westlich der Bahntrasse befindet, begaben wir uns zunächst einmal auf die Suche nach einem geeigneten Übergang, den wir auf Höhe der Unteren Auen schließlich auch fanden. Über die Straße hinweg folgt man nun einem Feldweg zu einem Hof und wechselt dort nach rechts auf einen Pfad, der in Kehren und in Zick-Zack durch den Wald hoch führt zu den Weideflächen der Alp Bommen. Mit feinen Blicken auf Marwees und Ebenalp wandert man nun über kupiertes Gelände vor bis man auf einen Fahrweg trifft. Auf diesem in zwei Kehren hinauf zu einer Weggabelung und scharf nach links auf einen Wanderweg, der entlang von Felswänden zum ehrwürdigen Gasthaus Äscher führt.

Am Äscher vorbei nimmt man kurz darauf den oberen Weg und steigt über diesen hoch zur Weggabelung bei Fuessler. Hier hält man sich geradeaus und folgt einem traumhaft angelegten Höhenweg durch die Bergwiesen von Weesen hinüber zur Altenalp. Ein Wegabschnitt der zum Schwärmen einlädt. An den kleinen Alphütten von Weesen vorbei, leitet der Weg schließlich um einen Geländerücken herum und führt mit Blick auf Altenalptürm und Hängeten hinauf zur Altenalp, die eingebettet in einer kleinen Karmulde hoch über dem Seealpkessel thront.

Auf halber Strecke zum Mesmer gelegen, genossen wir an der Altenalp nicht nur die Aussicht, sondern auch die bekömmliche Käseplatte. So zog dann schnell einmal eine Stunde ins Land, bevor wir uns an den Aufbruch Richtung Mesmer machten. Der Weg hinüber zur benachbarten „Beiz“ gestaltet sich dabei recht abwechslungsreich. Der Höhepunkt und zugleich der anspruchsvollste Wegabschnitt ist dabei die ausgesetzte mit Drahtseil versicherte Hangtraverse nach dem Lötzlisälpli (T3). Bevor man über die Steilwiesen des Lötzlisälpli zum luftigen Quergang absteigen kann, gilt es aber noch zum Steckenbergsattel aufzusteigen. Der Aufstieg von der Altenalp zum höchsten Punkt der hier beschriebenen Runde erfolgt dabei durchwegs in angenehmer Steigung und gestaltet sich ob der Ausblicke recht kurzweilig. Recht eindrücklich sind dabei die Blicke hoch zu den steil aufragenden Felsen der Altenalptürm.

Hat man den versicherten Quergang hinter sich wartet noch einmal ein Gegenanstieg. Sich noch einmal motivierend leitet der Wanderweg über schöne Bergwiesen hoch zu einer Geländekuppe. Das Dach des Berggasthauses Mesmer erblickend, geht’s von der Kuppe zwar steil, aber auch recht schnell hinunter in den Kessel der Fehlalp, an dessen Rand sich das beliebte GH Mesmer befindet.

Der Abstieg vom Mesmer zur Seealp erfolgt über die von hohen Felswänden eingefasste Steilwanne des Leiterfelds. Nicht enden wollende Kehren führen einer Spaghetti gleich durch dieses hinab in den hinteren Teil der Seealp. Bei Wegpunkt 1225 hat man den Steilabstieg dann hinter sich und ein Karren- bzw. Alpweg leitet bequem hinunter zu den Hütten bei Oberstofel. An diesen vorbei führt nun ein Fahrweg talaus zum Seealpsee.

Beim Seealpsee entschieden wir uns für den direkten Abstieg und blieben daher dem Fahrweg treu. Zwei (asphaltierte) Steilstücke sind dabei nicht zu verachten und gehen im Abstieg ordentlich in die Knie – vor allem jenes zwischen Chobel und Gätteri. In der Talsohle angelangt können die Knie dann endlich aufatmen. Vorbei am Kraftwerk Rässenaueli spaziert man nun gemütlich hinaus nach Wasserauen.

 

Gehzeiten:

Wasserauen – Mittlere Bommen (ca. 1' 00'') – Äscher (ca. 40'') – Weesen – Altenalp (ca. 1' 05'') – Steckenbergsattel (ca. 25'') – Lötzlisälpli – Berggasthaus Mesmer (ca. 50'') – Seealpsee (ca. 55'') – Chobel – Wasserauen (ca. 45'')


Tourengänger: Grimbart


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