Alpspitze über die Ferrata und durchs Matheisenkar


Publiziert von klemi74 , 10. Juli 2018 um 14:00.

Region: Welt » Deutschland » Alpen » Wetterstein-Gebirge
Tour Datum: 9 Juli 2018
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: I (UIAA-Skala)
Klettersteig Schwierigkeit: WS+
Wegpunkte:
Geo-Tags: D 
Zeitbedarf: 9:45
Aufstieg: 750 m
Abstieg: 2030 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:In Garmisch-Partenkirchen den Schildern zur Alpspitzbahn folgen. Dort kann man kostenlos parken.
Unterkunftmöglichkeiten:Höllentalangerhütte DAV, zweckmäßiger Neubau, aber keine Schönheit

Nachdem letzte Woche das Wetter nicht gepasst hat, starte ich heute bei stabilem, aber nicht wolkenfreiem Wetter einen erneuten Versuch einer Überschreitung der Alpspitze.

Erneut fahre ich mit der Seilbahn zum Osterfelderkopf, komme diesmal aber eine Stunde früher, also um 09:15h, dort an. Ich verzichte dort auf den eigentlich fälligen Kaffee und gehe direkt hinüber zum Einstieg der Ferrata durch die Nordwand. Diese beginnt mit einigen Eisenkrampenleitern, die über steile Felsen mit schönen Wasserrillen nach oben führen. Nach einer kleinen Scharte legt sich das Gelände deutlich zurück und der Steig führt durch Schutt und leichtes Schrofengelände. Weiter oben stellt es erneut auf, die Sicherungen und Tritthilfen sind derart üppig angebracht, dass man kaum noch Felskontakt hat. Nach dem Erreichen eines Grates wechselt der Anstieg in die Westflanke, technisch schwierig wird es auch hier nicht, allerdings deutlich ausgesetzter. Ein paar Mal hänge ich mich nun ins Seil ein, dann bin ich auch schon am Gipfel, leider ohne nennenswerte Aussicht. 
Bis hierher WS-, der Steig ist auch ohne KS-Set machbar, wenn man es dabei hat, wird man sich unten an den Leitern und oben kurz vor dem Ausstieg aber doch ein paar Mal einhängen.

Wie ich absteigen will, weiß ich jetzt noch nicht, auf jeden Fall über die Grießkarscharte. Der dorthin führende Südgrat ist wesentlich anspruchsvoller als die Ferrata: etliche ungesicherte und teils auch ausgesetzte I-er-Stellen sind abzuklettern, die schwierigeren Stellen sind gesichert, aber kaum mit Tritthilfen versehen. 
Hierher WS+, T4, I.

Ich versuche nun, den Abstieg ins Grieskar zu erkunden. Die dortigen Schneefelder sind aber sehr steil, die über sie führende  Spur ist nur durch unangenehmen Schutt zu erreichen. Ich kehre also um und gehe den Steig durch das Matheisenkar an.
Es handelt sich auch hier um einen richtigen Klettersteig: etwa 300 Höhenmeter geht es durch ziemlich ausgesetztes Gelände nach unten, die künstlichen Tritte sind rarer als in der Ferrata, so dass der Steig insgesamt anspruchsvoller ist - das wird oft übersehen, weil er nicht so eindeutig als Klettersteig deklariert wird! Nach dem Ende der Sicherungen setzt ein Steig in steilem Schutt- und Schrofengelände an, der weiterhin gute Konzentration fordert, klettern muss man aber nicht. Erst die letzten Felsstufen hinab ins Kar sind wieder gesichert, sie sind aber einfacher als die Passagen weiter oben.
Bis hierhin WS, T3+.

Im Kar angelangt, geht es über den Schutt weiter nach unten auf die andere Seite des Kares. Auf dem deutlicher werdenden Steig warten einige sehr kurze, aber erstaunlich steile Gegenanstiege auf den zur Höllentalangerhütte strebenden Wanderer. Es zieht sich also etwas, zumal im weiteren Abstieg vorsichtig zu begehende Steilstellen warten. Erst kurz vor der Hütte wird der Weg gut zu gehen, es riecht schon in der Querung oberhalb der Küche nach Kaiserschmarrn und Co.
Bis hierhin stellenweise T3,

Nach der längeren und verdienten Einkehr wäre es am einfachsten, durch die sehenswerte Höllentalklamm abzusteigen. Da war ich aber ja erst letzte Woche, den Stangensteig kenne ich hingegen nicht. Um diesen zu erreichen, geht man solange in Richtung Klamm, bis nach einigen Serpentinen eine Brücke über den Bach führt. Nun geht es wieder etwas bergauf und nach einer Querung im Steilwald hinab zur Brücke über die Klamm. Jenseits steigt der Steig erneut etwas an und erst nach einer Querung mit eindrucksvollen Tiefblicken geht es in angenehmen Serpentinen bergab, bis man knapp unter dem Eingang der Klamm auf den Hauptweg trifft. Nun auf breiten Wegen hinab nach Hammersbach und durch die Wiesen hinüber zum Parkplatz der Alpspitzbahn.
Hierher an sich nur T2, die Ausgesetztheit einiger Stellen am Stangensteig lässt aber über T3 nachdenken.

Fazit:
Schöne Tour, aber auf weiten Strecken ziemlich überlaufen. In umgekehrter Richtung wäre es deutlich einfacher, da dann aber 2000 Höhenmeter aufzusteigen sind, ist meine Richtung wohl doch die häufiger begangene. 

Gehzeiten:
Zur Alpspitze 1h40
Zur Grießkarscharte 40min
Zur Höllentalangerhütte 2h30
Abstieg 2h05


Tourengänger: klemi74


Galerie


Slideshow In einem neuen Fenster öffnen · Im gleichen Fenster öffnen


Kommentar hinzufügen»