Tieralplistock & Tällistockgrat


Publiziert von D!nu , 16. Juni 2018 um 09:48.

Region: Welt » Schweiz » Bern » Oberhasli
Tour Datum:15 Juni 2018
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Ski Schwierigkeit: ZS
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-BE   CH-VS 
Zeitbedarf: 5:15
Aufstieg: 1208 m
Abstieg: 1208 m
Strecke:18,3 km

Auf den Gletschern bleibt ein grosser Teil vom Schnee bis in den Sommer hinein liegen. Daher gehe ich auch im Mai/Juni - wenn die Pässe öffnen- gerne auf Skitouren. Der Rhonegletscher bietet eine Handvoll Skitouren, eine davon führt auf den Tieralpstock, welcher vis-à-vis vom Dammastock, neben dem Diechterhorn thront. Eine spezielle Eigenschaft dieses Tourengebietes ist der lange Gletscher. So muss man auf dem langsam ansteigenden Rhonegletscher mehrere Kilometer in die Gipfelarena watscheln, bevor die richtig schönen Abfahrtshänge kommen.
 
Bereits am Morgen früh starte ich beim Furka Belvédére. Der Kiosk bzw. der Eingang zur Eishöhle ist noch gschlossen. Direkt unterhalb des Gebäudes ist das Tor offen. Über eine Leiter kann man innerhalb des Gebäudeareals hinauf zum Eisgrottenweg steigen. Nach schon wenigen hundert Metern stehe ich bei der Eisgrotte. Jedes Jahr ergibt diese mit ihren Schutzplachen ein erbärmlicheres Bild, man kann ab dem Nachmittag zusehen, wie das Eis davon schmilzt.
 
Sobald die Skier montiert waren, watschelte ich los, quer über den Rhonegletscher, hinauf zur ersten Spaltenzone. Grundsätzlich fährt man gut, wenn man bis zur zweiten Spaltenzone (P.2769) am rechten Rand des Rhonegletschers hinauf läuft. Hat man die letzte Steigung auf das Plateau geschafft, kann man auf direktem Weg das Undri Triftlimi ansteuern - das gilt auch für Dammastockbegeher. Heute sind die meisten weiterhin dem westlichen Rand des Rhonegletschers gefolgt, diese Seite weist jedoch vielmehr Spalten auf als die Mitte des Gletschers und man macht einen viel weiteren Weg :-)
 
Beim erst möglichen Aufstiegshang Richtung Tällistock, habe ich die Gelegenheit gepackt und bin im Zickzack hinauf Richtung P.3019. Eine Zeitlang habe ich noch mit einem Überstieg des Tällistockes geliebäugelt, als Solobegehung war dies mir persönlich aber auch aus der Nähe zu heikel. So querte ich den steilen Schneehang unter dem Felsaufbau des Tällistockes Richtung Tieralplistock. Zwischen Tällistock und Tieralplistock findet man einen faszinierenden Felszackengrat, teilweise besteht dieser zwar aus viel Geröll, die meisten Zacken sind aber von der Südseite aus einfach und über griffigen Fels zu erklettern (2./3. Grad).
 
Unterhalb des Tieralplistockes mache ich mein Skidepot, dann gehe zu Fuss hinauf, über einen Schneegrat zum Gipfelaufbau. Der Weg wechselt in aperes Gelände - einfaches Felsblock kraxeln ist angesagt. Vom Gipfel des Tieralpstockes hat man eine grandiose Aussicht - Vom Matterhorn, Galenstock, Dammastock, Diechterhorn über's Finsteraarhorn, alle sind da :-)
 
Da die Verhältnisse noch Top waren (Hart / teilweise gefroren), habe ich mir für die Abfahrt die Scheidflüe vorgenommen. In der Scheidflüe suchte ich mir einen Durchschlupf in der Felsbarriere, welche ich auf der Karte fand. Auf dem Rhonegletscher angekommen, fuhr ich für dieses Mal auf der westlichen Seite der Gletscherkurve hinunter - Von der Scheidflüe hatte ich eine Top Aussicht auf die Spaltenzone und konnte mir so einen Weg ermitteln. Nach der Gletscherkurve wechselte ich auf die Ostseite des Gletschers, wo ich auch aufgestiegen bin. Nach einer kurzen aber harten Fahrt (Teilweise hatte es bis 40 cm tiefe Wasserrinnen mit pickelharten Wänden) kam ich wieder beim Furka Belvédére an.

Tourengänger: D!nu


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