Wasserflue E-Grat und Ramsflue W-Sporn


Publiziert von Delta Pro , 29. April 2009 um 20:06.

Region: Welt » Schweiz » Aargau
Tour Datum:19 April 2009
Wandern Schwierigkeit: T5 - anspruchsvolles Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-AG 
Zeitbedarf: 1:30
Aufstieg: 430 m

Schnelle und erstaunlich steile Wanderung auf zwei Aargauer Jura-Gipfel
 
Gemäss ironknee ist an der Wasserflue ein T5 zu holen. Und das - man höre und staune - im Kanton Aargau. Neben diesem habe ich sogar noch ein T6 gefunden, bzw. gesucht. Ob diese Linie schon je begangen wurde?
 
Die Wasserflue ist ein bekannter Aussichtspunkt bei der Salhöhe, in der Nähe des höchsten Aargauer Gipfels. In der Tat weist der Ostgrat eine durchaus sinnvolle Linie auf, die den Alpinwanderer anzieht. Wer jedoch auf die Idee gekommen ist, die Wasserflue, den fast einzigen Felsen im Aargau mit einem Stahlseil zu verkabeln ist mir absolut schleierhaft: Erstens ist’s überhaupt nicht nötig, und zweitens ist die Route auch nicht der Bringer für den Sonntagsausflug von Familie Schweizer. Dafür fand ich an der Ramsflue, einem kleinen, aber nicht zu verachtenden Hügel, einen ziemlich wilden Aufstieg, der allerdings, wie vom Jura nicht unbekannt, schneller vorbei ist, als er begonnen hat.
 
Vom der Strasse zur Salhöhe zu den Höfen von Hard und dann absteigend und schliesslich auf einem Forstpfad querend an den Fuss der Wasserflue. Das Wetter ist ganz entgegen den Prognosen an diesem Morgen kühl, bedeckt und windig. In hübscher Kraxelei geht es den Wasserflue Ostgrat hinauf. Schwierigkeit und Ausgesetztheit sind fast frei wählbar. Am Schluss begibt man sich dann doch besser ins erdige Couloir, statt den senkrechten Aufschwung direkt zu erklettern. Und Notfalls gibt’s immer noch das Drahtseil.
 
Weiter zuerst auf dem Kamm nach Westen und dann querfeldein zurück zur Strasse. Abstieg an den Fuss des Ramsflue Westsporns. Dieser ist anfangs eher langweilig zu begehen, eine steile Geröllhalde. Im oberen Drittel erreicht man dann aber einen markanten, rund 15 Meter hohen Felsaufschwung. Diesen könnte man wahrscheinlich nach rechts umgehen. Die direkte Linie ist aber machbar. Der Fels ist gut gestuft, wenn auch fast senkrecht. Unterwegs bieten zwei Bäumchen etwas Sicherheit. Auf halber Höhe bemerkte ich dann, dass so gut wie jeder Stein in der Wand wackelt, wenn auch nur ein bisschen. Ich verwandte deshalb geraume Zeit für die Durchsteigung der Wand, um die Stabilität der Griffe auszutesten – und verliess mich schlussendlich doch lieber auf das Bäumchen. Dieser Variante darf man ein T6 geben, glaube ich. Der nächste Aufschwung ist dann wieder Genuss und schon steht man auf dem Gipfel, wo mich zwei Rentner mit grossen Augen anstarren und fragen, ob es auch dort einen Weg gebe.

Tourengänger: Delta

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