Piz Alv (2769m) ab Gemsstock, Abstöckelung nach Tschamut


Publiziert von Chrichen Pro , 13. Juni 2018 um 17:49.

Region: Welt » Schweiz » Uri
Tour Datum:20 April 2018
Ski Schwierigkeit: WS+
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR   CH-TI   CH-UR   Gruppo Piz Blas   Gruppo Pizzo Centrale 
Zeitbedarf: 5:45
Aufstieg: 930 m
Abstieg: 2180 m
Strecke:ca. 23 km
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Mit dem PW bis Andermatt, Talstation Gemsstockbahn
Zufahrt zum Ankunftspunkt:Mit dem Zug von Tschamut Selva zurück nach Andermatt, weiter mit dem PW

Route: Vom Gemsstock ruppige Abfahrt über den Steilhang in Richtung Schwarzwasserfirn. Dann in Abfahrtsrichtung nach links abgebogen und ins Tal hinab nach Ober Gafallensaum. Mehr oder weniger im Talboden zur kleinen Schlucht bei Unter Gafallensaum und sehr spannend durch diese hindurch der Vermigelhütte entgegen (Achtung auf Lawinengefahr). Unterhalb der Vermigelhütte aufgefellt und zuerst über einen schattigen Steilhang nach Porggeren, dann über meist sanfteres Gelände dem namenlosen Seelein beim Pass Maighels entgegen (eine steile Querung, leicht ausgesetzt bei unserer Routenwahl). Rechts am Seelein vorbei und in Richtung Süden haltend an den St. Peterstöckli vorbei in den Kessel unter dem Passo Bornengo. Ohne den Pass anzupeilen etwas weiter westlich zum Grat hinauf gefellt (Achtung Wechten) und über diesen in einem sehr steilen Hang dem Gipfel entgegen. Die letzten paar Meter waren zu Fuss angenehmer.
Abfahrt zum Passo Bornengo und dann den besten Schnee suchend ins Val Maighels hinab gefahren. Durch dieses sehr flach, oft stöckelnd, skatend oder gehend ohne Felle bis unter die Maighelshütte und dem markierten Hüttenweg folgend zur Alp Milez und nach Surpaltis. Die Passstrasse war bereits geräumt. Deshalb fuhren/stöckelten wir soweit als möglich neben der Strasse im Schnee in Richtung Tschamut. Zuletzt gingen wir gut einen Kilometer zu Fuss auf der noch gesperrten Strasse bis nach Tschamut. Eher widerwillig durften noch einige Höhenmeter auf einem Strässchen bis zum Bahnhof erledigt werden.
 
Zeiten: Dank Frühfahrt um 8 Uhr auf dem Gemsstock gestartet. Nach gemütlicher Abfahrt mit vielen Fotopausen und Anfellen kurz vor neun Uhr unterhalb der Vermigelhütte mit dem Aufstieg begonnen. Um 11:15 Uhr den Gipfel erreicht bei gefühlt gemütlichem Tempo. Etwas früher hätte an diesem warmen Tag nicht geschadet. Ankunft in Tschamut 13:43, genau zur Abfahrtszeit des Zuges.
 
Wetter: Eitel Sonnenschein. Hie und da in der Ferne einige Schleierwolken. Manchmal leichter Wind. Im Flachland Höchsttemperaturen von 25-27°C. Entsprechend warm auch in den Bergen, nur der Start auf dem Gemstock war mit Wind recht kalt.

Schnee/Verhältnisse: Noch viel Schnee, ausser in den tiefen Lagen bei Tschamut. Abfahrt zur Vermigelhütte meist hart gefroren, aber angenehm zu fahren. Ganz oben am Gemsstock eine schöne Quer-Abrutsch-Spur mit Schütteleffekt vorgefunden. Dann immer schöner. Bei Unter Gafallensaum besonnte Minihänge schon feucht. Aufstieg bis zum Piz Alv fast durchgehend tragend gefroren oder tragend mit oberster Schicht leicht angefeuchtet. Gipfelhang am Grat zum Piz Alv schon sehr feucht. Die letzten Meter zu Fuss gegangen, dabei oberflächlich eingesunken aber nicht eingebrochen, ausser bei den letzten 3m zum Gipfel. Das Gipfelkreuz ist tief eingeschneit. Bei der Abfahrt in Westhängen schöner Schnee vorgefunden. Im Val Maighels meist feuchter Schnee, später z.T. Bremsschnee. Viele Flachpassagen erforderten beherzten Stockeinsatz und einige Skatingeinlagen. Sanfte Gegenanstiege liessen sich ohne Felle machen. Abfahrt in Richtung Alp Milez und Surpalits zunehmend feucht und schwer. Am Schluss in Richtung Tschamut schon fast ein Feeling von Wasserski.
 
Schwierigkeiten: Der Südhang am Gemsstock gewohnt steil, holprig und unangenehm. Danach keine grösseren Schwierigkeiten bis zum Gipfelhang vom Piz Alv. Dieser ist doch recht steil. Ein Hardliner ist den Spuren zufolge mit Ski bis zum Gipfel aufgestiegen. Wir sind ziemlich weit mit Ski gegangen, haben dann aber die letzten Meter zu Fuss bewältigt und die Ski mitgetragen für die Abfahrt.
 
SLF: Morgens: ziemlich genau an der Grenze zwischen gering und mässig. Nachmittags: erhebliche Gefahr von Nassschnee und Gleitschneelawinen.
 
Besonderes: Wunderbare Tour durch abgeschiedene Landschaften. Wir haben während der ganzen Tour keine einzige Menschenseele gesehen, bis fast zuunterst vom Hüttenweg der Maighelshütte. Einige einsame alte Spuren haben uns geleitet. Die kleine Schlucht bei Unter Gafallensaum hat uns besonders gut gefallen. Die Sicht ist nicht mehr ganz so klar wie im Hochwinter, aber dennoch konnten wir herrliche Ausblicke vom Gipfel geniessen. Steigeisen mal wieder für nichts mitgenommen. Der Gipfelhang kriegt um diese Jahreszeit schon früh intensive Sonneneinstrahlung. Das Val Maighels ist abfahrtstechnisch sicherlich nicht der ultimative Hit, dafür aber Stöckel-Action à discrétion :-). Es war dank seinem breiten Talboden definitiv die sicherste Variante an diesem warmen Frühlingstag. Auch von der Landschaft her lohnt sich das Val Maighels. Die Tour endete mit einem kleinen Fussmarsch auf der Oberalpasstrasse, wie es sich für eine Frühlingstour gehört. Der Schlussaufstieg zum Bahnhof Tschamut Selva hat uns schliesslich ans Limit gebracht und war der konditionell herausforderndste Teil der Tour, da wir nur 5 Minuten Zeit hatten. Vielen Dank an Silvia für die tolle gemeinsame Tour!!

Tourengänger: Chrichen


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