Widderfeld Stock (2351m)


Publiziert von أجنبي , 19. März 2018 um 21:30.

Region: Welt » Schweiz » Nidwalden
Tour Datum:14 März 2018
Ski Schwierigkeit: ZS+
Wegpunkte:
Geo-Tags: Östliche Melchtaler Alpen   CH-NW   CH-OW   Stanserhornkette 
Aufstieg: 1000 m
Abstieg: 1460 m
Strecke:421a und 421b nach SAC-Führer „Skitouren Zentralschweizer Voralpen und Alpen”: Eggen – Hüethütte – Chrüzegg – Fruttgaden – Unter Frutt – Ober Frutt – Bocki – Bocki-Rotisand – Widderfeld Stock – Bocki-Rotisand – Gruebi – Ober Stafel – Wanne – Rütiwald – Hinterwalsli – Melchtal
Zufahrt zum Ausgangspunkt:ÖV bis Grafenort, LSB bis Eggen
Zufahrt zum Ankunftspunkt:ÖV ab Melchtal
Kartennummer:LK 1:50.000: 245S Stans / LK 1:25.000: 1190 Melchtal

Vor etwa zwei Jahren wurde ich auf den Widderfeld Stock und dessen lange Abfahrt nach Melchtal aufmerksam. Nur ergab sich bislang nie ein Besuch, da es unten raus zu wenig Schnee hatte, noch zu früh in der Saison war oder – wie so oft – das Lawinenbulletin dem Unterfangen einen Riegel schob. Nun war endlich ein geeigneter Tag gekommen, um mal die Traverse vom Engelberger Tal ins Melchtal unter die Ski zu nehmen.

 

Angesichts der halbstündigen Laufstrecke von Grafenort nach Mettlen und der unsicheren Schneelage im Melchtal hatten wir zusätzliches Schuhmaterial dabei, was sich auszahlte. Mit dem Bähnli gondelten wir nach Eggen hoch und verabschiedeten uns um 8.30 Uhr für ein paar Stunden von der Zivilisation. Dass Gewölk die Sonne verdecken würde, hatten wir nicht erwartet, waren aber nicht ganz unfroh darum, denn der Aufstieg erhält schon früh Sonne.

 

Ohne gross anzusteigen, querten wir von Eggen via Hüethütte in Richtung Eggen, um bald darauf bei der nächsten Hüethütte einzutreffen. Ja, die Fantasie genoss bei der Namensgebung wohl nicht gerade oberste Priorität. Eine gemütliche Sache so weit – und ein Kontrast zur nächsten Passage. Kaum Höhe gewinnend, querten wir bei schlechter Sicht durch die Unter Frutt. Da weiter oben die Sonne reinschien, stob der eine oder andere Lockerschneerutsch zu Tale, was nicht immer das beste Gefühl hinterliess, insgesamt aber kaum beunruhigte. Darauf bedacht, nicht zu früh aufwärts zu steigen, erwischten wir die steile Passage gut, die uns eine Stufe weiter hoch führte.

 

Nach einem kurzen, weniger steilen Zwischenabschnitt zwang uns das Gelände nochmals zu einigen Spitzkehren. In rund 30cm Neuschnee ging das Spuren allerdings relativ gut. Bei Frühlingsschnee – mit Harscheisen – ist der Aufstieg von der Unter zur Ober Frutt wohl weniger lustig. Eingangs Ober Frutt angelangt, hatten wir das Gewölk hinter bzw. unter uns. Die Sicht war fortan kein Thema mehr, denn oben raus war es wolkenlos blau. Das hatte allerdings zur Folge, dass wir kurzzeitig mit Stollen an den Fellen kämpften.

 

Etwas gar hoch bogen wir schliesslich zum Übergang bei P. 2066 ein. In schattigen Lagen glitzerte der Pulverschnee und liess uns auf eine rauschende Abfahrt hoffen. Vom Übergang fuhren wir einige Höhenmeter ab, um dann ohne grossen Anstieg zur tief eingeschneiten Bocki-Hütte zu gelangen. Der Gipfel rückte nun – endlich! – näher. Die Hänge meidend, wandten wir uns zunächst nach Süden, bevor wir zum Bocki-Rotisand abbogen. Dieser war schnell erreicht. Auf dem Pass bot sich uns ein ernüchterndes, jedoch vertrautes Bild: Der Übergang war ziemlich abgeblasen.

 

Die folgende Steilstufe hoch zum Widderfeld hatte es in sich. Eine riesige Wächte versperrte den direkten Weg, weshalb wir uns dafür entschieden, die Ski aufzubinden und mit dem Pickel in der Hand zu Fuss aufzusteigen. Jetzt wussten wir, was der Autor des SAC-Führers mit seiner Formulierung „manchmal tückische Rippe zur Alphütte“ gemeint hatte. Bei der Alp schnallten wir die Ski wieder an und liefen gemütlich hoch zum Gipfel. Wir benötigten für den Aufstieg insgesamt exakt vier Stunden. Schneller geht kaum, sofern man alles selber spurt. Die drei bis dreieinhalb Stunden aus dem SAC-Führer empfinden wir als ziemlich sportlich.

 

Lange verweilten wir nicht auf dem Gipfel. Nicht etwa, weil es uns dort nicht gefallen hätte, nein. Die Sonne (es ist halt schon wieder Mitte März...) briet die Hänge schon ordentlich, weshalb wir nicht länger zuwarten wollten mit der Abfahrt. Die Steilstufe, die wir zuvor zu Fuss zurückgelegt hatten, fuhren wir nun ab. Der Schnee hatte schon fast Sulzqualität. Danach querten wir zur Gruebi. Nun folgten jene Hänge, die noch kaum Sonne gesehen hatten. Im absolut unverspurten Gelände pulverten wir talwärts.

 

Im Gebiet Wanne war der Genuss dann vorbei. Hier nun war der Schnee bereits schwer und vor allem galt es, mehrere Lawinenzüge zu queren. Nun, es hätte mühsamer sein können. Ausgangs Wanne zogen wir westwärts über die markante Rippe und fanden mehr grüne, als weisse Unterlage vor. So weit oben bereits die Ski abzuschnallen, damit hatten wir nicht gerechnet. Glücklicherweise konnten wir uns aber über einzelne Schneefelder bis zur Strasse bescheissen. Auf dieser mussten wir kurz laufen, fanden danach aber in den waldigen Abschnitten gerade noch genügend Schnee vor, um gemächlich zu Tal zu gleiten. Auf 1100m war damit allerdings Schluss. Jedoch schimmerte unten bereits wieder etwas Weisses durch und siehe da: Die Waldlichtung bis fast zu P. 1012 runter war noch tipptopp eingeschneit. Dort angekommen, wechselten wir schliesslich auf Frühlingsschuhwerk und erreichten in rund zehn Minuten die Bushaltestelle von Melchtal.

 

SLF: erheblich (Trieb- und Altschnee oberhalb 2200m)


Tourengänger: أجنبي


Minimap
0Km
Klicke um zu zeichnen. Klicke auf den letzten Punkt um das Zeichnen zu beenden

Geodaten
 39414.kml Eggen - Widderfeld Stock - Melchtal

Galerie


Slideshow In einem neuen Fenster öffnen · Im gleichen Fenster öffnen


Kommentare (1)


Kommentar hinzufügen

Felix Pro hat gesagt:
Gesendet am 19. März 2018 um 21:54
super - Tour und Bericht!


Kommentar hinzufügen»