Barglen 2669m - Hanghorn 2679m


Publiziert von Bergamotte Pro , 24. Juli 2016 um 15:12.

Region: Welt » Schweiz » Obwalden
Tour Datum:20 Juli 2016
Wandern Schwierigkeit: T4+ - Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: Östliche Melchtaler Alpen   CH-OW   CH-NW   Westliche Melchtaler Alpen 
Zeitbedarf: 6:15
Aufstieg: 1625 m
Abstieg: 2475 m
Strecke:19km
Zufahrt zum Ausgangspunkt:LSB Stöckalp-Melchsee-Frutt (9.50 für 1/2 Bergfahrt)
Kartennummer:1190 Melchtal

Die Gipfelriesen im östlichen Melchtal - namentlich Huetstock, Hanghorn, Rotsandnollen und Barglen - sind für mich die Entdeckung dieser Sommersaison: wild, hoch, einsam, mit 360° Panorama, aber allesamt ohne grössere Schwierigkeiten erreichbar (max. T5-). Erstaunlich, dass sie nicht öfter begangen werden, wie beispielsweise das 30-jährige Gipfelbuch auf dem Barglen beweist. Alle vier geben übrigens auch lohnende, teils ziemliche rassige Skiziele ab.

Die erste Bahn zur Melchsee-Frutt hoch fährt um 8:10. Nach meiner gestrigen Tour auf den Bristen kommt mir dieser eher späte Start für einmal gelegen. Erste Zwischenstation markiert Chringen (2152m), der einzige Übergang in der langen Kette bis zum Barglen. Diesen erreicht man entweder effizient dem Südabbruch entlang oder - nur unmerklich weiter, dafür aussichtsreicher - obendurch via Bonistock (2169m) und Tannenschild (2182m). Die 300 Höhenmeter bis zum Hohmad (2441m) bringen den Puls das erste Mal in Fahrt. Dank dem hohen Start auf über 1900m bekomme ich von der Affenhitze an diesem Tag aber lange Zeit nichts mit. Hier oben endet die rot-weisse Markierung, bis rüber zum Barglen folgt man nun einem Alpinwanderweg.

Der Abstieg in den Sattel P. 2412 ist dank Drahtseilen gut machbar. Anschliessend kann fakultativ über die Grasflanke zum Chli Hohmad (2491m) aufgestiegen werden, das dauert gut fünf Minuten. Der direkte Weiterweg würde nun einmaliges Abseilen erfordern. Der wbw-Wanderweg umgeht diesen Gipfel deshalb auf der Nordseite. Das kann heikel sein, weil sich der Schnee dort meist bis weit in den Juli hält und das Gelände jäh abbricht. Nach klaren, kalten Nächten im Frühsommer sind hier Steigeisen zwingend. Nach der Tropennacht heute ist das Schneefeld aber angenehm weich und mit der entsprechenden Vorsicht gut zu begehen. Das ist natürlich Ansichtssache: Ein Pärchen, das ich zuvor überholt hatte, kehrt hier um. Nach der Schneepassage ist leichte Felskraxelei erforderlich, dank Drahtseilen unproblematisch (T4+). Dazwischen steige ich noch kurz zum Felskopf P. 2492 auf, faktisch der höhere Ostgipfel des Chli Hohmad. Auch dieser würde sich nur sehr anspruchsvoll überschreiten lassen. Von P. 2432, der Mündung der Barglenchäle, anschliessend wieder einfacher (T3) über die weite Flanke zum Barglen (2669m) hoch. Herrliches Panorama hier oben! Ich blättere durch das Gipfelbuch von 1987.

Die Auswahl an Abstiegsrouten - der Barglen selber ist eine Sackgasse - ist nun ziemlich bescheiden: entweder auf gleichem Weg zurück oder via Barglenchäle runter zur Stöckalp. Ich wähle letztere Variante, aber mit Umweg via Hanghorn. Diesen Gipfel erkauft man sich mit einem bescheidenen Zusatzaufstieg von gut 500Hm. Das tönt effizienter als es ist, denn die weglose Querung zum Hohbüel ist mühselig. Die Barglenchäle selber ist steil, aber mit festem Schuhwerk gut begehbar (T4). Vom Hohbüel (2232m) führt eine Wegspur über den Sporn bis zum Gratrand hoch. Mittlerweile spüre ich die 2500Hm vom Vortag deutlich und muss regelmässig verschnaufen - das ist mir schon lange nicht mehr passiert. Zuletzt verjüngt sich der Westgrat deutlich, man bleibt aber in Gehgelände (T4). Auch das Buch auf dem Hanghorn (2679m) hat bereits achtzehn Lenze auf dem Buckel. Bei dem Prachtswetter geniesse ich eine ausgiebige MIttagsrast und widme mich meiner Lieblingsbeschäftigung, dem Gipfelraten.

90 Minuten später breche ich auf, wobei ich einen kurzen Schlenker via Rotsand (2446m) Pass mache. Anschliessend wegloser Abstieg durch den riesigen Geröllkessel. Wer sich im Aufstieg hier raufquält, ist selber schuld. Wer's bequem mag, folgt ab Hohbüel einer Wegspur zur Wolfisalp (P. 1933). Ich hingegen setze auf die weglose Direktvariante via Fedwang und dem Wolfisalpbach entlang. Das Gelände hier ist rauh und erst auf Höhe Ofen trifft man wieder auf Wegspuren. Ab Mettlen begleitet mich die quälende Gluthitze dieses Hochsommertages, so dass ich komplett durchnässt die Stöckalp (1073m) erreiche. Die ersehnte Abkühlung gibt's anschliessend im Alpnachersee.


Zeiten
1:15  Hohmad
1:40  Barglen
1:35  Hanghorn
1:45  Stöckalp

Tourengänger: Bergamotte


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