Grenzwanderung Schweiz * Etappe 10 * Réclère - Ocourt


Publiziert von laurentbor , 28. März 2016 um 09:38.

Region: Welt » Schweiz » Jura
Tour Datum:28 April 2015
Wandern Schwierigkeit: T1 - Wandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-JU   F 
Zeitbedarf: 5:45
Aufstieg: 562 m
Abstieg: 801 m
Strecke:21.7

Dies ist die letzte Etappe in, oder besser gesagt hoch über der Ajoie. Von der Busstation der Grottes de Réclère führt der Weg erst hinauf in ein kleines Wäldchen und anschliessend steil hinunter in ein kleines Seitental des Doubs.

Bei der Ferme Montavon steht ein Schild das Aventure sur la paille (Schlafen im Stroh) verspricht. Für mich ist es jedoch noch zu früh um schlafen zu gehen - ich bin ja erst losgewandert. Der Weg führt unverhofft in ein schattiges grünes Seitental des Doubs. Hier fliesst überall Wasser und die Steine und Felshänge sind mit dickem Moos überwachsen. Riesige Farne lugen hervor und man muss beim wandern aufpassen, dass man nicht plötzlich im Bach steht. Der Biohof La Vaux liegt völlig abgeschieden in dieser wilden Landschaft und es dauert eine weitere halbe Stunde bis man wieder auf dem Höhenrücken von Roche d'Or ist. Hier liegt das kleinste Dorf der Haute Ajoie auf 837 Metern Höhe und mit einem fantastischen Blick über die gesamte Ebene der Ajoie. Das Dorf war mit 38 Einwohnern die kleinste Gemeinde des Kantons Juras bevor es 2009 mit vier Nachbarorten zur Gemeinde Haute-Ajoie fusionierte.

Der kleine Aussichtsturm auf dem Faux d'Enson (927 m.) bietet dann noch einen Blick auf das tief eingeschnittene Tal des Doubs im Süden. Hier wurde bereits 1834 ein trigonometrischer Basispunkt gesetzt zur Ermittlung der ersten schweizerischen Landeskarte, Dufourkarte genannt. 1927 wurde der zehn Meter hohe Turm dann gebaut um das Umland besser bewachen zu können.

Weiter geht es direkt an der Landesgrenze entlang auf den waldreichen Col de Montvoie der das französische Doubstal mit Porrentruy verbindet. Ein alter Bügelskilift rostet hier dem nächsten Winter entgegen. Ich verlasse nun die Anhöhe definitiv und steigt steil ab Richtung Doubs. Das Gehöft Montvoie passierend erreicht man die völlig versteckt liegenden Ruinen der Burg Montvoie. Sie wurde bereits im 16 Jahrhundert zerstört und ist nur mit Kraxelei zu erreichen. Etwas weiter unten in der Schlucht liegt ein herrlicher Wasserfall, der sich nach grossen Niederschlägen direkt auf den Wanderweg ergiesst. Bei der Ferienhaussiedlung La Combe kann man auch in einer wunderschönen "gîte rural"
übernachten. Das viele Wasser hat sich seine eigenen Wege über den Wanderweg und durch die Gärten gesucht, ich komme nur mit nassen Füssen weiter....

Der Weg führt nun direkt hinunter nach La Motte am Doubs. Hier verlässt der Doubs die Schweiz, er wirkt breit, träge und braun. Wenn das Postauto hier nicht fährt kann man (so wie ich) noch die 45 Minuten bis Ocourt unter die Füsse nehmen.

Hier geht es zur Etappe 11

Tourengänger: laurentbor


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