Im tiefen Tobel der Urnäsch


Publiziert von ossi , 10. Dezember 2008 um 19:54.

Region: Welt » Schweiz » Appenzell
Tour Datum:25 November 2008
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-SG 
Strecke:Gübsensee-Mündung Urnäsch/Sitter-Urnäschtobel-Bruggli-Gübsensee
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Gübsensee: Mit Zug ab St.Gallen HB Kraftwerk: Linie 1 nach Winkeln bis Station "untere Kräzern"
Zufahrt zum Ankunftspunkt:Ausstieg aus dem Tobel nach Lust und Laune und Zeitressourcen.
Kartennummer:217

Das aufmerksame Auge erkennt es bei genauem Studium der Landkarte: Zwischen Zürchersmühle und der Mündung in die Sitter fliesst die Urnäsch beinahe unbehelligt durch einen tiefen, vermutlich selber ausgehobelten Graben. Die Urnäsch pflügt sich durch eine stille Einsamkeit, überall rundherum ist die Landschaft besiedelt; eine interessante Spannung aus Infrastruktur und Wildheit, die erkundet werden will.

Meine Tour startet gleich bei der alten Holzbrücke unmittelbar bei der Mündung in die Sitter (hinter dem Kraftwerk gelegen). Ich folge einige Meter dem westlichen Ufer, um alsbald durch das Wasser auf die östliche Seite zu wechseln und so die erste kleine Schwierigkeit zu überwinden. Alsbald wird die Zivilisation verlassen und es öffnet sich eine einsame, wilde, urwüchsige Landschaft, die wohl nur äusserst selten jemand zu Gesicht bekommt. Je weniger Wasser, desto besser lässt es sich vordringen. Ein Ausweichen in die Hänge ist mühsam und mit vielen Umwegen verbunden. In diesem unteren Teil weidet das Auge immer wieder an Felsbändern, die das Wasser zu Tage gefördet hat, dazwischen gibt zahlreiche vegetarische Spezialität zu überwinden: Eine Tour für Liebhaber gemüsereicher Begegnungen. Einige der Felsbänder reichen bis ins Wasser, wobei eine direkte Besteigung der Stufen ziemlich unmöglich scheint. Ich muss deshalb einige Male viele Höhenmeter aufsteigen, um die Hindernisse zu überwinden. Ein schnelles Vorwärtskommen ist kaum denkbar. Hoher Wasserstand kann eine Begehung noch schwieriger machen, da die Urnäsch mitunter gequert werden muss. Bei Hochwasser ist von einer Begehung abzuraten.

Die Schwierigkeiten liegen meines Erachtens bei guter Routenwahl so um die T4, die jeweils aktuellen Verhältnisse können eine Begehung aber auch erschweren. Zudem sollte beachtet werden, dass man sich leicht in den vielen Wurzeln, umgestürzten Bäumen etc. verfangen und sich unter Umständen eine Verstauchung oder Prellung einhandeln kann, die den Ausstieg aus dem Tobel schwierig macht.

Grundsätzlich bin ich ja kein Kostverächter, wenn es um gemüsereiche Tourenkost geht. Nach zwei Stunden botanischer Häppchennascherei hatte ich allerdings genug (ja, man kann auch vom Gemüse zuviel essen!) und stieg nach Osten aus dem Tobel aus. Zu meiner Verwunderung brauche ich auf den üblichen Pfaden zurück zum Kraftwerk gerademal fünfzehn Minuten.

Fazit: Das Tobel der Urnäsch birgt noch manche unentdeckte Schönheit.

Tour im Alleingang

Tourengänger: ossi

Galerie


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