Zum Großen Rauhekopf 2990m


Publiziert von tyrkir4 , 5. Oktober 2015 um 13:48. Text und Fotos von den Tourengängern

Region: Welt » Österreich » Zentrale Ostalpen » Ötztaler Alpen
Tour Datum: 3 Oktober 2015
Wandern Schwierigkeit: T4- - Alpinwandern
Hochtouren Schwierigkeit: WS-
Klettern Schwierigkeit: I (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: A 
Zeitbedarf: 9:00
Aufstieg: 1150 m
Abstieg: 1150 m

Vom Parkplatz am Fernergries startet man auf dem bezeichneten Pfad in Richtung Rauhekopfhütte, der laut Anschlag nur für Geübte mit Gletscherausrüstung machbar ist. Das ist auch in der Tat so! Der Weg über die Zunge des Gepatschferners ist nicht markiert (Die Stangen sind Keine Wegmarkierungen!) und fast auf der gesamten Strecke gibt es z. T. riesige Längs- und Querspalten. Wir haben im Aufstieg Spalten gesehen, die von einer z. T. nur 10cm starken Schneedecke überbrückt waren - hier ist bei ungünstiger Schneeauflage also wirklich Vorsicht geboten. Hinzu kommt, dass unterhalb der Schwarzwandspitzen gerade ein Bergsturz im Gange ist, durch den Felsbrocken weit auf den Gletscher heraus fallen können. Bei uns hat es quasi im Minutentakt kleinere und größere Steinschläge gegeben.

Aber zurück zum Weg. Der führt in einigen Kehren aufwärts und wendet sich dann leichter ansteigend dem Gepatschferner zu. Die Aussicht auf die Gletscherzunge und das Gletschertor sind toll und auch der Weiterweg auf dem Gletscher selber und anschließend zur Hütte sind gut zu sehen. Später biegt der Weg hangabwärts Richtung Gletscherzunge, die man auf etwa 2450m erreicht.
Hier haben wir dann angeseilt und den das Eis an geeigneter Stelle betreten. Nun ging es ersteinmal durch eine Zone mit mächtigen Längsspalten, die aber gut zu sehen waren in Richting Gletschermitte, um dem steinschlaggefährteten Bereich auf der linken Seite auszuweichen. Genau unterhalb des großen Eisbruchs gelangt man randlich durch eine Querspaltenzone zum Hüttenzustieg. Der Weg ist nicht immer leicht zu finden, aber wenn man genau schaut, kann man doch eine Menge Steinmandeln sehen, die einen aufwärts leiten. Wir hatten uns im unteren Teil etwas "verstiegen", was aber auch nicht weiter schlimm war.

Der Winterraum bzw. der im Winter offene Bereich der Rauhekopfhütte ist recht gemütlich. Ein Holzofen, etwas Geschirr und Bücher bereichern die Innenausstattung. Es gibt ein ordentliches Plumpsklo (Chalet Fluchtkogelblick) mit prima Aussicht und ein Lager für ca. 7 Personen. Wir hatten die Hütte ganz für uns alleine, was ja auch nicht so schlecht ist. Strom hat es nicht und das Wasser muss abgekocht werden bzw. man muss Schnee schmelzen.

Am nächsten Morgen sind wir dann recht spät zum Großen Rauhekopf aufgebrochen, dessen Fuß man unschwierig über einen bezeichneten Pfad in Richtung Weißseespitze/Brandenburgerhaus erreicht. Der Gipfelaufstieg von ca. 150m ist dann eine sehr schuttige Blockkraxelei. Auch hier haben wir nicht auf Anhieb den optimalen Pfad erwischt, sondern uns im unteren Teil eine eigene Linie gesucht.
Da der Tag noch nicht vorüber war, es aber für ein weiteres Gipfelziel schon zu spät war (wir wollten noch absteigen und zurück nach Stuttgart fahren) entschieden wir uns noch etwas über die Fläche des Gepatschferners in Richtung Weißseespitze bis hinter die linke Gepatschfernerzunge zu laufen.
Nach einer Brotzeit gings dann an den Abstieg. Der Gepatschferner war unterhalb des Eisbruchs jetzt fast völlig aper, so dass die Überquerung problemlos war.

Eine tolle Gletschertour, die vor allem im Spätsommer eindrüklich sein dürfte, aber aufgrund der Spaltengefahr nicht unterschätzt werden sollte.
Von der Rauhekopfhütte lassen sich neben dem Großen Rauhekopf und dem Übergang zum Brandenburger Haus noch Zahn und Weißseespitze relativ einfach erreichen. Fluchtkogel Nordwestwand und Hochvernagtspitze über das Gepatschjoch als weitere Ziele gehören dann eher schon in die etwas anspruchsvollere Kategorie.


Tourengänger: tyrkir4


Galerie


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