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Piz da l'Acqua (Westgipfel)


Published by Zaza , 18 August 2013, 09h33. Text and phots by the participants

Region: World » Switzerland » Grisons » Basse Engadine
Date of the hike:16 August 2013
Hiking grading: T6- - Difficult High-level Alpine hike
Waypoints:
Geo-Tags: I 
Time: 6:00
Height gain: 1500 m 4920 ft.
Height loss: 1500 m 4920 ft.
Access to start point:Livigno-Bus ab Zernez, gute Verbindung und gute Anschlüsse, GA gültig. Um in Ponte Viera aussteigen bzw. beim Ristoro Fopél einsteigen zu können, gibt man seine Pläne am besten im Voraus beim Busbetreiber Silvestri per Mail oder Telefon bekannt: info@silvestribus.it
Maps:1238

Livign la vida loca

Als vor über 100 Jahren die Idee für einen Schweizer Nationalpark aufkam, suchte man dafür ein möglichst urwüchsiges und ursprüngliches Gebiet in den Schweizer Alpen. Die Region, die wir heute als Nationalpark kennen, war geeignet, weil das Gelände ziemlich unwirtlich ist und darum die alpwirtschaftliche Nutzung weniger intensiv als anderswo war. Zu dieser Unwirtlichkeit gehört auch das brüchige Gestein mit den endlosen Schutthalden - Chamonix ist hier sehr weit entfernt! 

Bekanntlich dürfen die meisten Gipfel im Nationalpark nicht bestiegen werden. Die Grenzgipfel sind jedoch immerhin von aussen her erlaubt. So ist uns vor einigen Wochen auf einer Zugfahrt beim Studium der Karte "Piz Quattervals" die Kette zwischen dem Nationalpark und Livigno aufgefallen. Recherchen ergaben darauf hin, dass quasi alle Routen im neuen SAC-Führer mit "ZS" (ziemlich schwierig) bewertet sind, dass aber die Beschreibungen und Bewertungen unverändert aus dem alten Führer übernommen wurden. Und da damals z.B. auch die Normalroute zum Piz Linard als "ZS" galt, könnte ja doch was zu machen sein...

Wir machen uns also auf die lange Reise nach Livigno, dessen Beliebtheit bei Velofahrern sofort ins Auge sticht und steigen kurz vor dem Dorf bei Ponte Viera aus. Hier findet sich ein Wegweiser, der für den steilen Aufstieg zur Cima del Fopél 4.5 Stunden angibt. Das scheint für 1100 Höhenmeter sehr grosszügig berechnet. Effektiv kommen wir auf dem Weg gut vorwärts, wobei man aber an einigen Stellen aufpassen muss, weil das Gelände leicht rutschig werden kann. Kurz vor dem Gipfel hilft eine Kette über eine rutschige Rinne und schon können wir den Piz de l'Acqua studieren. Beide möglichen Routen - alles über den Grat oder durch die Südflanke - sehen von hier aus obergrantig aus. Aber es ist ja Frontalansicht, also ist es vielleicht nicht ganz so wild. 

Nach der Pause folgen wir dem schuttigen Verbindungsgrat, der zunächst einfach ist. Gegen die Landesgrenze zu steilt er ziemlich auf, bleibt aber recht gut begehbar. Der Südgrat des Gipfels weist einige Stufen und Türme auf, dazu ist das Gestein wirklich sehr unstabil. Wie auf Eiern gehen wir vorsichtig weiter, stellenweise leicht westlich vom Grat abweichend. Schliesslich erreichen wir den Westgipfel, der einen winzigen Steinmann aufweist und der vermutlich kaum mehr Besuch erhalten hat, seit Norbert Joos und Peter Gujan im Rahmen der "Grenztour Graubünden" im 2005 vorbei gekommen sind. Der Tiefblick aus ungewohnter Perspektive in die wilden Täler des Nationalparks ist ebenso eindrücklich wie der lange Lago di Livigno auf der anderen Seite und der ganz nahe gelegene Ostgipfel. 

Für den Abstieg gehen wir kurz über den Südgrat zurück und steigen dann gestaffelt durch eine steile Schuttrinne ab, die leider nur sehr wenig rutschbaren Schutt bietet. Um zum NE-Grat der Cima del Fopél zu kommen, der zum Ristoro Fopél (P. 1812) führt, gibt es zwei Varianten. Man kann bei P. 2883 wieder auf den Verbindungsgrat queren, um dann die Cima del Fopél nochmals zu überschreiten. Oder man steigt im Val Trenzeira ab, bis das Gelände allmählich grasig wird und quert dann zum Fopél-Grat, den man auf etwa 2300/2400, in der Nähe einer winzigen Hütte, erreicht (dies ist die bessere Variante). Bleibt nur noch der Abstieg zum See auf dem steilen, aber gut unterhaltenen Pfad, der direkt zum Ristoro Fopél führt, dessen Küche übrigens gerühmt wird. 




Hike partners: Omega3, Zaza


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