Pizzo Rotondo (3192m)


Published by أجنبي , 17 April 2013, 00h50.

Region: World » Switzerland » Tessin » Bellinzonese
Date of the hike: 6 April 2013
Mountaineering grading: PD
Climbing grading: II (UIAA Grading System)
Ski grading: AD
Waypoints:
Geo-Tags: CH-TI   CH-VS   Gruppo Pizzo Rotondo 
Height gain: 1580 m 5182 ft.
Height loss: 1580 m 5182 ft.
Route:10a & 107b nach SAC-Führer „Skitouren Tessin / Misox / Calanca“: All'Acqua – Capanna Piansecco CAS – P. 2084 – Alpe Nuova – Pizzo Rotondo – retour auf gleicher Route
Access to start point:Auto bis All'Acqua
Access to end point:Auto ab All'Acqua
Maps:LK 1:50.000: 265 S Nufenenpass / LK 1:25.000: 1251 Val Bedretto

Den Pizzo Rotondo mutete ich mir vergangenes Jahr nicht zu, doch nun wollte ich mal einen Versuch unternehmen. Manchmal muss man sich die Dinge einfach einmal aus der Nähe anschauen, anstatt sich aus der Ferne davor zu fürchten...

An schönen Tagen ist der Pizzo Rotondo oft überlaufen. Auf Stau oder Übleres (wie etwa *hier beschrieben) im langen Couloir hatten wir wenig Lust, weshalb wir früh starteten. Auch das warme Wetter mahnte angesichts der Südhänge zur Eile. Um 6.30 ging's also in All'Acqua los.

Nach rund einer Stunde erreichten wir die Capanna Piansecco. Vor und hinter uns waren zu unserem Erstaunen nur wenige Tourengänger unterwegs. Für die lange, steile (40° auf 150m gemäss SAC-Führer) Querung hinüber zur Alpe Nuova montierten wir Harscheisen. Die Traverse hinterliess Blasen...

Von der Alpe Nuova hoch Richtung Skidepot ging's nun wieder deutlich weniger steil und angenehmer voran. Nach rund 3h 30min erreichten wir das Skidepot unterhalb des langen Y-Couloirs und montierten Steigeisen. Ich hatte zur Sicherheit zwei Pickel mitgeschleppt, für den Aufstieg reichte aber einer gut aus.

Der Aufstieg im Couloir war anstrengend. Ich hatte ausnahmsweise mal zu wenig gegessen, was sich nun bemerkbar machte. Insgesamt waren zwischen 10 und 15 Leute unterwegs, ein paar davon vor uns. Entsprechend kriegten wir ab und an ein paar herunter sausende Schneebrocken ab. Nachdem wir im oberen Teil in den rechten Couloir-Arm abgebogen waren, dauerte es nicht mehr lange bis zum Einstieg zum Gipfelgrat. Mit der Steilheit im Couloir hatte ich keinerlei Mühe, doch der Gipfelgrat bereitete mir schon etwas Sorge.

Nachdem ich die IIer-Stelle erklettert hatte und mir den weiteren Verlauf des kurzen Grates vergegenwärtigte, war für mich erst Mal Schluss: Zu ausgesetzt für meine Verhältnisse. In solchen Situationen ist für mich jeweils der erste Augenblick entscheidend: Es bleibt nur ein kurzer Moment, in dem ich die Überwindung schaffe. Gelingt dies nicht sogleich, gelingt's auch nicht zwei oder fünf Minuten später. So war's übrigens auch vergangenen Sommer, als ich am Gipfelgrat der Chli Windgällen kapitulierte.

Jedenfalls nützten nun alle Motivationsversuche meiner Tourenpartner nichts und ich schickte sie auf den Gipfel, während ich am Einstieg auf sie warten wollte. So geschah es dann auch, bis man oben beschloss, mich über den Grat zu sichern, um mich doch noch auf den Gipfel hoch zu kriegen. Genau dafür hatte ich eigentlich ja auch das Seil mitgeschleppt. Nach anfänglichem Zögern gab ich mir einen Ruck und los ging's. Schwierig war der Grat keineswegs, aber eben: ziemlich ausgesetzt. Wie so oft, verlieh mir aber das Seil die nötige Sicherheit und so ungefähr um 11.30 Uhr herum traf auch ich glücklich auf dem Gipfel ein. Es hatte sich auf jeden Fall gelohnt. Schade nur, hatte ich meine Kamera unten gelassen.

Den Abstieg über den Grat bewältigte ich rückwärts. Dank der Seilsicherung hatte ich weder im Auf- noch im Abstieg Angst und kraxelte daher sicher und problemlos, wenn auch langsam. Für den Abstieg im Couloir kramte ich meinen zweiten Pickel hervor. So fühlte ich mich etwas sicherer im steilen Gelände. Wirklich gebraucht habe ich den zweiten Pickel aber erst im untersten Teil, wo uns eine kurze, eisige und felsige Passage erwartete.

Schade nur, dass ich meinen zweiten Pickel nachher am Skidepot liegen liess. Aufgrund der tageszeitlichen Erwärmung wollten wir so schnell wie möglich abfahren. Für die Abfahrt hatten wir ziemlich gute Sulzverhältnisse. Da meine Beine aber recht schwer waren, begann für mich der Genuss aber erst etwa so auf Höhe der Alpe Nuova.

Da der Schnee mittlerweile aufgeweicht war, gestaltete sich auch die steile Traverse oberhalb der Piansecco-Hütte einfach. Im Unterschied zum Aufstieg fuhren wir dann aber in den anderen Kessel hinüber. Via Piansecco-Hütte und Wanderweg abzufahren hätte keinen Sinn gemacht. Der Rest der Abfahrt erfolgte im mittlerweile schon sehr weichen Schnee entlang des Ri dell'Acqua.

Fazit: Ein Traumziel erreicht, wenn auch am Seil. Ob ich's das nächste Mal ohne Seil schaffe, bezweifle ich. Zwei Pickel mitzuschleppen war sicher nicht falsch, ich würd's wieder tun. Schade nur, wenn man dann den einen am Skidepot liegen lässt...

SLF: mässig (Trieb- und Altschnee oberhalb 2200m, nasse Lawinen im Tagesverlauf)


Hike partners: أجنبي


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