auf dem Band- und alten Tomli(s)weg zum Tomlishorn


Published by Felix Pro , 8 August 2011, 19h15. Text and phots by the participants

Region: World » Switzerland » Luzern
Date of the hike: 6 August 2011
Hiking grading: T4 - High-level Alpine hike
Climbing grading: I (UIAA Grading System)
Waypoints:
Geo-Tags: Pilatusgebiet   CH-NW   CH-OW   CH-LU 
Height gain: 950 m 3116 ft.
Height loss: 950 m 3116 ft.
Route:Fräkmüntegg - P. 1625 - Bandweg - Klimsen - Klimsenhorn - Chastelen - alter Tomli(s)weg - Tomlishorn - Pilatus - P. 1866 - P. 1619 - Fräkmünt - Fräkmüntegg
Access to start point:PW bis Kriens; Panorama-Gondelbahn Kriens - Fräkmüntegg
Maps:2510 Luzern - Pilatus - Rigi

Bis auf eine paar vernachlässigbare Regentropfen gegen Schluss der Tour bewährten sich die Wetterprognosen bestens (und unser diesbezügliches genaues Studium ...)

Leider fuhr die Panorama-Gondelbahn in Kriens erst um 8.30 Uhr - es war schon lange vorher schönes Wetter; so dass wir gern früher gestartet wären ... Sie zieht sich hin, die beschauliche Fahrt, auf welcher die Kabinen bis zur Fräkmüntegg eine Höhe von 899 Metern und die Länge von 4,892 km überwinden. Das sonnige Wetter lässt uns hier die entsprechende Schutzcrème einstreichen und dann geht es schnell hinauf zum Start der Rodelbahn. Hier wird noch einmal (wie bereits bei der Station auf Fräkmüntegg) auf die Sperrung des Bandweges hingewiesen - wegen Steinschlag; die Begehung sei nur auf eigene Gefahr und Verantwortung zu unternehmen. Doch etwas weiter oben weht am Aufstiegsweg eine Schweizerfahne; unmittelbar daneben sind das Info-Schild des "Proband"-Weges und neue, deutliche blau-weisse Markierungen angebracht. Und schnell sehen wir auf den ersten Hundert Metern des bereits steilen Aufstieges, dass wir heute nicht die einzigen unterwegs auf dem Bandweg sind. Entweder den traditionell weiss-blau-weiss gehaltenen Markierungen oder später hellblauen Tupfern nach, geht es auf der gut unterhaltenen Wegspur aufwärts, einmal zu Beginn durch ein etwas unübersichtliches Geröllfeld, später auf gutem Weglein über steil abfallende Wiesenhänge - ein Ausrutschen hätte bereits hier fatale Folgen. Die Überwindung des effektiven Felsbandes beginnt bei P. 1625; hier leiten gut gestufte Felsplatten steil aufwärts, das Kraxeln ist genussvoll - der Tiefblick ebenso ... Mal wieder ein grasiger Abschnitt, mal wieder Felsstufen - immer steiler wird die Flanke; je höher man gelangt, desto brüchiger scheint der Berg zu werden: an mindestens zwei Stellen ist der ursprünglich angelegte Weg abgerutscht und eine neue Wegführung wurde erforderlich. Doch dann treten wir, uns immer östlicher aufwärts bewegend, an die Sonne - und erheischen tolle Blicke auf den Vierwaldstättersee und die Luftseilbahn, welche die zahlreichen ausländischen Touristen zum Pilatus hochbringt.  Noch eine letzte Graspassage gegen Westen hin und wir umrunden die Grasnase, ab welcher der Weg nun etwas flacher, doch einmal noch seilgesichert (wiederum eine Abrutschstelle) zum prächtigen Sattel führt, wo sich viel Wege treffen:

Bei der Klimsenkapelle befindet sich ein weiter, ausladender und topfebener Picknickplatz, welcher bereits rege benutzt wird; von hier führt uns dann unser späterer Rückweg hinab nach Fräkmünt. Erst einmal steigen wir die wenigen Höhenmeter zum Klimsenhorn auf, von wo wir den nachfolgenden zweiten spannenden Teil unserer Tour einsehen: kaum zu glauben aus dieser Distanz, dass der Weg diese senkrechten Wände zu durchqueren vermag! Doch erst ist ein Abstieg auf dem offiziellen Wander-Berg-Weg vonnöten; etwas über der 1800er-Höhenkurve zweigt Richtung grosses Geröllfeld eine deutliche Spur ab.

Nun beginnt auf manchmal schwacher bis kaum erkennbarer Spur die Traversierung und das sachte Aufwärtsgehen durchs grosse Geröllfeld - selten sind wenige hellblaue Punkte auszumachen; die allgemeine Richtung ist eh klar: es geht in den Sattel zwischen Pilatuskette und Chastelendossen. Kurz unterhalb dieses steilt die Wegspur auf; und nach dem kleinen Brunnen wechseln wir in eine Alternativvariante, weglos, um den Steinböcken ihre Ruhe zu lassen. Gemütlich, wie sich diese in der Sonne fläzen und die angenehmen Temperaturen geniessen - herrlich ihnen zuzuschauen. Der eigentliche alte Tomli(s)weg beginnt u.E. etwa hier: vom mächtigen Aussichtspunkt Chastelendossen (mit Schweizerfahne) aus steigt die Spur auf einem steilen Gras-Geröll-Hang an, bevor sie flacher werdend sich zur Felswand, welche senkrecht abbricht, wendet. Eine zweite kurze Stärkung nach dem Halt auf dem Klimsenhorn, und wir steuern das auch hier noch unnahbar wirkende Felsband an. Doch mit jedem Schritt, mit welchem wir ihm nähertreten, erscheint es gangbarer - meist breitet sich etwas unterhalb weiteres schmales, zwar abschüssiges Gelände aus - bevor es dann in die Tiefe führt ... Erstaunlich gut und anregend ist es schliesslich zu  begehen; einmal muss ich mich sogar etwas bücken, um unter dem Überhang durchzukommen ... und dann geht es auf diesem ersten, grössten Band auch noch schmaler werdend aufwärts; genug an Nervenkitzel bietet es für mich schon ... Das Gelände wird zwischenzeitlich etwas "geräumiger", bevor es zu weiteren schmaleren Passagen führt. Dann folgt die seilgesicherte steile Aufstiegsrinne; zweitweise ist im Couloir im Innern aufzusteigen, dann wechselt man auf die Aussenseite; doch hier - immer noch mit Fixseil ausgerüstet - wirkt es beinahe schon "gehgeländig". Bevor man schliesslich zum etwas schlüpfrigen (feuchte schräge, zwar gestufte Platte und steiler, ebenfalls gestufter kurzer Grashang) Ausstieg gelangt (er wäre auch in der Fortsetzung des letzten kurzen Couloirs zu bewerkstelligen), treffen wir auf den (Wasser)-Hahnen und die Wand-Gamelle mit Wand-Buch (und kleinem Teddybärchen), in welchem wir uns dieses Mal einschreiben.

Nachdem beinahe die gesamte Passage ab Chastelendossen im Schatten lag, treten wir auf den Bergweg, welcher vom Gemsmättli zum Tomlishorn führt, an die Sonne. Hier sichten wir weitere Steinböcke, welche etwas weiter unten sich es an der Gratkante gemütlich gemacht haben (wir haben sie bereits vom Chastelendossen aus erkannt). Und hier, im nachfolgenden Aufstieg zum Tomlishorn treffen wir nicht nur auf eine grosse Blumenpracht - sondern auch auf unzählige der Bähnlitouristen. Nachdem wir uns in südlicher Richtung sattgesehen haben (vom Pilatus in die Zentralschweiz, zum Matthorn und Widderfeld und in den dunkler werdenden Himmel über den  Berner Oberländern und der Fortsetzung der Entlebucher Flühe) - hinter uns, im Norden ziehen rasant Nebelschwaden auf - begeben wir uns an eine windgeschütztere Stelle unterhalb des vom Pilatus auch in Badelatschen erreichbaren Aussichtsberges. Hier geniessen wir unsere Mittagsrast, bevor wir uns unter die Touristen einreihen und uns bis zum Hotel auf Pilatus "vorarbeiten". Vor ihm unterqueren wir im Stollen das Oberhaupt, vertrösten uns mit dessen Besteigung auf ein anderes Mal (das entsprechende Projekt im weiteren Umfeld liegt vor), und steigen auf gutem (Serpentinen)-Weg ab zur Klimsenkapelle.

Für mich neu, deshalb auserwählt, folgen wir ab hier den steilen Serpentinen (wieder einmal!) im Geröll über Nauen hinunter zur Wegverzweigung Gsäss, P. 1619. Hier würde es rechts nach Gschwänd runter (oder mit Umwegen zur Rosegg hoch) gehen; wir nehmen den linken Abzweig; der Weggbeginn ist hier etwas ruppig - und weiter unten, im steilen Abstieg - kurz seilgesichert. Letztlich geht es, nach einigen felsigeren Passagen über Weidegelände nach Fräkmünt, und ab hier, an der sehr gut sich ins Umfeld einfügenden kleinen Kirche und an der Rodelbahn vorbei, aufwärts zum Ziel - und Ausgangspunkt unserer heutigen anregenden Tour zur Fräkmüntegg hoch.

Hike partners: Ursula, Felix


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Comments (3)


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bergpfad73 says: Wunderschöne Tour!
Sent 11 August 2011, 17h54
Hi Felix,

Diese tour muss ich auch mal ausprobieren. Es scheint wirklich ganz schön zu sein.

Danke für die Idee ;)

LG
Dani

schmidph says: Grossartig
Sent 16 August 2011, 20h24
Vielen Dank für den tollen Bericht und die schönen Fotos. Die Tour steht bei mir ganz oben auf der Liste.

Felix Pro says: RE: Grossartig
Sent 17 August 2011, 21h09
schön, dass diese "Runde" dir und Dani so gefällt - sie lohnt sich echt! lg


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