Urseren reloaded


Published by danski , 17 November 2010, 23h08.

Region: World » Switzerland » Uri
Date of the hike:13 November 2010
Ski grading: D
Waypoints:
Geo-Tags: CH-GR   CH-UR 
Time: 2 days
Height gain: 2200 m 7216 ft.
Height loss: 2200 m 7216 ft.
Route:Tag 1: Oberalppass - Pazolastock -Rossbodenstock, Abfahrt via W-Flanke nach Schöni; Tag 2: Realp - Stotzigen Firsten retour

Es war wieder eines dieser Wochenenden, wo sich bestimmt 95% Prozent der Schweizer Bevölkerung über den spätherbstlichen "Sommereinbruch" freuen durften. Verübeln kann man es ihnen nicht, aber unsereinem wird schwindelig beim Anblick der stetig steigenden Temperaturkurve und 0°-Grenze... Davon liessen wir uns jedoch nicht beirren und versuchten unser Glück dort, wo sich laut SLF schon ordentliche Schneemengen kumulieren konnten.

Tag 1: Rossbodenstock "Chälen"

 Unseren eigentlichen Plan, am Samstag den Gemsstock aus eigener Muskelkraft von der Gurschenalp zu erobern, liessen wir schnell fallen. 45.- für eine einzige Berg- und Talfahrt auf die Gurschenalp erschienen uns doch als etwas haarsträubend... Glücklicherweise hat man von der Talstation in Andermatt freie Sicht auf die gut strukturierte W-Flanke des Rossbodenstocks und die sah einmal mehr sehr verlockend aus! Ebenso eilt ihr der Ruf als sehr lohnende Vorsaison-Tour voraus... Nichts wie hin zum Bahnhof und mit dem Oberalp-Express gemütlich auf den Pass. Naja, die Hänge gegenüber dem Nätschen sahen bei näherer Betrachtung wenig einladend und noch ziemlich alpenrosig aus... Doch das Wetter war grandios, was uns von der nicht eben üppigen Schneeauflage absehen liess. Auf dem Pass  herrscht zu dieser Jahreszeit noch die Ruhe vor dem Sturm, dem der Leuchtturm dann bald mal trotzen muss... Neben uns zwei Enthusiasten  gesellten sich vier weitere Verwegene. Auf der Normalroute zogen wir einsam eine Spur hoch zum Pazolastock. Über Nacht konnte der Schnee sogar oberflächlich gefrieren und die Regenrinnen waren zumindest optisch ein Genuss. Diese wichen ab ca. 2400m einer ebenmässigen Schneeoberfläche. In schattigen Mulden lag ein unangenehmer Schmelzharschdeckel, doch die besonnten Hänge waren bereits schön aufgeweicht. Nach einem kurzen Abstecher auf den Pazola sind wir gleich weiter über den Verbindungsgrat zur Martschallücke ohne die Skis einmal tragen zu müssen. Nach der Lücke folgt der übliche, kurze bootpack, bevor die letzten Meter zum Gipfelplateau des Rossbodenstocks wieder mit Skis bewältigt werden. Ein anständiger, aber nicht zu heftiger Fönwind empfing uns oben. Schnell war der Einstieg in die "Chälen" gefunden, und die sah gut, was sich mit einigen gezielten Steinwürfen bestätigen liess. Es handelte sich übrigens um höchstens Handteller grosse Steine... Die ersten turns im steilen Gelände waren noch etwas hackelig, da ein brüchiger Winddeckel lag, doch dann offenbarte die "Chälen" ihre angenehme Seite. Leicht gebunder "Pulver" ermöglichte einen flüssigen run bis sich die "Chälen" in die riesigen Hänge öffnet. In grosszügigen turns entlud sich unsere Euphorie. Nur einige grössere Lawinenknollen verlangten Achtsamkeit. Ein Crash mit diesen wäre eher unangenehm gewesen. Nach einigen ungläubigen Rückblicken zogen wir unsere Spuren in schönem Sulz über den Rossboden hinüber zu den "Eggen". Erstaunlicherweise waren die steilen Hänge nach "Schöni" trotz nicht allzu üppiger Schneeauflage ein Genuss. Dank der schattigen Lagen, hielt sich der Schnee gut und konnte nur oberflächlich leicht antauen. Nach einigen jubelnden high fives verpassten wir zwar den Zug zurück nach Andermatt, kamen dafür aber dank einheimischer Hilfe in den Genuss einer "Taxifahrt" zurück ins Tal. So einen Tag kann man dann eigentlich nur bei einem Weizen und Pizza im Spycher ausklingen lassen...

Unterwegs mit Sven

Tag 2: Stotzigen Firsten, Standardroute

Das Potenzial am Rossbodenstock wollten wir eigentlich noch einmal ausnutzen, doch an diesem Sonntag Morgen präsentierte sich das Wetter fönbeinflusst nicht mehr so makellos. Richtung Ober- und Unteralp verschluckten die Wolken die Berggipfel. Richtung Realp zeigte sich jedoch die Sonne und beleuchtete die Stotzigen Firsten. Also Planänderung! Eines vorweggenommen, dieses "Sonnenfenster" über den Stotzigen Firsten hielt sich bis zum Abschluss der Tour erstaunlich gut. Naja, unten in Realp brauchten wir dann schon eine zünftige Portion Optimismus. Anfänglich gings über die letzten matschigen Schneereste, Gras und Dreck. Ein recht trostloser Auftakt zu einer Skitour... Ab ca. 1900m besserte sich die Situation mit zunehmender Höhe und gute 400HM weiter oben, packte uns das Winterfeeling endgültig. Das Wechselspiel von Sonne und Wolken sowie einzelnen Schneeflocken generierte eine eindrückliche Stimmung. Wir stiegen bis zum P. 2747 auf und fassten anfänglich die Abfahrt direkt gegen Norden ins Auge. Der Schnee auf der Normalroute war jedoch einiges vielversprechender und so setzten wir zur Abfahrt via Aufstiegsroute an. Mit viel speed und in grosszügigen Radien liessen wir es richtig laufen. Weicher, samtiger Schnee bot die perfekte Grundlage. Natürlich begann der Schnee weicher und nasser zu werden, doch mit breiten Brettern und einer anständigen Grundgeschwindigkeit liesses es sich auch hier noch vorzüglich "carven".  Ab 1800m war der Fahrspass  endgültig zu Ende und wir banden die Skis auf. Insgesamt eine mehr als befriedigende Unternehmung!

Allgemein bleibt zu sagen, dass die Schneesituation im Gebiet nach unserer Einschätzung gut ist. Die Wärme führte bestimmt zu günstigen Setzungsprozessen in der Schneedecke und mit dem Neuschnee und der Kälte dieser Woche wirds kommendes Wochenende genial! :)

Unterwegs mit nprace

Hike partners: nprace, danski


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