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Trailrunning am Schwarzen Grat mit (Vogelschutz-)Hindernissen


Published by AllgaeuEr , 21 November 2009, 09h05.

Region: World » Germany » Alpenvorland
Date of the hike:14 November 2009
Hiking grading: T1 - Valley hike
Waypoints:
Geo-Tags: D 
Time: 1:30
Route:Luegins-Land - Schletter - Wenger Egg - Batschen - Schwarzer Grat - Luegins-Land

Kleine Samstagvormittag-Runde am Schwarzen Grat

Nachdem ich aufgrund meines Trekking-Urlaubs meinen Hausberg nun einige Zeit nicht mehr besucht habe, ging ich einen Streckentipp meines Laufsportverkäufers nach und fuhr an die Luegins-Land Hütte, um den geschilderten Weg abzulaufen und seine mit meiner Laufzeit anschließend zu vergleichen.

Über den Schanzentrail ging es steil den Berg hinaus und der rutschige Lehm dort machte mir mehr Probleme als das feuchte Laub selbst. Hier wünschte ich mir doch zum ersten Mal Spikeschuhe. Nachdem ich einige neue Schanzenkonstruktionen auf meinem Bergstück bewundern konnte, erreichte ich die Schletter und war froh, daß mich die Wegschilderung nun wieder den Rüssel hinabführte, da der Weg von Schletter zum Schwarzen Grat sich in äußert dreckigem Zustand befand.

Unten am Rüssel angekommen, sollte es nun links den Hangweg überhalb der Überruh entlang gehen, als mir ein seltsames neues Schild ins Auge stach: "Wegsperrung wegen Vogelschutz". Ein Zusatz über eine zeitliche Limitierung fehlte und da ich auf einem 3m breiten, seit Jahre genutzten Fahrweg an dieser Stelle lief, ordnete ich das Schild einer anderen, mir unbekannten Wegabzweigung zu und lief den Hangweg bis zur Abzweigung Schwarzer Grat. Dort allerdings traf ich auf das Gegenstück dieses Schildes und schautes es mir nun genauer an. Wieder kein Hinweis zu einer zeitlichen Einschränkung. Hatten die hier echt den kompletten Hangweg gesperrt? Verwirrt lief ich weiter.

Ich passierte die neue Aussichtsplattform und wollte dann nach links zum Wenger Egg über das Raggenhorn laufen...Und schon wieder Wegsperrung. Ich kam mir langsam leicht verarscht vor, zudem man keine 20m hinter der Absperrung die Abzweigung des offiziellen Wanderweges sah - und jede Menge frisch gefällter Bäume. Die Waldarbeiter waren sicher lauter, als ich als Jogger, weshalb ich guten Gewissens die Absperrung ignorierte und zum Raggenhorn lief.

Mit Überrschung mußte feststellen, daß das Wenger Egg sogar noch geöffnet hatte und lief nach Batschen hinab, um unten angekommen mich gleich wieder an den langen Aufstieg zum Turm zu machen.

Dort angekommen rannte ich bis auf den Turm und hisste meine original, nepalischen Gebetsfähnchen (welcher leider irgendein Volldepp bereits eine Woche später wieder entfernen sollte). Ich traf dort auch noch einen Läufer, der zwar ein grimmiges Gesicht zog und sich über meine Fähnchenaktion wunderte, aber später auf dem Rabweg holte ich ihn wieder ein und kam mit ihm ins Gespräch - auch ein Allgäu-Cup-Teilnehmer. Dank unterschiedlicher Klassen jedoch keine Konkurrenz.

Als Rückweg wählte ich den kleinen Umweg über die schöne Wiese, welche oberhalb der neuen Hängematten an der Schletter rauskommt und konnte so abermals den völlig verschmutzten Normalweg meiden. Anschließend ging es über den Sandsteintrail, und der meiner Meinung einzig Berechtigten Wegsperrung aus Vogelschutzgründen, wieder hinab zur Lueginsland Hütte.

Mit 15km Strecke, etlichen Höhenmetern und einer Zeit von 1:35 Stunden, war ich mit meinem Training und mir selbst sehr zufrieden. - Was mich jedoch zu tiefst stört, sind die Wegsperrungen.

Sind diese Sperrungen der Preis, den wir einheimische Trailrunner und Mountainbiker zahlen müssen, daß man mehr Touristen an die Adelegg führen will? Einerseits will man Touristen an den Schwarzen Grat bringen mit Hängematten, Liegestühlen und Aussichtsplattformen, andererseits sperrt man nun etablierte Wege, die seit Jahren durch örtliche Sportler frequentiert werden, so daß sich die heimische Fauna schon längst daran gewöhnt haben sollte. Es ist doch alles eine Farce!

Update: Offizielles Statement von der Stadt Isny

Die Adelegg wurde im Rahmen der Neuausweisung der so genannten 'Natura 200-Gebiete' (Europa weite Schutzgebiete) als Vogelschutzgebiet unter Schutz gestellt. In diesem Rahmen laufen auf der Adelegg zur Zeit diverse Kartierungen der Vogelwelt.
Eigens für die Planung des 'Erlebnisweges Schwarzer Grat' musste die Stadt Isny, nach Abstimmung mit der zuständigen unteren Naturschutzbehörde,  eine 'Verträglichkeitsprüfung der Vögel' erstellen. Die Ergebnisse dieser Kartierung waren der Grund zur Herausnahme der von Ihnen dargestellten Wegstücke, insbesondere des Hangwegs zwischen Rüssel und Abzweigung Schwarzer Grat/Wenger Egg Wegs. Dieser Weg ist von besonderer Bedeutung als Lebensraum für Auerhühner.
Aufgrund der besonderen Attraktivität des Wegestücks, ist auch uns die Entscheidung nicht leicht gefallen, diesen Abschnitt heraus zu nehmen und statt dessen die Alternativstrecken auszuweisen. Eine zeitliche Beschränkung der Wegesperrungen gibt es nicht.

 

Höhenprofil

Die Wegsperrungen sind blau eingezeichnet!

Route

Hike partners: AllgaeuEr


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