Drei mal ex zwischen Reichstädter Hügelland und Gitschiner Plateau


Published by lainari , 2 April 2024, 21h35.

Region: World » Tschechien » Jičínska pahorkatina
Date of the hike:31 March 2024
Hiking grading: T2 - Mountain hike
Waypoints:
Geo-Tags: CZ 
Time: 6:00
Height gain: 245 m 804 ft.
Height loss: 245 m 804 ft.
Route:19 km
Access to start point:Auto bis Vicmanov
Maps:1:50.000, KČT Nr. 15 Máchův kraj

Verschwunden: Sauermühle, Kridai und Proschwitz
 
Meine heutige Tour führt mich in die Regionen Zákupská pahorkatina (Reichstädter Hügelland) und Jičínská pahorkatina (Gitschiner Plateau), speziell auf das einstige Gelände des Truppenübungsplatzes VVP Ralsko. Bei dessen Einrichtung wurden nahezu alle vorhandenen Orte getilgt, das heißt nach der Vertreibung der deutschböhmischen Bewohner erfolgte keine Nachbesiedelung. Nach der Wende hat man ein großes Wildgatter eingerichtet, was man teilweise begehen kann. Heute werde ich weiter die dünnbesiedelte Landschaft östlich des Zaunes erkunden. Ein weiterer Aspekt der Tour ist die Querung der historischen Sprachgrenze Deutsch - Tschechisch. Im Nordteil und westlich des zu begehenden Tales war Deutsch vorherrschend, im Südteil und östlich des Tales Tschechisch. Meinen Startpunkt Vicmanov erreiche ich zuletzt über schmale Sträßchen von bescheidener Qualität.
 
Ich starte zu Fuß und gehe auf einem Sträßchen steil abwärts. Dann biege ich nach rechts auf einen Pfad ein, der zum Talboden führt. Dort gibt es eine kleine Brücke über den Bach. Das Gelände am anderen Ufer ist als Privatgrundstück ausgewiesen. Da aber daneben ein Brunnenhaus steht und die Wiese ansonsten unbebaut und nicht umzäunt ist, lege ich die wenigen Meter bis zum Talweg zurück. Ich befinde mich nun im Tal der Zábrdka (Saberter Bach/Kleine Iser/Kleiniserbach), einem etwa 24 km langen rechten Nebenfluss der Jizera (Iser). Wenig später passiere ich die Podvicmanovský mlýn. Nun folgt auf einer längeren Strecke ein romantisches naturbelassenes Flusstal. Dann komme ich zur Kleinsiedlung Pytlíkov mit der Pytlíkovský Mlýn. Es gibt Häuser beidseits des Baches und eine kleine Brücke. Das Gelände am anderen Ufer ist wieder mit Betretungsverbotsschild als Privatgrundstück ausgewiesen. Da die Bewohner des danebenliegenden Hauses gerade draußen Frühstücken, mache ich unauffällig die Biege. Ich umgehe ein Grundstück mit Haus am diesseitigen Ufer bergwärts und zweige oberhalb auf einen Wildwechsel ab. Dann spekuliere ich auf Fallholz am Bach. Im ersten Anlauf finde ich eine passende Querungshilfe und wechsele zum Talweg gegenüber. Nun geht es entspannt weiter. Auf dem Rest eines einstigen Teichdammes befindet sich ein kleiner Rastplatz, den ich zu einer kurzen Pause nutze. Hinter der Nový Mlýn befindet sich etwas talaufwärts ein Zeltlager mit Kindern. Wenig später komme ich zum Areal der einstigen Sauermühle/Zourovský mlýn. Der Bach wurde hier einst fast auf der gesamten Talbreite zum Sauerteich aufgestaut, der die Mühle speiste. Nach einer Besichtigung der vorzufindenden Reste gehe ich weiter.
 
Wenig später wird auf der anderen Seite ein Wasserwerk sichtbar. Gegenüber biege ich nach links und laufe durch einen Graben bergwärts. Der der Boden recht wüst ist, steige ich rechts den Hang hinauf und drehe Richtung Talkante. Dort treffe ich auf die Reste der hrad Křída (Krutzenburg/Cruczemburk), die im 14. Jh. erbaut wurde. Der Name Křída wurde 1356 durch eine Person Pešek Kabáta z Křídy und 1396 durch Mutyně z Křídy urkundlich. Die Nennungen erfolgten jedoch ohne Burgbezug. Archäologische Grabungen haben die Reste eines 15 x 6 m großen Steingebäudes nachgewiesen. Damit ist das Bauwerk wohl als Festes Haus eines niederen Adligen einzuordnen. Ich gehe nun bergwärts über eine Wiese. Dahinter quere ich ein bewaldetes Tälchen. In einem Waldstück befindet sich das Siedlungsgebiet des einstigen Ortes Kridai/Křída. Gegründet wurde die Siedlung vermutlich im 14. Jh. als wirtschaftlicher Hintergrund der nahen Burg. Der Vorkriegsbestand wird mit 28 Häusern/127 Einwohnern angegeben. Ich erkunde die Reste im dichten Gehölz. Dabei habe ich offenbar den nördlichen Teil „verpasst“. Dann laufe ich hinauf zum Zourovský vrch (Sauerberg). Von hier gehe ich auf einem Weg bis zum Zaun des Wildgatters und mache auf einem Rastplatz Mittagspause. Dann nutze ich einen Weg zunächst in südliche Richtung und dann weiter nach Osten. In einem Waldstück befindet sich das Siedlungsgebiet des einstigen Ortes Proschwitz/Proseč. Der Vorkriegsbestand wird hier mit 50 Häusern/211 Einwohnern angegeben. Auch hier erkunde ich die vorzufindenden Spuren. Danach gehe ich zum Hauptweg zurück und folge diesem in südliche Richtung. Neben einem Solarkraftwerk geht es dann in südöstliche Richtung zurück nach Vicmanov.
 
Die pausenbereinigte Gehzeit betrug 6 h. Die Wanderung hat T1-Charakter, die Erkundung der Wüstungen und andere kurze Wegpassagen sind als T2 zu bewerten. Die Runde ist komplett unmarkiert und teilweise weglos! Mapy.cz weist aber die vorhandenen Wege in Anzahl und Qualität in diesem Bereich recht zuverlässig aus.
Die Zeitangaben an den Fotos sind in MEZ, den Fotoapparat vergesse ich bei der Zeitumstellung regelmäßig.

Hike partners: lainari
Communities: Flusswanderungen


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Geodata
 62781.gpx Manuell gezeichnete Wegstrecke

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